In Romanshorn sollen mehr Blumen blühen

Die Stadt wie auch die Schul- und Kirchgemeinden setzen sich für Biodiversität ein.

Markus Bösch
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Blumenwiesen fördern die Artenvielfalt.

Blumenwiesen fördern die Artenvielfalt.



Bild: Robert Grogg (

Seit einiger Zeit sind die Mitarbeiter des Werkhofs in besonderer Mission unterwegs – mit Schaufel, Walze und Hacke. Stadteigene Flächen und Grundstücke sollen ein neues Gesicht erhalten: Die ganze Stadt wird begutachtet und es wird geschaut, wo es Sinn macht, der Natur mehr Raum zu geben.

Weniger Ressourcen nötig

Vor Jahren war damit begonnen worden und jetzt werden die Aktivitäten für mehr Artenvielfalt intensiviert. «Damit generieren wir viele Vorteile – in wirtschaftlicher Hinsicht, weil wir damit die Pflege- und Unterhaltsarbeiten reduzieren können und ökologisch, weil wir weniger Ressourcen benötigen und weniger Emissionen verursachen», erklärt die zuständige Stadträtin Ursula Bernhardt. Zudem brauche es in diesem Bereich vermehrte Anstrengungen, um den Schwund der Artenvielfalt zu stoppen und gleichzeitig zu fördern. Zudem unterstütze der Kanton das mit dem Projekt «Vorteil naturnah».

In diesen Wochen ist der Obergärtner Christian Brönimann mit seinen Mitarbeitern also auch in einer Mission «Biodiversität» unterwegs. Sobald die Blumenrasen und -wiesen angesät sind, kommen Kleinstrukturen wie Äste, Holzbeigen, Steinhaufen und Stauden dazu. Um eine hohe Vielfalt an Lebensräumen zu erhalten, sollen die Blumen und Pflanzen zu verschiedenen Zeiten blühen und so Insekten, Schmetterlingen und Vögeln Nahrung und Unterschlupf bieten.

Möglichst viele Private begeistern

Neben der Stadt sind auch beide Schul- und beide Kirchgemeinden im gleichen Sinn tätig. Da werden die Arbeiten allerdings von örtlichen Gärtnerbetrieben ausgeführt. «Ein Anliegen ist, möglichst viele Besitzer von Privatgrundstücken für diese Idee zu begeistern. Denn jede Fläche, die naturnah und vielfältig wird, ist ein wichtiges Puzzleteil im Ganzen: Je mehr solche Flächen entstehen, desto grösser und stärker wird die Vernetzung dieser Lebensräume», erklären die involvierten Stellen.

Widerstandsfähig

Romanshorn gehört zu den 12 Thurgauer Gemeinden, die beim Projekt «Vorteil naturnah» mitmachen. Der Kanton beteiligt sich mit 50 Prozent an den Erarbeitungskosten der Grundlagen und an der Finanzierung der Massnahmen. Das Bewusstsein für eine natürliche Umgebung im Siedlungsraum wächst. Solche Flächen sind widerstandsfähig bei Hitze und Trockenheit.