In Kesswil tritt ein Weltenbummler gegen eine aus dem Dorf an

Eine Kampfwahl steht bevor: Katja Nobs und Daniel Fuchs wollen in Kesswil das Gemeindepräsidium übernehmen. Die Kandidaten gaben interessierten Wählern am Dienstag Einblicke in ihre völlig unterschiedlichen Leben.

Trudi Krieg
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Daniel Fuchs und Katja Nobs kandidieren für das Amt des Gemeindepräsidenten. (Bild Trudi Krieg)

Daniel Fuchs und Katja Nobs kandidieren für das Amt des Gemeindepräsidenten. (Bild Trudi Krieg)

Ein Viertel der Wahlberechtigten war da. Guido Dostert, Leiter der Wahlkommission, begrüsste am Dienstagabend nämlich etwa 140 Personen in der Mehrzweckhalle Kesswil. Am 25. November werde darüber bestimmt, wer künftig die Leitplanken für die Entwicklung von Kesswil setzen werde. Die beiden Kandidaten stellten sich selber vor. Der Moderator Beat Pretali forderte sie im Dialog heraus.

Nobs engagiert sich für das Gemeindeleben

Die im Nachbardorf aufgewachsene Katja Nobs kenne so ziemlich jeder im Dorf, zum Beispiel aus Tätigkeiten im Muki-Turnen, im Gemeindeverein, im Gemeinderat und in der Spitex, mit denen sie zum Leben in Kesswil beigetragen habe. «Als berufstätige und politisch aktive Mutter ist es die 45-Jährige gewohnt den Überblick zu behalten, Entscheidungen zu treffen und verschiedene Interessen unter einen Hut zu bringen», sagte Pretali. Über Daniel Fuchs habe die Kommission mehr recherchieren müssen, da er im Dorf noch weitgehend unbekannt sei. «Aber die Kommission portiert auch ihn als geeigneten Kandidaten.» Der 57-Jährige ist in Zürich aufgewachsen und machte die Lehre im Treuhandbüro seines Vaters. Schon bald habe er gemerkt, dass ein Bürojob nicht seine Berufung sei, sagte Fuchs. Irland, England Amerika und die Karibik waren Stationen seines bewegten Lebens, in dem er als Restaurationsleiter und Hoteldirektor tätig war. Zwölf Jahre lang habe er eine Ramada-Hotelgruppe geleitet. Später holte ihn die Berner Kantonalbank als Firmensanierer. Zuletzt lebte er mit seiner Familie in Thailand, wo er wieder im Hotelbusiness und als Lehrer tätig war. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in der Schweiz in Altnau. «Hier will ich bleiben», sagte er. Seine Auslandtätigkeiten wolle er im Fall einer Wahl aufgeben aber noch ein Lehrpensum behalten.

Fuchs bezeichnet sich als verhandlungsstark

Ob er mit der kleinen Gemeinde Kesswil sich nicht unterfordert fühle, wollte jemand wissen. Da gebe es genug Herausforderungen, antwortete Fuchs. Sein Geschick sei es, Menschen zu führen und zu verhandeln, auch bei unterschiedlichen Auffassungen. Fuchs zeigte sich überzeugt, dass er die nötigen Fähigkeiten und Erfahrungen im Finanz- und Personalwesen mitbringe um Kesswil zu präsidieren. Katja Nobs räumte ein, dass sie noch vieles lernen müsse und wolle. Als Gemeindeleiterin müsse sie in alles Einsicht und den Überblick haben, auch wenn sie einzelne Aufgaben delegiere. Darum besuche sie jetzt schon einen Kurs über Finanzgeschäfte für Führungspersonen in Gemeinden. Sie seien ein gutes Team im Gemeinderat, es würde nicht alles auf ihr lasten. Nobs ist gelernte Zahnarztgehilfin und hat einen Rotkreuz Pflegekurs besucht. Bei Tätigkeiten im Altersheim und in der Spitex übernahm sie später Führungsaufgaben. Die Tätigkeit bei der Spitex will sie im Fall einer Wahl aufgeben.
Trudi Krieg romanshorn@thurgauerzeitung.ch