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In Kradolf-Schönenberg sorgt sich ein Quartett um die Zukunft der Gemeinde

Seit 2015 gibt es in der Gemeinde Kradolf-Schönenberg eine Nachhaltigkeitskommission. Sie kann erste Erfolge vorweisen, muss nach Einschätzung von Präsident Paul Stahlberg aber noch viel Überzeugungsarbeit leisten.
Georg Stelzner
Natürlicher Schwimmteich statt betonierter Pool: Paul Stahlberg, Gemeinderat und Präsident der Nachhaltigkeitskommission, im Garten seines Hauses in Schönenberg. (Bild: Georg Stelzner)

Natürlicher Schwimmteich statt betonierter Pool: Paul Stahlberg, Gemeinderat und Präsident der Nachhaltigkeitskommission, im Garten seines Hauses in Schönenberg. (Bild: Georg Stelzner)

«Es gibt immer mehr Signale, dass in der Welt etwas aus dem Ruder läuft», stellt Paul Stahlberg fest. Der Gemeinderat präsidiert die vor drei Jahren ins Leben gerufene Nachhaltigkeitskommission (NHK) und warnt davor, der fatalen Entwicklung tatenlos zuzusehen. Kradolf-Schönenberg nimmt eine Vorreiterrolle ein, indem es versucht, das Problem mit einer Kommission in den Griff zu bekommen.

Vier Mitglieder aus drei Dörfern

Dem Präsidenten zur Seite stehen die Mitglieder Raphaela Rebsamen aus Schönenberg, Armin Jäger aus Kradolf und Urs Zuberbühler aus Neukirch an der Thur. «Die NHK soll die Motivation zum nachhaltigen Handeln aus der Gemeinde heraus fördern», erklärt Stahlberg. Wichtige Faktoren dabei seien die Freude und der Spass, welche durch einen gezielten Erfahrungsaustausch geweckt werden sollen.

Der Kommissionspräsident ist überzeugt, dass auf diesem Weg auch die Identität und das Wir-Gefühl in der Gemeinde gestärkt werden können. Über allem aber, so Stahlberg, stehe der langfristige Erhalt der Lebens- und Wirtschaftsqualität durch eigenes Handeln. Die NHK suche nach Möglichkeiten, dem Thema in der Gemeinde zu einer positiven Wahrnehmung zu verhelfen.

Mehrweggeschirr und Kunststoff-Sammelstelle

Einen Punkt betont Stahlberg besonders: «Die Nachhaltigkeitskommission tritt nicht fordernd auf, sondern mischt sich beratend ein.» Zuletzt sei das im Zuge der Diskussion über die Schulhaussanierung in Neukirch der Fall gewesen, wo man nun ebenfalls auf erneuerbare Energie setze. Mitreden werde man auch bei der Sanierung des Rütibachs.

Als konkrete Erfolge nennt Stahlberg die Verwendung von Mehrweggeschirr bei den Feiern zum 20-Jahr-Jubiläum der politischen Gemeinde 2016 und die Errichtung einer Kunststoff-Sammelstelle in diesem Jahr. Um die Zielsetzungen einem grossen Publikum vorstellen zu können, sei die Teilnahme an der Gewerbeausstellung Gewea 2017 sehr wichtig gewesen, erläutert Stahlberg.

Keine schnellen Erfolge zu erwarten

Der Kommissionspräsident bleibt aber realistisch: «Konkret messbar sind Erfolge natürlich nicht, und es bleibt auch noch viel zu tun, um alle Leute von der Notwendigkeit nachhaltigen Handelns zu überzeugen.» Bewusstseinsbildung brauche immer Zeit und Geduld – egal, um welche Thematik es sich handle.

Stahlberg erinnert daran, dass er auch im Gemeinderat zunächst Gegenwind verspürt habe, als es darum ging, die Nachhaltigkeit in die politische Agenda aufzunehmen. Das war einmal. Inzwischen gibt es laut Stahlberg sogar Überlegungen, sein Ressort Gesellschaft, Integration und Bildung um den Begriff "Nachhaltigkeit" zu erweitern.

Eine Funktion mit Vorbildwirkung

Im Wissen, dass ihm die Bevölkerung genau auf die Finger schaut, versucht Stahlberg, mit gutem Beispiel voranzugehen. So wohnt der 59-Jährige mit seiner Familie in einem Haus, das über eine Photovoltaikanlage verfügt. Sie dient zur Stromproduktion und zur Wassererwärmung. Zudem steht in der Garage ein Elektroauto. «Die Menschen sollen auch die Freiheit erkennen, die letztlich in jedem nachhaltigen Handeln steckt», wünscht sich Stahlberg.

Was bedeutet eigentlich "nachhaltig"?

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcennutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht. Nachhaltiges Handeln umfasst alle menschlichen Tätigkeiten. Dazu gehören auch die Güter- und Nahrungsmittelproduktion sowie die Errichtung von Gebäuden. Nachhaltiges Handeln betrifft somit private, öffentliche und unternehmerische Aktivitäten. Es stabilisiert und erhält die Lebens- und Wirtschaftsqualität – sowohl regional als auch global. (st)

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