In Arbon haben nun alle Platz

Die Alterssiedlung hat investiert, um für die Mieter attraktiv zu bleiben.
Herzstück bildet ein neuer Saal. An der Generalversammlung vom Montag wurde er eingeweiht.

Max Eichenberger
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Die Genossenschafter konnten ihre Traktanden erstmals im neuen Saal abwickeln.(Bild: Max Eichenberger)

Die Genossenschafter konnten ihre Traktanden erstmals im neuen Saal abwickeln.
(Bild: Max Eichenberger)

Freudentag in der Alterssiedlung: Just auf die Generalversammlung hin ist der neue multifunktionale Saal dem Betrieb übergeben worden. Der neue Anbau beim Haus Stoffel auf der Südseite der Rebenstrasse ist in eineinhalbjähriger Bauzeit erstellt worden. Ausgelegt sind der Saal und grosszügiger Aufenthaltsraum auf eine Maximalbelegung von 120 Personen. 112 Genossenschafter machten an der Einweihung den Test: Im alten Säli hätten bei weitem nicht alle Platz gefunden.

Öffentliches Wegnetz ist durchgängig

Der Saal ist das neue Herzstück der Siedlung – aber nur ein Teil eines Gesamtinvestitionspakets von vier Millionen Franken. «Wir haben die Strategie eingeschlagen, uns qualitativ zu entwickeln, um im Bereich Wohnen im Alter attraktiv und konkurrenzfähig zu sein», sagt Präsident Christoph Tobler. Einerseits mit dem Angebot unterstützender Dienstleistungen, anderseits mit der Modernisierung der Infrastruktur.

Im Bildgarten gegenüber und in der Schützenwiese ist man auf der Höhe. Bei den Stoffel-Alterswohnungen und bei der Verbindung zum eigenen Pflegeheim Bellevue ist das «Update» nun erfolgt. Dazu gehören auch neu gestaltete Aussenräume mit Sitzgelegenheiten. Sie bieten den Bewohnern künftig eine höhere Aufenthaltsqualität. An das durchgehende Wegnetz, das öffentlich ist, hat die Stadt Arbon einen Betrag von 50000 Franken gesprochen. Die Wege seien auch für das Quartier eine Aufwertung. Der gedeckte Durchgang zum Heim Bellevue wird in den nächsten Tagen noch erstellt.

Verweilen im früheren Niemandsland

«Früher war hier mehr oder weniger Niemandsland. Jetzt entsteht eine attraktive Umgebung», sagt Präsident Tobler. Das wird spätestens dann augenscheinlich, wenn die 10000 gesetzten Pflanzen grünen und die ebenso vielen Blumenzwiebeln in Blüte kommen. Die Parkplätze für die Spitex, Mieterin im Bellevue, sind in einer Tiefgarage untergebracht worden, wodurch mehr Freiraum entstanden ist. Vor dem Saal, der technisch nach modernen Standards ausgestattet ist, gibt es gedeckte Terrassen. Zudem sind Nebenräume wie Sanitäts- und Personalzimmer entstanden, auch eine neu eingerichtete Küche.

Dank eines Legats von Rosmarie Ludin kann ein Brunnen nun doch realisiert werden, der aus Kostengründen gestrichen worden war. Von Glück spricht Bauressortleiter Andreas Brüschweiler eher scherzhaft, dass die Stadt nicht auf die Idee gekommen ist, einen wild gewachsenen halben Wald unter Schutz zu stellen. Eine Sommerlinde passt zum Ensemble.

Die Genossenschaft will à jour bleiben

Sowohl die Alterswohnungen wie das Pflegeheim seien gut ausgelastet, betont Joachim Rother, der das Finanzressort führt. Personal- und Sachaufwand halten sich mit gut 1,6 Millionen Franken in etwa die Waage. Gut vierzig Prozent der Rückstellungen von einer Million Franken werden für Unterhaltsaufgaben verwendet. Die Bau- und Investitionsplanung zeigt: Die Genossenschaft will mit ihren Alterssiedlungen weiter à jour bleiben. So ist die Installation einer zweiten Fotovoltaik-Anlage vorgesehen, ebenso Fassaden- und Treppenhaussanierungen.
Das verabschiedete Budget weist einen Gewinn von 54 000 Franken aus. «Den brauchen wir, um die Anteilscheine zu verzinsen», sagt Rother. Künftig soll die Verzinsung bescheidener als die jetzigen zwei Prozent ausfallen, fordert die kantonale Finanzkontrolle eine Anpassung. Daran knüpft sie die Steuerbefreiung der nicht gewinnorientiert wirtschaftenden Genossenschaft auch künftig. (me)