In einer der Arboner Saurer-Hallen soll ein Freizeitpark samt Kartbahn entstehen

Die Arbopark Promotion AG will in einer Saurer-Halle für 1,4 Millionen einen Freizeitpark bauen. Zurzeit liegt ein Baugesuch auf.

Alessa Sprinz
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Arbon wird vielleicht bald zum Publikumsmagneten unter Jugendlichen. In einem der Saurer-Gebäude an der Textilstrasse 2, neben dem Jumbo, soll ein Freizeitpark entstehen. Insgesamt beinhaltet das Gebäude drei Hallen. Die mittlere davon soll die Zweckänderung erfahren. Das Grundstück gehört der Firma HBW Immobilien AG aus Winterthur.

Stickmaschinen-Produktion in China

(mso) Saurer braucht die ehemalige Lagerhalle nicht mehr. Ende des letzten Jahres hat die Firma die Produktion der Stickmaschinen von Arbon ins Werk nach Suzhou in China ausgelagert, näher an die Märkte in Asien, wo die Textilindustrie ihr Zentrum hat. Aufgrund des Strukturwandels und der Überkapazitäten am Markt könne der Geschäftsbereich seit geraumer Zeit nicht mehr rentabel geführt werden, begründete Saurer Anfang 2019 die Verlegung der Arbeitsplätze nach Fernost. Betroffen waren rund 35 Stellen. In Arbon verblieben die Geschäftsführung sowie Forschung und Entwicklung im Bereich Embroidery. Die Belegschaft zählt aktuell 103 Mitarbeiter. Der Standort im Oberthurgau sei als strategischer Denkplatz weiterhin von Bedeutung für Saurer, betonte die Firma bei der Restrukturierung.

Mit der Planung beauftragt ist das Architekturbüro Ammann und Koller AG aus Gossau. Die Firma Arbopark Promotion AG hat ein Baugesuch bei der Stadt Arbon eingereicht. Wie daraus hervor geht, werden äusserlich kaum Veränderungen vorgenommen. Auf den Plänen sieht man, dass der Eingang verändert wird. Die neue Touristenattraktion soll «ArboPark» heissen.

Diese Lagerhalle von Saurer soll zum Freizeitpark umgebaut werden.

Diese Lagerhalle von Saurer soll zum Freizeitpark umgebaut werden.

Bild: Andrea Stalder

Elektrische Kartbahn als Hauptattraktion

Das Innere der Halle wird stark verändert. Den Umbau lässt sich die Arbopark Promotion AG 1,4 Millionen Franken kosten. Die Attraktionen im Gebäude werden von international führenden Herstellern von Freizeitanlagen gebaut. Die Hauptattraktion ist eine Kartbahn über mehrere Etagen. Insgesamt wird sie eine Fläche von 506m2 beanspruchen. Um die Lärmemissionen möglichst niedrig zu halten wird diese Kartbahn elektrisch betrieben.

Weitere Attraktionen im Erdgeschoss sind vier Bowlingbahnen sowie mehrere Räume, in denen man das Spiel Cube Challenge absolvieren kann. Es wird in Gruppen von zwei bis vier Spielern gespielt, dabei kombiniert es Verstand und Geschicklichkeit in einem Wettlauf gegen die Zeit. Ebenfalls im Erdgeschoss werden Flächen realisiert, die für Events zu mieten sind. Für den kleinen Hunger wird es eine Verpflegungsmöglichkeit geben. Ein Restaurant wird nicht Teil der Anlage.

Mehrere Lounge-Terrassen sind geplant

Im Zwischengeschoss sind eine Lounge-Terrasse und mehrere Virtual-Reality-Räume geplant. Der Spieler setzt sich dabei eine Brille auf, die ihn in einen virtuellen Raum befördert. Im Obergeschoss wird ein Hochseilgarten, eine Art Kletterpark, sowie eine Smartgolfanlage, bei der man virtuell Golfen kann, realisiert. Ebenfalls ins Obergeschoss kommt eine weitere Lounge-Terrasse. Zusätzlich entsteht dort ein Teambuilding-Raum, der gemeinsam mit der Firma Saurer genutzt werden wird.

Rund um das Gebäude sind Parkplätze.

Rund um das Gebäude sind Parkplätze.

Andrea Stalder

Die Arbopark Promotion AG möchte vor allem Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren aus der näheren Umgebung ansprechen. Im Baugesuch ist von einem Einzugsgebiet von 35km die Rede. Pro Tag wird von durchschnittlich 110 Besuchern ausgegangen. Zu Spitzenzeiten könnten es bis zu 400 sein. Für die Besucher gibt es rund um die Halle 220 Parkplätze. Wann der Park eröffnet werden soll, ist noch unklar. Der Zuständige der Arbopark Promotion AG war gestern nicht zu erreichen.

Das Baugesuch liegt bei der Stadt Arbon bis am 2. September 2020 auf.

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