In Güttingen kümmert sich das «Notfallteam Corona» um das Wohl der Menschen

Hilfsdienste und Angebote sollen in der Bodensee-Gemeinde unter einen Hut gebracht werden. Sei es für Senioren oder für Eltern, sei es für Beistand oder Hilfsdienste.

Hana Mauder Wick
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Pflegefachfrau Angelina Horber, Pfarrerin Edina Olah, Gemeinderätin Sandra Stadler und Koordinationsleiterin Esther Jucker.

Pflegefachfrau Angelina Horber, Pfarrerin Edina Olah, Gemeinderätin Sandra Stadler und Koordinationsleiterin Esther Jucker.

(Bild: Hana Mauder Wick)

Güttingen rüstet sich für schwierige Zeiten. «Wir gleisen ein System auf, das uns durch die kommenden Wochen trägt», erklärt Sandra Stadler. Die Vizegemeindepräsidentin hat zu diesem Zweck starke Partnerinnen zur Seite: Esther Jucker, Koordinationsleiterin der Nachbarschaftshilfe See; Angelina Horber, RehaEx Güttingen, und die evangelische Pfarrerin Edina Olah.

Sie alle bündeln ihre Kräfte in der Gruppe «Notfallteam Corona». Diese greift auf drei Ebenen: Physisch, Psychisch, Sozial. Die Aufgabe der Gruppe umschreibt Sandra Stadler folgendermassen:

«Ziel ist es, kleinräumig Hilfe zu vermitteln»

Das Team hat das Wohl der Senioren im Blick. Mehr als 250 Personen in der Seegemeinde sind über 70 Jahre alt. Nicht wenige von ihnen sind alleinstehend. «Wir möchten dazu beitragen, dass sie sich der Verantwortung bewusst werden und so sich und andere nicht in Gefahr bringen», erklärt Sandra Stadler.

Hier greift die «Nachbarschaftshilfe See». «Wir übernehmen unter anderem Einkaufsdienste für die Leute oder holen ihre Medikamente ab», erklärt Esther Jucker. Personal wird vor Ort aufgestockt.

«Wir wissen nicht, was alles auf uns zukommt. Da ist Organisation sehr wichtig.»

«Wir sind über unsere Notfallnummer der RehaEx rund um die Uhr zu erreichen», betont die Pflegefachfrau Angelina Horber. «In zehn Minuten stehen wir an Ort und Stelle. Bei Tag und bei Nacht.»

Manchmal reichen bereits beruhigende Worte

Das Team besteht aus drei ausgebildeten Pflegefachfrauen. Je nach Situation braucht es vielleicht nur kleine Hilfeleistungen, die richtigen Medikamente und einige beruhigende Worte. «Wir schätzen die Lage direkt vor Ort ein. Dafür stehen wir mit dem örtlichen Arzt in Kontakt.» Die Mitarbeitenden sind entsprechend ausgebildet und ausgerüstet.

Wenn der Schuh drückt, braucht es ein offenes Ohr: «Es geht in Krisenzeiten nicht nur um den Körper. Sondern auch um die Psyche», meint Edina Olah. Die evangelische Pfarrerin steht mit den Menschen im Dorf in Kontakt und schenkt ihnen Gehör. Auf Wunsch am Telefon. Oder in anderen Fällen direkt vor der Tür: «Einmal wöchentlich arbeite ich im Team des Mahlzeitendienstes mit», sagt sie. Dieser Dienst wurde bisher durch ältere Personen ausgeführt. «Das ist in der aktuellen Lage nicht zugelassen», sagt Olah.

«Wir dürfen die Eltern in einer Betreuungsnotsituation nicht vergessen», stellt Sandra Stadler fest. «Wir haben deshalb die Kinderbetreuung in Kleinstgruppen organisiert, um die Betreuung sicherzustellen.» Das Notfallteam Corona steht bereit.

Hinweis

Notfall-Hotlines in Güttingen

Für medizinische Notfalle gilt die 24-Stunden-Hotline der RehaEx, 071 695 41 00. Die «Nachbarschaftshilfe See» vermittelt Dienste unter der Telefonnummer 077 524 76 89