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In Güttingen gibt es Geschichte zum Anfassen

Seit Februar taucht eine Crew im Auftrag des Amtes für Archäologie bei den Pfahlbauten und um den Mäuseturm. Gestern zeigte sie die geborgenen Schätze.
Hana Mauder Wick
Die Archäologen zeigen den Besuchern, was sie im See vor Güttingen gefunden haben. (Bild: Andrea Stalder)

Die Archäologen zeigen den Besuchern, was sie im See vor Güttingen gefunden haben. (Bild: Andrea Stalder)

«Dieses Beil lag 2000 Jahre im Wasser», sagt Archäologin Iris Hutter und legt das Fundstück einem Besucher in die Hände. Die interessierte Schar beugt ihre Köpfe über die Zeugen der Zeit. Da liegt ein mit Rost überzogener Schwertknauf aus dem Mittelalter in einem Holzkistchen. Dort glitzert ein Stück blau gefärbtes Glas einer Rippenschale aus der Römerzeit. Und ein filigranes silbernes Glöckchen beflügelt die Fantasie. «Vielleicht wurde es für Zeremonien geläutet?», spielt die Archäologin mit einem Gedanken-Ansatz.

Fantastische Sicht auf das Grabungsfeld

Seit zweieinhalb Monaten entlockt eine fünfköpfige Tauchmannschaft des Amtes für Archäologie Thurgau 240 Meter von der Uferlinie entfernt in drei Metern Tiefe dem See seine Geheimnisse. Sie taucht rund um den sagenumwitterten «Mäuseturm» und untersucht auch Reste einer Pfahlbauersiedlung aus der Bronzezeit.

Es ist die dritte Kampagne in vor Ort. Im letzten Jahr wurden erstmals Hinweise auf römische Holzkonstruktionen im See dokumentiert. Der «Mäuseturm» aus dem Mittelalter hätte demnach römische Vorgänger. «Wir haben heute eine fantastische Sicht», freut sich Grabungs-Taucher Matthias Schnyder. Mit einem Koordinaten-System wird noch bis Ende April eine Fläche von der Grösse eines Fussballfeldes untersucht. Die Erosion schreitet rasch voran. «Wir möchten soviel wie nur möglich bergen.» Die Besucher stehen für die Bootstour hinaus zu den Pfahlbauten Schlange.

«Als kleines Mädchen wollte ich unbedingt Archäologin werden»,

erzählt Margrit Schaltegger aus Thundorf. «Diesen Traum habe ich zwar beerdigt, aber das Interesse begleitet mich mein Leben lang.» Die neugierigen Gäste flanieren auf dem Hafengelände von Posten zu Posten und erfahren so viel über die Unterwasser-Arbeit der Archäologen, über Analysetechnik und den Einsatz der Taucher. «Diese Funde sind Tausende von Jahren alt», staunt der neunjährige Noel Schnoor. «Das finde ich spannend.»

Auf dem Hafenareal gab es auch Einblicke in die Arbeit der Taucher. (Bild: Andrea Stalder)

Auf dem Hafenareal gab es auch Einblicke in die Arbeit der Taucher. (Bild: Andrea Stalder)

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