In Ermatingen und Salenstein helfen sich die Einwohner gegenseitig

Der Gemeinnützige Verein organisiert eine Einkaufshilfe. Auch in anderen Gemeinden wird die Solidarität hoch gehalten.

Margrith Pfister-Kübler/
Martina Eggenberger Lenz
Drucken
Teilen
Georg Müller vom Gemeinnützigen Verein und Monika Wettstein vom Fahrdienst haben den Ernst der Lage erkannt.

Georg Müller vom Gemeinnützigen Verein und Monika Wettstein vom Fahrdienst haben den Ernst der Lage erkannt.

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)

«Hier gilt es, die Menschen in unseren Dörfern zu schützen», sagten Georg Müller, Präsident des Gemeinnützigen Vereins Ermatingen & Salenstein, und Monika Wettstein, Einsatzleitung Fahrdienst. Am Sonntag haben die beiden über ihre Idee informiert. Sie betonen: «Schnelles und beherztes Handeln ist angesagt, um die Infektionslawine aufzuhalten».

Die ausserordentliche Lage durch den Corona-Virus rufe speziell auch in den Dörfern, die weit verstreut siedeln, nach praktischen Konsequenzen. Für Personen, die ihr Zuhause nicht verlassen dürfen oder können, bietet deshalb der Gemeinnützige Verein den Bewohnern der Gemeinden Ermatingen, Triboltingen, Mannenbach, Fruthwilen und Salenstein eine Einkaufshilfe an. Diese kann telefonisch bestellt werden und kostet pro Einkauf fünf Franken. Das Telefon (032 510 67 62) ist von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr besetzt.

Die Fahrer sind schon startklar

Es funktioniert ganz einfach: Einkaufszettel schreiben für Geschäfte in der Umgebung (wenn möglich für einen Wocheneinkauf), Liste im Briefkasten deponieren, Einkaufstasche mit Zirka-Betrag für den Einkauf dazulegen, die Einkäufe und das Rückgeld werden vor die Haustüre gestellt und die fünf Franken vom Fahrer direkt abgezogen.

«Unserer Fahrerinnen und Fahrer sind startklar», sagt Monika Wettstein, die zusammen mit der weiteren Einsatzleiterin Daniela Hopf vom Rotkreuzfahrdienst für die rollende Planung verantwortlich ist. Georg Müller sagt:

«Für uns ist klar, dass wir in unseren lokalen Geschäften von Tägerwilen bis Steckborn einkaufen.»

Auch andere Gemeinden bieten Hilfe an. Am Wochenende hat die Nachbarschaftshilfe am See einen Aufruf gestartet, dass sie gegenseitige Kinderbetreuung oder Einkaufsdienste vermittelt. Sie deckt das Gebiet der Gemeinden Altnau, Güttingen, Bottighofen, Langrickenbach, Münsterlingen und Lengwil ab. Man wolle in dieser Ausnahmesituation wegen des Corona-Virus auch Nicht-Mitgliedern unkompliziert Hilfe anbieten, heisst es auf der Homepage der NBHS. Die Organisation ist erreichbar unter der Telefonnummer 077524 76 89.

Kreuzlinger organisieren sich über Facebook

Eine ähnliche Initiative hat die städtische Integrationsbeauftragte Zeljika Blank angestossen und auf Facebook die Gruppe «Coronavirus: Unterstützung in Kreuzlingen» lanciert. Sie hat einen Informationsbrief verfasst, der über die Mahlzeitendienste an mögliche Nutzer verteilt werden soll und auf Social Media einen Aufruf gestartet, dass sich Hilfsbereite bei ihr melden sollen. Wie sich zeigt, haben bereits einige Menschen ihre Hilfe angeboten.

Das Hilfsangebot richtet sich an alle, die zur Risikogruppe gehören oder durch die Corona-Pandemie ausgelastet ist. Wenn es Sachen zu erledigen gebe (Einkauf, Medikamente besorgen, andere Tätigkeiten in der Öffentlichkeit), würden sich die Helfer über einen Einsatz freuen. Unter den Telefonnummern 071 677 65 50 oder 079 346 66 92 kann sich melden, wer vom Angebot Gebrauch machen möchte. Zeljka Blank macht Mut: «Gemeinsam schaffen wir das!»

Gemeindepräsidentin vermittelt Kontakte

Auch die Gemeindepräsidentin von Kemmental, Christina Pagnoncini, hat bereits reagiert und die «Hilfsgruppe Kemmental» ins Leben gerufen. Sie weist darauf hin, dass gefährdete Personen das Haus möglichst nicht verlassen sollten. «Wir wollen Einwohnern, die Hilfe brauchen, und die, die helfen können, zusammen bringen. Melden kann man sich direkt bei der Gemeindepräsidentin per E-Mail (christina.pagnoncini@kemmental.ch). Wichtig sei, dass man schreibe, welche Hilfe man benötige oder was man anbieten könne und dazu die Telefonnummer hinterlasse. «Zusammen schaffen wir es, diese Herausforderung zu meistern», redet Pagnoncini ihren Leuten gut zu. 

Mehr zum Thema