In der Weinfelder Badi geht ein turbulentes Jahr zu Ende

Die Besucherzahlen gingen in dieser Saison gegenüber dem Rekordsommer leicht zurück. Unstimmigkeiten im Team sorgten für Ärger. Der Stadtrat zieht nun seine Konsequenzen aus den Querelen.

Mario Testa
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Ein Bub springt im Sommer vom Sprungturm ins grosse Becken der Badi Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Ein Bub springt im Sommer vom Sprungturm ins grosse Becken der Badi Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

48'000 Eintritte hat das Weinfelder Badi-Team in dieser Sommersaison verkauft, die am Bettag zu Ende ging. Rund 7'000 weniger als vergangenes Jahr. Trotzdem ist Valentin Hasler sehr zufrieden mit den Zahlen. «Der Sommer 2018 war aussergewöhnlich gut, aber auch die diesjährigen Zahlen sind sehr gut», sagt der für die Bäder zuständige Stadtrat. Technisch sei die Saison störungsfrei verlaufen, und auch von schwerwiegenden Unfällen blieben die Besucher verschont.

Misstöne gab es dennoch. Nach nicht einmal einem Jahr im neuen Job hat Chefbadmeister Roberto Cantelli im Juni gekündigt und Mobbing-Vorwürfe gegen die Mitarbeiter erhoben.

Wie sich im Nachhinein herausstellte, waren auch die Mitarbeiter mit Cantellis Arbeit nicht zufrieden und fertigten Listen mit Fehlern ihres Chefs an. Selbstkritisch sagt Valentin Hasler, der Cantelli stets den Rücken gestärkt hatte:

«Wir haben da sicher auch Fehleinschätzungen gemacht. Aber seitens der Verwaltung gab es an seiner Arbeit nichts auszusetzen»

Nur die Mitarbeiter im Bäder-Team hätten Kritik geäussert. «Die nehm ich mir zu Herzen», sagt Hasler.

Teamsitzungen und ein neues Betriebshandbuch

Man habe die Situation nach dem Abgang Cantellis analysiert, eine Supervision mit den Mitarbeitern durchgeführt und die Konsequenzen gezogen. «Wir werden mit den Erkenntnissen aus diesem Jahr das Betriebshandbuch neu aufsetzen. Zudem werden nun regelmässige Teamsitzungen einberufen, damit sich alle Mitarbeitenden der Bäder austauschen können, allfällige Unstimmigkeiten oder Probleme schnell auf den Tisch kommen und gelöst werden.»

Einen Maulkorb für die Mitarbeiter habe es nie gegeben. «Es sollte einfach der Dienstweg eingehalten werden. Gut möglich, dass dies die Mitarbeiter verunsichert hat. Zu mir ist nichts Stichhaltiges durchgedrungen.» Was nicht unterschätzt werden dürfe, seien die Herausforderung, die der Schichtbetrieb im Freibad und dem Hallenbad mit sich bringt sowie das Wetter. «Wenn es lange schön ist, bleibt kaum Zeit für administrative Arbeiten. Aber das werden wir mit einer guten Personalplanung und dem neuen Betriebshandbuch sicher verbessern können», sagt Hasler.

Neuer Chefbadmeister Anfangs 2020

Valentin Hasler, Stadtrat Weinfelden (Bild: Mario Testa)

Valentin Hasler, Stadtrat Weinfelden (Bild: Mario Testa)

Chefbadmeister ad interim ist seit dem Abgang Cantellis Tobias Blattmann. Auf Anfang kommendes Jahr soll der Posten des Chefs dann wieder definitiv besetzt werden, sagt Stadtschreiber Reto Marty. «Wir sind im Gespräch mit Tobias Blattmann, für uns wäre diese interne Lösung gut, da er sehr engagiert ist und die Begebenheiten kennt. Aber wir müssen auch die Organisation nochmals ansehen und lassen uns da Zeit. Nach den Herbstferien wird entschieden, wie wir weiter vorgehen.»

Gute Zahlen, ein störungsfreier Betrieb, aber auch die Unstimmigkeiten im Team und Personalprobleme prägten das diesjährige Freibadjahr. «Es war eine personell schwierige Zeit. Aber die Mitarbeiter haben mitgeholfen, diese zu meistern. Ihre Identifikation mit den Bädern ist hoch und das freut mich sehr», sagt Valentin Hasler.