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In Münsterlingen fliegen die Fetzen - zumindest auf der Bühne

Mit dem ungewohnten Stück «Chönd Sie chochä?» landeten die Mitglieder des Theaters einen Volltreffer.
Desirée Müller
Die Frauen-WG sucht einen Mitbewohner, der alles aufräumt und gut kochen kann. (Bild: Desirée Müller)

Die Frauen-WG sucht einen Mitbewohner, der alles aufräumt und gut kochen kann. (Bild: Desirée Müller)

Der Vorhang geht auf und ein Raunen geht durch den Saal – gefolgt von schallendem Gelächter. Solch eine Kulisse hat wohl noch keiner der Zuschauer gesehen: Der Boden des nachgebauten Wohnzimmers ist übersät mit leeren Pizzaschachteln, schmutzigen Socken und die Küche steht vor Dreck.

Am Esstisch sitzen gelangweilt die drei Bewohnerinnen der Wohnung. Ihr vierter WG-Kollege verliess das Gespann für eine reiche Frau. Er war der perfekte Mitbewohner. Kochte hervorragend, sorgte für Ordnung und war liebenswert.

Für die Frauen ist klar: Ein neuer Mitbewohner muss her. Ein charmanter Herr stellt sich vor und bringt die Damen um den Verstand. Sogleich zieht er ein und lässt die drei schon bald mit seinem pingeligen Getue verzweifeln. Am Schluss stellt er sich sogar als Betrüger heraus. Zum Glück wurde der einstige, mustergültige WG-Mitbewohner von seiner reichen Freundin verlassen und kehrt zu dem chaotischen Trio zurück.

Zuwachs im Ensemble

«Wir wollten mal etwas anders einstudieren», erzählt Regisseur Christian Sager. Die vergangenen Jahre stand er selbst als Schauspieler auf der Bühne des Theaters Münsterlingen. «Er ist unser Häuptling», sagt Daniela Spirjak und lacht. Immer offen für Vorschläge, mögen sie noch so verrückt sein, sei ihr neuer «Chef», erzählt Spirjak mit roten Wangen.

Lediglich zwei Minuten Pause waren ihr im ersten Akt gegönnt. «Es ist schon anstrengend», sagt sie und wischt sich die Schweissperlen von der Stirn. Drei Monate wurde geprobt, und das nur einmal die Woche für zwei Stunden. Mit Rosi Schamberger und Antonella Egger holte Sager zwei Theaterneulinge an Bord. Ihre Unerfahrenheit war aber keineswegs zu spüren.

Schlägerei und Tanz auf der Bühne

Ganz im Gegenteil: So wie Egger über die Bühne tanzte, Schamberger ohne Skrupel durch die Gegend schrie und sogar eine Schlägerei anzettelte, hätte man meinen können, dass beide eine Schauspielausbildung genossen haben.

Hilde König und Gerda Pfister sitzen in der vordersten Reihe. Nachdem der Vorhang nach dem zweiten Akt fällt, johlen die beiden Seniorinnen lauthals und klatschen so lange, bis dieser wieder aufgeht. «Fantastisch», sagt die 87-jährige Gerda Pfister. Noch kein Stück hat sie in all den Jahren verpasst. «Es ist Tradition, dass Hilde und ich das Theater besuchen. Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.»

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