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Im Kemmental gibt das Pensum des Gemeindepräsidenten zu reden

Nicht alle Kandidaten für die Nachfolge von Walter Marty stehen hinter dem vom Gemeinderat vorgeschlagenen Vollamt.
Martina Eggenberger Lenz
Christoph Forster, André Ess, Nicole Stäheli, Moderator Ueli Oswald, Christina Pagnoncini und Christoph Zürcher am Podium vergangene Woche. (Bild: Martina Eggenberger)

Christoph Forster, André Ess, Nicole Stäheli, Moderator Ueli Oswald, Christina Pagnoncini und Christoph Zürcher am Podium vergangene Woche. (Bild: Martina Eggenberger)

Ausgeschrieben war die Stelle zu 100 Prozent. Doch nun ist eine Diskussion darüber entbrannt, wie voll das Amt des Gemeindepräsidenten im Kemmental tatsächlich sein soll. Angestossen hat die Debatte Kandidat André Ess. Er hat an der Podiumsveranstaltung vergangene Woche öffentlich Zweifel daran geäussert, dass der Job des Gemeindepräsidenten 100 Prozent ausmacht.

«Meine Nachfrage hat ergeben, dass die Präsidiumsaufgaben 50 bis 60 Prozent betragen. Die übrigen Prozent wären Verwaltungsaufgaben.»

Er bewerbe sich aber als Gemeindepräsident und nicht als Verwaltungsangestellter. Die Ausschreibung sei aus seiner Sicht deshalb «unglücklich». Ess ist klar der Meinung, dass der Gemeindepräsident sich auf die strategische Führung konzentrieren sollte. Der Unternehmer begründet dies auch damit, dass sich der Gemeindepräsident sonst als Mitarbeiter selbst beaufsichtigen müsste, was eigentlich nicht gehe.

Wenn aber der Gemeinderat der Überzeugung sei, dass die Aufgabe nur mit einem Vollamt erfüllt werden könne, dann werde er das tun. «Ich kann mein Pensum ja nicht selbst definieren. Ich sage nur: Ich wäre bereit, das Gemeindepräsidium auch im Teilamt zu schaffen.» So oder so will Ess das Präsidium der Raiffeisenbank Tägerwilen und seine eigene Firma behalten, in der Firma aber um das Pensum des Gemeindepräsidenten kürzer treten.

Gemeinderat verteidigt das Vollamt

In der Tat war auch Walter Marty nicht 100 Prozent als Gemeindepräsident tätig, weil er diverse Mandate bekleidete. «Diese Mandate hatten allerdings einen Geldrückfluss für die Gemeinde zur Folge», sagt Vize-Gemeindepräsident Walter Ludwig. Er verteidigt die Ausschreibung: «Der Gemeinderat hat sich klar für eine 100-Prozent-Basis ausgesprochen. Die braucht es, um die Ressorts zu begleiten. Ausserdem ist uns die Präsenzzeit wichtig.» Er glaube, dass dies auch dem Wunsch der Bevölkerung entspreche.

Je nachdem welche Person gewählt werde, schaue der Gemeinderat, welche weiteren Aufgaben – nebst der strategischen Führung, die rund 50 Prozent betrage – der neue Chef übernehmen könnte. Beim Lohn habe das eine Mischrechnung zur Folge.

Die anderen rütteln nicht an den Prozenten

Christoph Forster hat am Podium ebenfalls kundgetan, dass das Präsidium aus seiner Sicht 50 Prozent betrage. «Es wird aber eine Person gesucht, die 100 Prozent verfügbar ist.» Aus dem «sauberen» Stellenbeschrieb gehe klar hervor, dass der Gemeindepräsident das Bauwesen zu betreuen habe. Er wolle für die Gemeinde vollen Einsatz geben – je hälftig als Präsident und als Bauingenieur, auch bei der Entlöhnung.

Nicole Stäheli vertraut darauf, dass der Gemeinderat vor der Ausschreibung die Pensenfrage diskutiert hat. Sie wäre allerdings bereit, nach ihrer Einarbeitungszeit das Pensum zu reduzieren, sollten dies die künftigen Aufgaben zulassen. «Ich bin jedoch auch der Überzeugung, dass es nicht weniger sein sollte als ein 70-Prozent-Pensum.» Die Präsidentin wäre sonst zu wenig vor Ort, um die Fäden in der Hand zu halten.

Das sieht Christina Pagnoncini ähnlich. Es brauche mindestens 80 Prozent, um den Mitarbeitern die definierten Ziele näher zu bringen, sie zu motivieren sowie die Kontrolle über die Verwaltungsführung und die Finanzen zu halten. Sie sei als Gemeindeschreiberin in der privilegierten Lage, dass sie sich in allen Bereichen ausser dem Sozialen sehr gut auskenne.

Auch Christoph Zürcher will mindestens in der Anfangsphase voll für die Gemeinde da sein und später allenfalls auf nicht weniger als 80 Prozent reduzieren. «Das braucht man, um den Überblick zu haben. Der Gemeinderat hat sich bei der Ausschreibung sicher etwas überlegt.» Er sei auch bereit, auf der Verwaltung mitzuhelfen und sich weiterzubilden. Entsprechende Kurse habe er bereits aufgegleist.

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