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In der Amriswiler Egg sind die weissen Trauben eingebracht

Bedeutend früher als üblich hat auf der Egg die Weinlese begonnen. Weinbauer Peter Felder freut sich auf eine ausgezeichnete Qualität in ausreichender Menge.
Rita Kohn
Winzer Peter Felder aus der Egg in Amriswil prüft die Trauben der Sorte Souvignier-Gris, die demnächst gelesen wird. (Bild: Reto Martin)

Winzer Peter Felder aus der Egg in Amriswil prüft die Trauben der Sorte Souvignier-Gris, die demnächst gelesen wird. (Bild: Reto Martin)

«So früh waren wir noch nie dran», sagt Peter Felder und weist auf seinen Rebberg am Südhang der Egg in Amriswil. Einzig im Hitzesommer 2003 waren die Reben ähnlich früh reif. «Es waren aber dennoch ganz andere Voraussetzungen», blickt der Amriswiler Weinbauer zurück. «Damals war es zwar sehr heiss, aber nicht so trocken wie dieses Jahr.»

Die Trockenheit hat dem Weinberg kaum etwas ausgemacht. «Wir haben den Vorteil, dass wir hier sehr schwere, lehmhaltige Böden haben», erklärt Peter Felder. Deshalb hätten die Reben die letzten Wochen sehr gut überstanden. So gut, dass die Trauben nun hervorragende Werte liefern. Für den Rebbauern eine Freude nach dem Verlustjahr 2017. «Wir hatten nach dem späten Frost einen massiven Ausfall. Die Ernte betrug etwa zehn bis fünfzehn Prozent der üblichen Menge.» Wettmachen lässt sich der Ernteausfall nicht: «Wir können nicht einfach dieses Jahr die doppelte Menge Trauben an den Stöcken hängen lassen», sagt Felder mit einem Schmunzeln.

Jede Sorte wird einzeln gelesen

Weil bei der Familie Felder der gesamte Prozess bis zum Abfüllen des fertigen Weins in Flaschen hausintern passiert, werden die Sorten nach und nach separat gelesen. Fertig seien sie wohl noch im Laufe des Septembers, was einem absoluten Rekord entspreche.«Wir haben diese Woche mit dem Müller-Thurgau begonnen», sagt Peter Felder. Eine Sorte, die er schon 1997 pflanzte, als er zusammen mit seiner Frau Hanni Felder den Südhang hinter dem Restaurant mit rund 7000 Rebstöcken wieder zu einem Weinberg machte.

Viel Spielraum blieb ihm damals noch nicht: «Es gab eine Bestimmung, wonach im Thurgau vor allem Müller-Thurgau und Blauburgunder» angepflanzt werden dürfen. Auch der Zeitraum der Lese war damals noch festgelegt: Der Kanton gab bekannt, ab wann die Trauben vom Stock dürfen.» Diese Zeiten sind vorbei. Heute hat der Weinbauer freiere Hand. Zum ersten Mal in Ertrag komme der Souvignier-Gris, sagt er. Eine Sorte, die widerstandsfähig gegen Pilzbefall sei und einen guten Weisswein ergäbe.

Obstbau am Hang ist nicht ideal

Was hatte denn die Bauern- und Wirtefamilie von der Egg 1997 bewogen, einen Weinberg einzurichten? «Früher gab’s hier überall Reben», sagt Peter Felder. Dann kam eine Krankheit, der die Weinberge zum Opfer fielen. «Aber die Lage für Reben ist ideal.» Sie hätten sich mit dem Gedanken an eine Betriebserweiterung getragen. Da sei der Südhang Thema gewesen. «Zu jener Zeit gab es auf dem Hang Wiese und Ostbäume.»

Obstanbau in Hanglage sei jedoch nicht so ideal. «Deshalb haben wir uns für die Reben entschieden.» Bereut haben Felders den Entschluss nicht, auch wenn die Rebstöcke zeitweise viel zu tun geben.» Dafür kann in der Egg dann der seltene Wein aus Amriswil gekauft werden.

Die richtige Sorte finden

Als Felders 1997 den Rebberg einrichteten, durften im Thurgau mehrheitlich nur Müller-Thurgau und Blauburgunder angebaut werden. Lediglich kleinere Spezialsorten waren zugelassen. Diese Bestimmung ist inzwischen gefallen. Auf dem Rebberg in der Egg wachsen heute Müller-Thurgau, Souvignier gris, Pinot Noir, Cabernet Dorsa, Dornfelder und Zweigelt.
Vor drei Jahren hat Peter Felder im Ertrag sehr schwankenden Gewürztraminer durch den Souvignier gris ersetzt. Der Weinbauer sucht nach Sorten, die widerstandsfähiger sind. Rund drei Jahre dauert es nach dem Setzen der Rebstöcke, bis zum ersten Mal eine genügend grosse Traubenmenge geerntet werden kann, um Wein zu keltern.
Der diesjährige Wein von der Egg wird in den nächsten Wochen in Fässern im Keller reifen und anschliessend in Flaschen abgefüllt. Er wird aufgrund der frühen Lese ein paar Wochen früher als sonst in den Verkauf kommen. Bezogen werden kann er im Restaurant Weinberg, Egg. (rk)

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