Glosse
Im Thurgau sagen wir Bömm

Räbeblatt: Bäume geben immer wieder zu Reden. Dabei sollten wir nicht von Bäumen reden, sondern von Bömm. Ein Urthurgauer Wort, welches Gefahr läuft, in Vergessenheit zu geraten.

Sabrina Bächi
Drucken
Teilen
Sabrina Bächi, Redaktorin Ressort Weinfelden (Bild: Andrea Stalder)

Sabrina Bächi, Redaktorin Ressort Weinfelden (Bild: Andrea Stalder)

Etwa ein Fünftel des Kantons ist bewaldet. Das ist – je nach Standpunkt – nicht gerade viel. Es ist faszinierend, dass Bäume – und vor allem deren Ableben – immer wieder zu Reden geben.

Mittlerweile weiss wohl jeder, dass tote Bäume nützlicher sind als fast alles andere, was das Zeitliche gesegnet hat. Dennoch gibt es immer noch zu wenige davon.

Vielleicht hat der Bussliger Baum-Frevler gerade darauf hinweisen wollen, als er 14 Bäume am Furtbach fällte und liegen liess. Schweizer sollten sich ein bisschen von der Aufräum-Manie in ihren Gärten verabschieden, dem Chaos Platz geben und damit Leben fördern.

Ob aber diese Untat der richtige Weg ist, ist mehr als fraglich.

Und wenn wir schon beim Thema Bäume sind, so sei hier der Hinweis auf eine weitere sterbende Baum-Spezies erlaubt: das Thurgauer Wort Bömm. Wer sagt das den heute noch?

Ich beispielsweise. Doch die komischen Blicke und Sprüche wie: «Du redest ja wie meine Grossmutter», sind nicht gerade motivierend. Dennoch, mein Fazit ist klar: Lasst die Bäume liegen aber bewahrt euch das Wort Bömm.

Aktuelle Nachrichten