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In Berg thront ein Städtischer Bau auf dem Dorfe

Das Patrizierhaus an der Andhauserstrasse 8 erstrahlt in altem Glanz. René Messmer hat sein Anwesen im vergangenen Jahr umfassend restauriert. Aus Sicht der Denkmalpflege ist es ein sehr gelungenes Projekt.
Mario Testa
René Messmer steht auf dem Balkon seines renovierten Patrizierhauses mit dem gusseisernen Geländer. (Bild: Mario Testa)

René Messmer steht auf dem Balkon seines renovierten Patrizierhauses mit dem gusseisernen Geländer. (Bild: Mario Testa)

Viel Arbeit steckt im historisch wertvollen Gebäude – und viel Geld. 1894 vom wohlhabenden Notar August Häberlin erbaut und vom damaligen Stararchitekten Albert Brenner gezeichnet, hat der jetzige Besitzer René Messmer im vergangenen Jahr eine umfassende Aussenrenovation seines Patrizierhauses durchgeführt.

Gern blickt der Sekundarlehrer auf die Anfänge seiner Liegenschaft zurück. «In Berg herrschte Ende des 19. Jahrhunderts ein städtisches Gehabe. Es kamen viele süddeutsche Touristen nach Berg, um den Blick auf den Alpstein zu geniessen. Deshalb haben mein Haus und einige andere Gebäude in Berg auch Dachterrassen und Aussichtsplattformen», sagt Messmer.

Kunstguss eines unbekannten Künstlers

Besonders wertvoll und selten ist das Barock-Eisengeländer des Balkons im Obergeschoss auf der Südseite des Hauses. «Es handelt sich um einen Kunstguss. Beeindruckend sind die feinen Details und die filigrane Verarbeitung», sagt Messmer.

Der Erschaffer des filigran geschaffenen Geländers ist unbekannt. (Bild: Mario Testa)

Der Erschaffer des filigran geschaffenen Geländers ist unbekannt. (Bild: Mario Testa)

Welcher Schlosser das Geländer geschaffen hat, weiss er nicht. Auch nicht Stephan Kraus, der als Leiter der Thurgauer Denkmalpfleger das Projekt begleitet hat. «Wir haben es trotz einer Inschrift bis jetzt nicht herausgefunden.» Nun hat Schmiedmeister Urs Teuscher aus Wiesendangen das Geländer sorgfältig repariert und restauriert – vor Ort, weil es für einen Transport zu schwer war.

Ein Haus, fünf Besitzer

August Häberlin, vormaliger Besitzer von Schloss Berg, erbaute das Patrizierhaus – ein würfelförmiger, klassizistischer Verputzbau mit Walmdach und Dachterrasse – im Jahr 1894. Danach bewohnte er es, bevor er es 1941 an Küchenbauer Paul Altwegg verkaufte. Später, zwischen 1966 und 1986, besassen zwei Juristen, Kantonsrichter Gerold Zollikofer und Bundesrichter Roland Schneider das Gebäude. René Messmer, Sekundarlehrer und Musikdirektor, konnte es im Jahr 1986 erwerben. Er liess es innen und aussen sanieren.

Mit den vielen Elementen aus Rorschacher Sandstein, der ­Fassadengestaltung und den schmied- und gusseisernen Elementen sei das Gebäude historisch wertvoll.

«Entlang der Strasse sticht es als Einzelobjekt hervor. Es ist umrahmt von Neubauten und wirkt daher umso mehr.»

Stephan Kraus, Leiter Denkmalpfleger Thurgau

Stephan Kraus, Leiter Denkmalpfleger Thurgau

sagt Kraus. «Mich hat besonders gefreut, dass Herr Messmer sich der Bedeutung des Gebäudes und seiner Geschichte sehr bewusst war und entsprechend gehandelt hat», sagt Stephan Kraus. René Messmer hat, als er im Dezember 2017 erste Gespräche mit Handwerkern und der Gemeinde führte, auch die Denkmalpflege mit ins Boot geholt.

Für Denkmalpfleger Kraus ist genau das der Regelfall, wie er immer sein sollte. «Von vornherein hat der Bauherr versucht, mit den Handwerkern und uns bestmögliche Lösungen zu finden mit Blick auf die Kosten, die Farbgestaltung und mehr», sagt Kraus.

Fachspezialisten aus der Region

Begonnen haben die Renovationsarbeiten im April 2018. Für die Steinmetzarbeiten hat René Messmer die Weinfelder Felix Hotz und Silvano Crameri, sowie Claudio Büchler engagiert. Die Malerarbeiten führten Martin Vock und sein Team aus.

Da die Arbeiten von der kantonalen Denkmalpflege anerkannt wurden, beteiligt sie sich zu 15 Prozent an den Kosten. Nochmals soviel steuert die Gemeinde Berg bei, wie sie im Gemeindeblatt bekannt gab. «Da bekam ich Sprüche zu hören: Es sei wohl eine Subvention für bedürftige Lehrer», sagt Messmer und lacht.

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