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Stadtpräsident in der Kritik: In Romanshorn werden besorgte Bürger aktiv

Engagierte Einwohner gründen ein Komitee und suchen per Zeitungsinserat Gegenkandidaten zu Stadtpräsident David H. Bon (FDP). Pikant: Die SP, SVP, CVP und die Grünen sind mit im Boot.
Annina Flaig
Ulrich Weideli und Aliye Gül sind Mitglieder des Komitees und wollen einen Neustart in der Stadtregierung. (Bild: Reto Martin)

Ulrich Weideli und Aliye Gül sind Mitglieder des Komitees und wollen einen Neustart in der Stadtregierung. (Bild: Reto Martin)

Fünf der acht Romanshorner Stadträte treten am 10. Februar nicht mehr zu Wahl an. Auch in der Stadtverwaltung ist die Fluktuation hoch. «Das sind deutliche Zeichen dafür, dass die Stadtregierung in Schräglage geraten ist», sagt der Romanshorner Ulrich Weideli. Der Tierarzt ist in Romanshorn kein Unbekannter. Genau so wenig wie die ehemalige SP-Präsidentin respektive Stadträtin Aliye Gül. Die beiden treten als Privatpersonen und Sprecher einer Findungskommission an die Öffentlichkeit. «Engagierte Bürger» seien es, welche dieses Komitee vor rund einem Monat ins Leben gerufen haben. Weideli sagt:

«In dieser Stadt ist es zünftig am Brodeln.»

David H. Bon, Stadtpräsident von Romanshorn. (Bild: Donato Caspari)

David H. Bon, Stadtpräsident von Romanshorn. (Bild: Donato Caspari)

Das Misstrauen gegenüber der Regierung sei gross. Spätestens, seit die Einwohner an Gemeindeversammlungen eine ganze Kirche füllen und beim Budget eigenhändig den Rotstift anlegen, sei das evident. Zudem ist vier Monate vor den Stadtratswahlen noch kein Gegenkandidat zum amtierenden Stadtpräsidenten David H. Bon (FDP) bekannt, der sich für die nächste Legislatur wieder zur Verfügung stellen will.

Deshalb wurden besorgte Bürger aktiv. Dem Komitee gehe es nicht um Schuldzuweisungen und Verurteilungen. Aliye Gül sagt:

«Wir sind der Meinung, dass Romanshorn einen Neustart braucht und dafür ist auch eine Wahlmöglichkeit im Präsidium nötig.»

Deshalb hat das Komitee in dieser Zeitung und im Seeblick ein Stelleninserat platziert, in welchem interessierte Personen für das Amt des Stadtpräsidenten gesucht werden. «Mit dem erhofften Nebeneffekt, dass sich dann auch Kandidaten für den Stadtrat finden lassen», betont Gül.

Vier Ortsparteien spannen zusammen

Augenfällig an der Angelegenheit ist: SP, SVP, CVP und Grüne sind mit im Boot. Namentlich sind SP-Präsidentin Marina Bruggmann, SVP-Vorstandsmitglied Urs Köppel, CVP-Vorstandsmitglied Stefan Fässler und Markus Bösch, Präsident der Grünen, Mitglied des Komitees. Dieses versteht sich als von Bürgern initiierte, überparteiliche Gruppierung. Nicht im Komitee vertreten ist nebst der FDP auch die EVP. Präsidentin Regula Streckeisen sagt auf Anfrage:

«Wir sind der Meinung, dass zu viel Knowhow verloren ginge, wenn der Stadtpräsident auch noch ausgewechselt werden würde.»

Mit dem Ausscheiden von fünf Stadträten sei die Lage prekär genug. Stadtpräsident David H. Bon war infolge Ferienabwesenheit diese Woche für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die FDP steht hinter ihrem Stadtpräsidenten

FDP-Präsident Arno Germann zeigt sich auf Anfrage überrascht über das Komitee. Dabei präzisiert er, dass es ihn nicht generell überrasche, dass ein Komitee einen Gegenkandidaten zu David H. Bon sucht. «Es überrascht mich aber, dass das so spät passiert.» Eine Auswahl sei für den Wähler generell gut. Seiner Meinung nach ist der Zeitplan aber zu eng, um eine seriöse Kandidatur auf die Beine zu stellen. Germann betont ausserdem: «Der FDP-Vorstand steht nach wie vor ganz klar hinter seinem Stadtpräsidenten.» Es greife zu kurz, wenn man David H. Bon nun für alles verantwortlich machen wolle. «Klar sind es auffällig viele Rücktritte im Stadtrat.» Es sei aber offensichtlich, dass unterschiedliche Gründe eine Rolle spielten. So stellt er unter anderem ein strukturelles Problem fest. «Es ist kaum mehr möglich so ein Amt quasi nach Feierabend auszuführen.» Das sei wohl der Hauptgrund dafür, dass es so schwierig geworden sei, Kandidaten zu finden.

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