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Im Thurgau ist es so trocken wie seit 100 Jahren nicht mehr

Der niedrige Wasserpegel schränkt die Schifffahrt auf dem Bodensee und dem Rhein ein. Der Pegelstand des Obersees liegt 80 Zentimeter unter dem Durchschnittswert für den Monat Juli. Schuld ist die seit Monaten anhaltende Niederschlagsarmut.
Inge Staub
Durch den tiefen Wasserpegel am Bodensee und Rhein, können nicht mehr alle Landestellen angefahren werden. Diessenhofen ist auch betroffen. (Bild: Andrea Stalder)

Durch den tiefen Wasserpegel am Bodensee und Rhein, können nicht mehr alle Landestellen angefahren werden. Diessenhofen ist auch betroffen. (Bild: Andrea Stalder)

Wer sich auf dem Bodensee oder dem Rhein eine frische Brise um die Nase wehen lassen will, muss sich über seine Fahrtroute gut informieren. Die Schiffe fahren derzeit nicht mehr alle Landestellen an. Die schiffbaren Gewässer haben zu wenig Wasser. Der Pegel des Obersees liegt derzeit mit 395,6 Metern über Meer auf sehr tiefem Niveau. Laut den hydrologischen Daten des Bundes ist er 80 Zentimeter tiefer als der Mittelwert für den Juli. In den vergangenen 40 Tagen sind die Pegel von Ober- und Untersee um rund 80 Zentimeter gesunken. Jener des Untersees liegt gar 105 Zentimeter unter dem Juli-Mittelwert.

Auch die SBS muss 
ihre Routen überprüfen

Die Strecke zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein ist wegen des Niedrigwassers seit Montag nicht mehr befahrbar. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) empfiehlt, diesen Abschnitt mit der Bahn zu fahren. Sprecherin Andrea Freise bedauert den Ausfall: «Auf diesem Kurs müssen wir in einer exakten Rinne fahren und die hat derzeit zu wenig Wasser.» Freise geht davon aus, dass die übrigen Kurse – zwischen Stein am Rhein und Konstanz/Kreuzlingen – weiterhin fahrplanmässig bedient werden können.

Als kleine Entschädigung bietet die URh zusätzliche Rundkurse mit der «MS Thurgau» zwischen Schaffhausen und Diessenhofen an. Wie Freise betont, können Rollstuhlfahrer im Moment noch mitfahren. Bei den Konstanzer Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB) können diese an den Landestellen Iznang, Reichenau und Mannenbach nicht mehr an Bord gelangen.

Auch am Obersee ist mit Einschränkungen zu rechnen. Sollte es in den nächsten Tagen nicht kräftig regnen, wird die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) den Kurs Rorschach-Rheineck ab Sonntag, spätestens ab 1 August einstellen. Das sagt SBS-Geschäftsführerin Andrea Ruf auf Anfrage. Ab Mittwoch, werden ihre Schiffe – wie auch die deutschen – Bad Schachen nicht mehr anfahren. «Die übrigen Kurse bedienen wir wie gewohnt», sagt Ruf. An der Insel Mainau kann es beim Ein- und Aussteigen zu Verzögerungen kommen, da die Schiffe an zwei Plätzen stirnseitig anlegen müssen, was mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Die Niederschlagsarmut setzt bereits im April ein

Der Rhein und der Bodensee haben einen sehr tiefen Pegelstand. (Bild: Andrea Stalder)

Der Rhein und der Bodensee haben einen sehr tiefen Pegelstand. (Bild: Andrea Stalder)

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) nennt als Ursache des Niedrigwassers im Bodensee die Trockenheit, die schon lange anhält. Die Abflussmengen der Flüsse und Bäche sind sehr gering. Hinzu kommt, dass die Schneeschmelze weniger Wasser brachte als üblich. Der Schnee verdunstete an Ort.

Fällt in den nächsten Tagen kein Regen, werden die Abflussmengen weiter sinken. Laut Bafu braucht es eine längere Phase mit regelmässigen, ergiebigen Niederschlägen, um das Wasserdefizit in den Böden und im Grundwasser wieder auszugleichen. Dann würden sich auch die Abflussmengen in den Fliessgewässern wieder normalisieren. Die Niederschlagsarmut setzte bereits im April ein.

«Über die ganze Schweiz betrachtet, war es die viert niederschlagsärmste April-Juli-Periode seit Messbeginn 1864», teilt Stephan Bader von MeteoSchweiz mit. In den vergangenen vier Monaten sind an Regen nur 65 Prozent des langjährigen Durchschnitts gefallen. So wenig Niederschläge zwischen April und Juli gab es zuletzt im Jahr 1911. Noch weniger, 46 Prozent des langjährigen Durchschnitts, verzeichnet die April-Juli-Periode 1870.

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