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Arbon: Kleine Parteien verdrängen die grossen aus der Regierung

SP und SVP wurden am Wahlsonntag aus dem Stadtrat katapultiert. Dafür stellen künftig die Grünen und eine Gruppierung namens "Xsunder Menschen Verstand" je einen Vertreter in der Behörde. Sie stehen für den Neuanfang.
Natascha Arsic
Der neu gewählte Arboner Stadtrat: Jörg Zimmermann, Luzi Schmid, Stadtpräsident Dominik Diezi, Didi Feuerle und Michael Hohermuth .

Der neu gewählte Arboner Stadtrat: Jörg Zimmermann, Luzi Schmid, Stadtpräsident Dominik Diezi, Didi Feuerle und Michael Hohermuth .

Die Wahlen am Sonntag zeigten, dass sich die Arboner Bevölkerung eine Änderung in der Regierung wünscht. Die Traditionsparteien SVP und SP verlieren an Macht und sind im Stadtrat nicht mehr vertreten. Stattdessen holen sich die kleine Grüne Partei in Arbon und die Gruppierung XMV mit Didi Feuerle und Jörg Zimmermann je einen Sitz im Stadtrat. Das sind zwei Parteien, die es in Arbon noch nicht lange gibt.

Die Situation ist nicht neu. Vor zwölf Jahren waren die SP und die SVP bereits einmal nicht mehr im Stadtrat vertreten. «Das war nicht gut, denn es kam vermehrt zu Auseinandersetzungen mit dem Stadtrat», sagt Andrea Vonlanthen, ehemaliger Arboner Stadtparlamentarier und Mitglied des Grossen Rates. Nach einer Amtsperiode wurden die zwei Traditionsparteien dann wieder in den Stadtrat gewählt.

Den Grünen und der XMV wird mehr zugetraut

Einen Grund für die kürzliche Entwicklung sieht Vonlanthen darin, dass das bisherige Gremium das Vertrauen der Bevölkerung weitgehend verloren hat. Die Grünen und die XMV würden für einen Neuanfang, für Verjüngung und für die Verabschiedung von politischen Entscheiden, die viel Misstrauen ausgelöst haben, stehen. «Man traut den Grünen und dem XMV eher einen Aufbruch und einen Vertrauensgewinn zu, denn es sind keine Traditionsparteien», sagt der 71-Jährige.

Die Bevölkerung habe offenbar Zweifel daran, dass die SP und die SVP neue Wege gehen können. Laut Vonalthen stehen die zwei Traditionsparteien für das Bisherige und den Stadtrat, dem man nicht mehr vertraut. «Die Grünen erleben immer wieder einmal einen Aufschwung und sacken dann wieder ab», sagt der erste Präsident des Stadtparlaments. Derzeit würden sie sich dank Didi Feuerle wieder im Hoch befinden. Die Ortspartei Grüne Arbon wurde erst 2018 gegründet. Sie setzt sich für Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen und eine weitsichtige Städteplanung ein.

Trend auch in anderen Städten beobachtbar

«Der XMV hingegen macht mit Schlagwörtern wie Bürgernähe und gesunder Menschenverstand auf sich aufmerksam», sagt Vonlanthen. «Xsunder Menschen Verstand», abgekürzt XMV, wurde 2014 auf die Arboner Parlamentswahlen hin von etwa 15 Aktiven gegründet. Die Gruppierung will die bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat stärken. Beim XMV kann jeder Interessierte mitmachen. Politische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Gemäss Vonlanthen zeichne sich aktuell auch in anderen Städten der Trend ab, dass jüngere politische Bewegungen mehr gefragt sind. «Diese sind aber oft nur kurzlebig und sie können sich nach vier bis acht Jahren nicht mehr im Amt halten», sagt der 71-Jährige. Oft seien die personellen Ressourcen erschöpft oder die Werte der Partei seien nicht mehr aktuell.

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