In Kreuzlingen drängt das Thema Verkehr

Die FDP Kreuzlingen stärkt dem Stadtrat beim frühzeitigen Abbruch des neuen Regimes im Boulevard den Rücken. Die Freisinnigen fordern von der Exekutive, in der neuen Legislatur die Verkehrsplanung zu forcieren.

Nicole D'Orazio
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Die Verkehrsführung auf dem Boulevard in Kreuzlingen ist ein Dauerthema. (Bild: Donato Caspari)

Die Verkehrsführung auf dem Boulevard in Kreuzlingen ist ein Dauerthema. (Bild: Donato Caspari)

«Warum soll man an etwas festhalten, wenn es nichts bringt?» Barbara Jäggi-Gretler, Co-Präsidentin der FDP Kreuzlingen, spricht den frühzeitigen Abbruch der Testphase der neuen Verkehrsführung auf dem Boulevard an. «Es war richtig, dass der Stadtrat so gehandelt hat.» Der FDP-Vorstand hat eine Medienmitteilung verschickt, in dem er das entsprechende Vorgehen des Stadtrates begrüsst.

«Mit dieser Entscheidung wurde unter anderem der erhebliche Mehrverkehr in den Quartieren eingedämmt und die verwirrende Signalisation, welche für Umsatzeinbussen beim Gewerbe am Boulevard geführt hat, aufgehoben», heisst es. Ebenfalls seien die Hauptverkehrsachsen teilweise wieder entlastet worden. Die Verkehrssituation mit den aktuellen Bauprojekten und geplanten Strassensanierungen rund um den Boulevard gelte es im Auge zu behalten, findet die FDP weiter.

Barbara Jäggi, Co-Präsidentin der FDP Kreuzlingen. (Bild: PD)

Barbara Jäggi, Co-Präsidentin der FDP Kreuzlingen. (Bild: PD)

Es ist nicht möglich, es allen recht zu machen

«Es sollte möglich sein, eine Lösung zu finden, die den verschiedenen Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird.» Der Boulevard sollte vor allem ein Begegnungsort für die Bevölkerung sein und den Menschen die Möglichkeit zum Einkaufen und Verweilen bieten. «Es ist kaum möglich, es allen recht zu machen», ergänzt Barbara Jäggi-Gretler. So wie es heute sei, sei es doch eigentlich gut.

«Die Bevölkerung war vor der Testphase glücklicher. Es bringt nichts, immer nur quer zu schlagen, anstatt Lösungen zu suchen», meint Jäggi-Gretler. Sie spricht damit den Rekurs der Initianten für einen autofreien Boulevard an, der sich gegen die Aufhebung der Testphase richtet. Sie rechnet mit einer erneuten Einsprache der Initianten, nachdem der Stadtrat seinen Entscheid – diesmal mit Thomas Beringer im Ausstand – ein zweites Mal gefällt hat (unsere Zeitung berichtete).

Die Verkehrsplanung gehört in die Legislaturziele

Grösseres Kopfzerbrechen bereite der FDP die Umfahrungsstrassen OLS/BTS, heisst es in der Mitteilung weiter. Hier sei für die Stadt vor allem die Spange Bätershausen relevant. «Der Vorstand der FDP Ortspartei stellt sich hier dezidiert eine Lösung mit tiefer gelegter Strassenführung und Überdeckung vor. Dies um die Lebensqualität zu erhalten, die Umweltthemen zu stützen und die wirtschaftliche Attraktivität des Raumes Kreuzlingen zu stärken.» Aber auch um die Attraktivität, sowohl sozial wie auch wirtschaftlich, im Raum Kreuzlingen zu stärken.

Die Finanzierbarkeit einer solchen Lösung solle mit den umliegenden Gemeinden und dem Kanton angesprochen werden. «Es wird Zeit, dass nicht nur geplant wird, sondern auch die Realisierung in einem absehbaren Zeitraum stattfindet.» Daher fordert der FDP-Vorstand den Stadtrat auf, hier die Vorgehensstrategie offen zu legen und dies in der kommenden Amtslegislaturperiode zu forcieren. «Es ist Feuer im Dach. Wir können nicht 30 Jahre warten, wie die Konstanzer auf ihren Autobahnanschluss», sagt die Co-Präsidentin.

Ein Abbruch erlebt seinen Abbruch im Kreuzlinger Boulevard

Gegen den Versuchsstopp haben die Initianten für einen autofreien Boulevard mit Anwohnern des Bodanquartiers Ost Rekurs eingereicht. Das Departement für Bau und Umwelt hat ihnen Recht gegeben. Nun liegt der Ball bei der Stadtregierung.
Viviane Vogel