In Ermatingen sind alle Heizungsarten erfasst worden

Nach der zweiten Informationsveranstaltung zur Ortsplanung und den Energierichtplan ist die Bevölkerung am Zug. Bis ins Jahr 2050 soll zum Beispiel der Verbrauch von 5000 Watt pro Person auf 2000 Watt gesenkt werden.

Isabelle Merk
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Orientierten über die Ortsplanung und den Energierichtplan: Christoph Brugger vom bha-Team, Gemeinderat Hans Schwarz und Gemeindepräsident Martin Stuber. (Bild: Isabelle Merk)

Orientierten über die Ortsplanung und den Energierichtplan: Christoph Brugger vom bha-Team, Gemeinderat Hans Schwarz und Gemeindepräsident Martin Stuber. (Bild: Isabelle Merk)

«Es ist gut, dass wir nicht wie andere Gemeinden vorgeprescht sind, um die ersten bei der Umsetzung zu sein. So konnten wir von den Erfahrungswerten profitieren», sagte Gemeindepräsident Martin Stuber an der Information über die Ortsplanung am Mittwochabend.

Seit 2014 beschäftigt sich die Gemeinde mit der Revision der Ortsplanung. Der Zonenplan und das Baureglement werden ab dem 1. Februar während 20 Tagen aufgelegt und die Bevölkerung ist aufgefordert diese zu studieren, um allfällige Einsprachen anzubringen. Ebenfalls wird der Richtplan aufgelegt. Hier können keine Einsprachen, sondern lediglich Einwendungen platziert werden.

Sobald die Einsprachen behandelt sind, wird die Gemeindeversammlung über die Genehmigung von Zonenplan und Baureglement befinden. Anschliessend müssen die revidierten Planungsinstrumente dem kantonalen Departement für Bau und Umwelt zur Genehmigung vorgelegt werden. Sobald diese vorliegt, kann der Gemeinderat Zonenplan und Baureglement in Kraft setzen. Dies wird voraussichtlich auf den 1. Januar 2020 der Fall sein.

Baumassenziffer ersetzt Ausnützungsziffer

Wesentliche Änderungen zur ersten Orientierungsversammlung (unsere Zeitung berichtete) wurden nicht angebracht. «Es waren viele kleinere Anpassungen, die getätigt wurden, aufgrund von Erkenntnissen aus den Vorprüfberichten und den Vernehmlassungen», informiert Stuber.

Bei der Revision ging es auch darum, die Begrifflichkeiten zu harmonisieren. Bei der Berechnung der Nutzung wird die bisherige Ausnützungsziffer durch eine Baumassenziffer ersetzt. Diese regelt das zulässige Bauvolumen über dem massgebenden Terrain. Ermatingen entschied sich für diese Angabe, während andere Gemeinden neu mit einer Geschossflächenziffer arbeiten.

Watt-Verbrauch soll deutlich gesenkt werden

Hans Schwarz, Gemeinderat Technische Werke/Bauamt, informiert über den Energierichtplan. Wegen der eidgenössischen Abstimmung sei die Umsetzung dieses Planungsinstrumentes über den Kanton bei den Gemeinden angekommen. Nicht alle seien zur Umsetzung verpflichtet worden. «Ziel ist es, bis 2050 den bisherigen 5000-Watt-Verbrauch pro Kopf auf 2000 Watt zu dezimieren», erklärt er.

Vorerst musste der Ist-Zustand aufgenommen werden. Dafür wurden die Heizungsarten in sämtlichen Liegenschaften aufgenommen. An die Informationen zu gelangen, war schwierig und die Bevölkerung ist aufgerufen, sich die Pläne anzuschauen und Korrekturen anzubringen. In einer Arbeitsgruppe wurde ein detaillierter Massnahmenkatalog erarbeitet, der schrittweise ans Ziel führen soll.

Der Richtplan wird ebenfalls ab 1. Februar aufliegen. Da er behördenverbindlich ist, findet danach eine Verabschiedung durch den Gemeinderat statt, um dann zur Genehmigung ans DBU weitergeleitet zu werden. Ein erstes Controlling über die Umsetzung ist in fünf Jahren vorgesehen.