Im Historischen Museum Bischofszell beginnt die neue Saison

Die Winterpause ist vorbei. Am Sonntag, 1. März, 14.30 Uhr, findet die erste Führung statt. Sie trägt den Titel «Pillen und Putten: Werke von Albert Libiszewski, Dekorationsmaler in Bischofszell».

(red)
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Das Ehepaar Libiszewski posiert beim Fotografen. Das Auto ist fahruntüchtig, es ist Teil der Kulisse.

Das Ehepaar Libiszewski posiert beim Fotografen. Das Auto ist fahruntüchtig, es ist Teil der Kulisse.

Bild: PD

Albert Libiszewski verschönerte in der Rosenstadt mit Pinsel und Farbe die St. Michaelskapelle und das Rathaus. Malen war für ihn Brotarbeit. Die Ausschmückung der Apotheke an der Marktgasse 7 bildete einen weiteren Auftrag.

Auch stellte er vom gestickten Wandbehang mit der Ansicht Bischofszells ein grosses, wieder entdecktes Gemälde in gedämpften Farbtönen her. Sein eigenes, reichbemaltes Haus an der Alten Niederbürerstrasse fiel damals sicherlich auf und war zudem ein guter Werbeträger.

Einladung zum Apéro

Wer sich um 1900 bei Heinrich Meister fotografieren liess, stand vor einem von Albert Libiszewski gemalten Hintergrund. Libiszewski war zweimal verheiratet und wurde Vater von 15 Kindern.

Dank Fotos und Informationen, die ein Nachfahre der Kuratorin Alexandra M. Rückert zur Verfügung gestellt hat, werden einige Neuigkeiten ans Tageslicht kommen. Nach der Führung werden die Besucher Gelegenheit haben, bei einem Apéro auf eine bunte Saison 2020 anzustossen.

Die Fotografie und ihre Folgen

Am Sonntag, 29. März, 14.30 Uhr, wird während der Führung «Pläne und Idyllen: Ferdinand Corradi, ein Landschaftsmaler zu Besuch» auf die Folgen des Aufkommens der Fotografie auf den Beruf des Landschaftsmalers eingegangen.

Corradi besuchte um 1890 Bischofszell. Zwei Gemälde mit Gebäuden befinden sich in Museumsbesitz. Mit dem Siegeszug der Fotografie kauften die Menschen immer weniger von diesen grossen, kostspieligen Souvenirs. Corradi musste sich daher neu orientieren.

Er machte sich mit Architekturzeichnungen in denkmalpflegerisch engagierten Kreisen einen Namen. Alexandra M. Rückert hat sich im Depot des Museums umgesehen und zeigt ihre Funde.

Doppelte Bedeutung des Buchstabens B 

Die Sonderausstellung «Blicke auf B.: Emil Bruggmann (1907-1995)», deren Vernissage am Samstag, 2. Mai, stattfindet, prägt die neue Saison. Der Titel ist mehrdeutig: Einerseits steht «B» für Bruggmann, andererseits für Bischofszell.

Diverse Veranstaltungen widmen sich jenen Personen, die das Städtchen seit dem Jahr 1870 in Wort und Bild festgehalten haben.