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Jetzt juckt's: Mückenplage befällt den Bodensee

Ein Experte kündigt eine starke Schnakensaison entlang des Bodenseeufers an. Wespen und Hornissen soll es dafür weniger geben.
Ines Biedenkapp
Bei einer Mückenplage wird gerne das Insektenspray hervorgeholt. (Bild: Nana do Carmo)

Bei einer Mückenplage wird gerne das Insektenspray hervorgeholt. (Bild: Nana do Carmo)

Dieses Jahr soll es grosse Unterschiede bei der Mückenplage geben. Vor allem in Ufernähe des Bodensees können sie lästig werden: «Für Stechmücken sind die Umstände am Bodensee gerade günstig», sagt Rainer Bretthauer gegenüber dem «Südkurier». Der promovierte Gewässerbiologe forschte vor seinem Ruhestand an der Universität Konstanz. Seine Sommer-Prognose: «Wir müssen mit einer erheblichen Schnakenanzahl rechnen.»

Während die Wetterbedingungen für die kleinen Plagegeister am Bodensee gerade ideal sind, ist es den Larven in Wald und Wiesen zum Schlüpfen zur Zeit zu trocken. «Hier im Thurgau sind uns noch keine Plagen bekannt», sagt Irene Purtschert vom Thurgauer Amt für Umwelt.

Mücken können lästig werden. (Bild: Fotalia)

Mücken können lästig werden. (Bild: Fotalia)

Plagegeister besonders stark am Bodensee

Wassermücken legen ihre Eier besonders gern in Schilfnähe ab. Sobald der Pegel des Bodensees an der Vier-Meter-Marke nagt, erreicht das Wasser die Eiablageplätze. Steigen dann noch die Temperaturen, was derzeit der Fall ist, schlüpfen die Plagegeister millionenfach.

Anders sieht es in den Waldgebieten aus: «Zumindest abseits vom Bodensee ist mit weniger Stechmücken zu rechnen als im vergangenen Jahr», relativiert der St. Galler Insektenexperte André Mégroz. Der Grund: Überflutungen und grössere Regenfälle blieben dieses Jahr bisher aus, das Wetter war zu warm. Die Pfützen, in denen die Mücken ihre Eier ablegen können, trockneten schnell aus. Denn auch in Wäldern und Wiesen braucht die Mückenlarve ein feuchtes Klima, um sich entwickeln zu können.

Im eigenen Garten kommt es darauf an, ob die Mücken ihre Eier in Untertöpfen oder in offenen Regentonnen ablegen konnten. Dadurch, dass die Insekten hauptsächlich im Schwarm unterwegs sind, könne aber schnell das Gefühl einer Plage entstehen. «Da die Schwärme aber weiterziehen, wird das Gefühl von einer Mückenplage schnell vorbei sein», gibt der Experte Entwarnung.

Angst vor der gefährlichen Tigermücke muss man im Thurgau übrigens nicht haben: «Die asiatische Tigermücke ist noch nicht bei uns im Thurgau angekommen», sagt Irene Purtschert. Die Mücke ist bekannt dafür, gefährliche Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder den Zika-Virus zu übertragen.

Auch Wespen und Hornissen leiden

Dass dieses Jahr nicht mit einer grossen Anzahl kleinerer Insekten zu rechnen ist, hat auch Auswirkungen auf weitere Arten. «Viele Tiere ernähren sich von Mücken und Fliegen», sagt André Mégroz. «Gibt es weniger Kleininsekten, finden Vögel, Fische und grössere Insekten keine Nahrung.» Darunter können auch Wespen und Hornissen leiden. «Gut möglich, dass es dieses Jahr auch weniger Wespen gibt.»

Warum Stiche jucken

Mücke bedeutet nicht gleich Mücke, denn nicht alle stechen. Es sind nur weibliche Mücken, die stechen, da sie das Blut für die Entwicklung der Larven brauchen. Männliche Mücken sind harmlos. Mit ihrem hoch spezialisierten Rüssel zapfen die Weibchen feine Blutgefässe in der Haut an. Dabei wird Speichelflüssigkeit abgegeben, die unter anderem die Stichstelle betäubt. Allerdings löst das menschliche Immunsystem Juckreiz und kleine Schwellungen wegen der Flüssigkeit aus. (ibi)

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