In Märstetten erhellen geschnitzte Rüben die dunkle Nacht

150 Märstetter Primarschüler haben am Donnerstagabend ihre geschnitzten Bochsellichter durchs Dorf getragen. Am Ende erfreuten sie die Bevölkerung mit Gesang.

Werner Lenzin
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Die Kinder sind voller Vorfreude auf den Umzug Bild: Werner Lenzin

Die Kinder sind voller Vorfreude auf den Umzug Bild: Werner Lenzin

«Lueged emol wie mir üsi Runkle schön gschnitzt händ», stolz präsentieren die drei Viertklässlerinnen Lisa, Lucy und Reyanka ihre mit den verschiedensten Sujet verzierten und in Märstetten gepflanzten und geernteten Futterrüben. Diese haben sie wenige Tage zuvor mit Schnitzwerkzeugen und Spezialmessern geschnitzt und ausgehöhlt.

Am Schluss stecken die Schüler die Rüben auf einen mit vier Nägeln versehenen Trägerstab oder hängen sie an eine Tragschnur. Beleuchtet werden die Lichter heute mit einer künstlichen Lichtquelle. Traditionsgemäss gehen am Bochselnacht-Abend in Märstetten die Strassenlichter aus.

Bochsellichter tanzen durch die Strassen

Um 19 Uhr setzt sich der Zug von Bochsellichtern aller Klassen unter der Leitung ihrer Lehrpersonen in Bewegung. In einer langen Kolonne geht es durch die Gartenstrasse, durch das Wygärtli und über die Kirchgasse durch die Quartiere von Allenwinden und Höhenweg. Munter tanzen die vielen Bochsellichter in der Dunkelheit des Dorfes. Über den nordwestlichen Dorfteil kommt der Zug, angeführt von den Treicheln-Trägern, zum geschmückten Dorfbrunnen.

Hier treffen sich eine grosse Schar von Eltern, Angehörigen und weitere Dorfbewohner. Liedvorträge der Schüler und das gemeinsamen Singen des traditionellen Weihnachtsliedes «Stille Nacht», begleitet von fünf Angehörigen der Musikgesellschaft Märstetten, sorgen für eine feierliche Stimmung.

Wertschätzung und Dankbarkeit

Schulleiter Michael Frischknecht greift auch dieses Jahr das Thema «Glück» auf, dies mit der Geschichte einer alten weisen Frau und deren Glücksbohnen. «Glück hat mit Wertschätzung und Dankbarkeit zu tun», sagt er. Abschliessend zitiert er Gedanken der Schüler zum Thema Glück und was es für sie bedeutet, wenn andere Menschen glücklich sind: «Dass ihnen alles gelingt, sie keine Sekunde an sich zweifeln und dass sie keine Geldprobleme haben.»

Der Wunsch eines anderen Kindes sei, dass auch ältere Menschen fit und aktiv bleiben mögen und sich die Menschen täglich über etwas freuen können im Leben. Abschliessend gibt es von der Schulbehörde Wienerli, ein Brötchen und heissen Punsch.