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In Strohwilen wurde Burnina abgefackelt

Freitagnacht konnte der Arschkartenclub zur Verbrennung seiner Holzfigur schreiten. Damit ist auch der Weltrekord-BH nun Geschichte.
Hana Mauder
Am Freitagabend ging die riesige Figur Burnina in Flammen auf. (Bild: Reto Martin)

Am Freitagabend ging die riesige Figur Burnina in Flammen auf. (Bild: Reto Martin)

Das Feuerverbot bescherte ihr eine Gnadenfrist. Nun hat aber doch ihr letztes Stündchen geschlagen: Die Holzfigur Burnina ging nach 42 Tagen samt Handtäschchen mit Arschkarte und Weltrekord-BH beim «Burn off» in Flammen auf.

Musik dröhnt aus den Boxen über die Wiese. «Jedes Neumitglied muss beim Eintritt in den Club einen Entfrustungs-Song wählen», sagt Daniel Schmid. Der Präsident des Arschkarten-Clubs steht am Grill und wendet die Bratwürste. «So ist eine Playlist von 192 ausgesuchten Songs entstanden, die heute zu hören ist.» Ein Klangteppich von AC/DC über ABBA bis zur Opernarie. Etwa 110 Personen haben sich zum «Burn off» der 8,5 Meter hohen Holzfigur eingefunden.

900 Stunden Fronarbeit

Mit gemischten Gefühlen betrachten die Clubmitglieder noch einmal ihr stolzes Werk. 900 Stunden Fronarbeit stecken in der Frauenfigur aus Fichtenholz und dem bereits in den Medien viral präsenten Riesen-BH in Knallpink. Den Weltrekord hat der Club bereits seit Ende Juli in der Tasche.

Und ja, eigentlich hätte das hölzerne Punkstück anlässlich des «Burning Ass» in Flammen aufgehen sollen – aber ein Feuerverbot in letzter Minute hat den Klubmitgliedern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein Fall von Arschkarte? «Nein. Wenn ich jetzt all die vielen Leute sehe, die heute zum Burn off erschienen sind ... das hat Stil und Klasse», meint der Präsident.

Das Feuer lodert in der Nacht hell auf

Die Nacht legt sich wie eine dunkle Decke über die Wiese und lässt die Holzfigur nur noch als Silhouette erahnen. Plötzlich hallt aus dem Lautsprecher der «Arschkarten-Song» von Marco Saccethi. Zum Takt dieser Vereinshymne stellen sich die 110 Schaulustigen in sicherem Abstand zu Burnina im Halbkreis auf. Dann ertönt das klassische Läuten von «Hells-Bells» von AC/DC, und Punkt 21 Uhr startet die Show: Aus dem Handtäschli mit der viel zitierten Arschkarte lodern die ersten Flammen auf. Mit vereinten Kräften helfen die OK-Mitglieder am Fundament mit Bunsenbrennern fleissig nach … und plötzlich lodert das Feuer auf und verschlingt die Figur aus drei Tonnen Fichtenholz samt 25 Kilo-BH im XXL-Format.

Ein Funkenregen tanzt durch die Nacht wie tausend Sterne. Fasziniert schauen die Beobachter zu, wie das Feuer die Figur umhüllt, an ihr zehrt und schliesslich nicht lange fackelt. Nach nur neun Minuten fällt der Büstenhalter von Burnina ab und landet als Feuerball zu ihren Füssen. Nach 1012 Stunden ist der Weltrekord-BH Geschichte. Nur kurze Zeit später rollt dann der Kopf. Das feurige Spektakel lässt in Erinnerungen schwelgen.

«Wir hatten Blasen an den Händen»

«Es war eine Heidenarbeit», meint Brigitte König aus Affeltrangen. Gemeinsam mit Antje Haffter aus Weinfelden hat sie die Frisur aus Stroh sowie die Handtasche mit der Arschkarte entworfen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge erinnern sich die beiden an die rund 30 Stunden Arbeit, die sie in die Figur investiert haben: an das Formen der Zöpfe aus zweieinhalb Ballen Stroh zum Beispiel. «Wir hatten Blasen an den Händen», sagt Haffter. «Sechs Wochen lang hat die Frisur jedem Wetter getrotzt.» Was Wind und Regen nicht geschafft haben, erledigt jetzt das Feuer.

Im Pink-BH in Riesengrösse von 8,3 Quadratmetern Fläche stecken unzählige Stunden Handarbeit. «Meine Schülerinnen und Schüler haben gern mitgeholfen», sagt Lehrerin Silvia Bollhalder aus Engelburg. Primarschüler aus St. Gallen und Tobel sowie einige Frauen aus dem örtlichen Frauenverein haben mit vereinten Kräften die benötigten 400 Einzelstücke für das Weltrekord-Textil angefertigt. Sie sagt:

«Jetzt will ich sehen, wie Burnina brennt.»

Es sind aber nicht nur grosse Zaungäste, die hier staunen. «Es ist so cool», sagt Sabrina Neuwirth aus Märwil. Die 12-Jährige ist mit ihrer Freundin Tamara Koster vor Ort. «Ich habe mich sehr auf den Funken gefreut», sagt die Zehnjährige. Das heisse Feuer wärmt in der kühlen Nacht die Wangen – und das Herz. Das grosse Feuer prasselt und die Zeit verrinnt: Nach zweieinhalb Stunden bleibt von dem ganzen Burnina-Spektakel nur noch ein Häufchen Asche übrig, das schliesslich in zwei Eimern die letzte Ruhe findet.

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