In Hauptwil-Gottshaus bedarf der Schutzplan für Kulturobjekte einer Überarbeitung.

Der Gemeinderat unterzieht 100 Gebäude einer Überprüfung und nimmt eine neue Klassifizierung vor.

Georg Stelzner
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Geschützte Kulturobjekte: Arbeiterhäuser an der Dorfstrasse in Hauptwil

Geschützte Kulturobjekte: Arbeiterhäuser an der Dorfstrasse in Hauptwil

Bild: Georg Stelzner

Schutzpläne sind in der Regel heisse Eisen, prallen doch mitunter unterschiedliche Interessen aufeinander. Es kann daher lange dauern, bis ein Schutzplan Rechtskraft erlangt, besonders dann, wenn die beteiligten Parteien alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen.

Der Gemeinderat Hauptwil-Gottshaus Hauptwil-Gottshaus hat diesen Prozess eben erst lanciert. Das Budget 2019 beinhaltet für die Überprüfung des derzeitigen Schutzplans einen Betrag von rund 20'000 Franken.

Gemeinde und Kanton müssen einig sein

Interessant ist der Grund für die jetzt eingeleitete Revision. «Momentan haben wir einen Schutzplan, welcher die Objekte in die Kategorien A und B einteilt, während der Kanton nur eine Kategorie führt», erklärt Gemeindepräsident Matthias Gehring. A stehe für «sehr wertvoll» und B für «erhaltenswert».

Diese Doppelspurigkeit sei insofern problematisch, als sie eine Rechtsunsicherheit zur Folge habe. Alle in der Gemeinde als B-Objekt klassifizierten Gebäude mussten laut Gehring daher neu bewertet werden, und zwar in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und dem beratenden Ingenieurbüro.

«Ziel ist es, dass Kanton und Gemeinde über einen deckungsgleichen Schutzplan verfügen», sagt Gehring. Nach der Überarbeitung solle es im Schutzplan nur noch die Kategorie «Unter Schutz gestellt» geben.

Nicht alle Objekte bleiben geschützt

Im Zuge der Schutzplanüberarbeitung wurden auf dem Gemeindegebiet von Hauptwil-Gottshaus insgesamt 100 Objekte unter die Lupe genommen. Während die Zuteilung mehrheitlich mit Hilfe bereits vorhandener Unterlagen vorgenommen werden konnte, war in 30 Fällen eine Begehung mit Vertretern der kantonalen Denkmalpflege erforderlich.

Der Gemeindepräsident räumt ein, dass es nach der Überprüfung des Schutzplans Objekte geben wird, die nicht mehr als schützens- respektive erhaltenswert eingestuft werden. «Die genaue Anzahl kann jedoch erst bei Inkrafttreten des Schutzplans beziffert werden», sagt Gehring.

Aus heutiger Sicht sei davon auszugehen, dass etwa 25 Objekte aus dem Schutzplan gestrichen werden. Zu einer Neuaufnahme von Gebäuden werde es nicht kommen.

Departement muss den Schutzplan genehmigen

Der Meinung, dass Besitzer von geschützten Objekten in ihrer Entscheidungsfreiheit nur beeinträchtigt würden und somit benachteiligt seien, widerspricht der Gemeindepräsident.

Gemeindepräsident Matthias Gehring: «Besitzer von geschützten Kulturobjekten haben Pflichten. Sie kommen aber auch in den Genuss von Vorteilen, die andere nicht haben.»

Gehring verweist auf die Beiträge seitens der öffentlichen Hand für Renovationen und auf die vielfältigeren Möglichkeiten, wenn sich die Objekte ausserhalb der Bauzone befinden.

Das weitere Vorgehen

In einem nächsten Schritt wird der Gemeinderat die betroffenen Grundeigentümer und alle interessierten Personen an einer Veranstaltung informieren. Die öffentliche Auflage des überarbeiteten Schutzplans soll dann im April erfolgen, die Bereinigung allfälliger Einsprachen im Mai.

Kommt es in diesem Verfahren zu keinen nennenswerten Verzögerungen, könnte die Genehmigung des Schutzplans durch das Departement für Bau und Umwelt bis Dezember dieses Jahrs vorliegen.

Am Mittwoch, 4. März, 19.30 Uhr, findet im Kleinsaal der Primarschule Hauptwil eine Informationsveranstaltung über den Schutzplan statt.