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Im Ermatinger Ried retten flinke Finger bedrohte Leben

Eine durchmischte Gruppe von freiwilligen Helfern kümmert sich darum, dass frisch geschlüpfte Erdkröten nicht überfahren werden.
Hannah Engeler
Eine junge Erdkröte sitzt für einen Moment still. (Bild: Hannah Engeler)

Eine junge Erdkröte sitzt für einen Moment still. (Bild: Hannah Engeler)

Die Erdkröte steht auf der Roten Liste. «Amphibien haben es nicht leicht bei uns in der Schweiz», sagt Sandra Kneubühler. Die Ermatingerin bemüht sich mit einer Gruppe von freiwilligen Helfern darum, dass sich die Erdkröten zwischen Ermatingen und Tägerwilen sicher vom Wald zum See bewegen können. Der Weg birgt an mehreren befahrenen Strecken lebensgefährliche Abschnitte für die Kröten: Veloweg, Bahngleise und die Hauptstrasse.

Jung und Alt sammelt erfolgreich junge Kröten

Die Mühe der Freiwilligen zahlt sich aus: Während die Population der Erdkröte schweizweit stetig sinkt, steigt sie im Thurgau sogar an. Im Juli und August fangen Helfer morgens sowie abends junge Erdkröten im Ermatinger Ried. Anschliessend werden diese oberhalb der Hauptstrasse in die Wildnis entlassen, sodass sie sicher in ihrem Winterdomizil, dem Wald, ankommen. In den letzten zwei Wochen konnten die Freiwilligen bereits über 20000 junge Erdkröten einsammeln.

Das Kröten-Sammeln sei vor allem für Kinder eine schöne Ferienbeschäftigung, meint Kneubühler. «Kinderfinger sind die besten», sagt Natalie Benedix, die mit ihrer Tochter Leonie beim Retten der jungen Kröten hilft. Kinder seien flink und haben weniger Angst, den Tieren weh zu machen. Zudem freuen sie sich riesig, wenn sie sehen, wie viele Kröten sie einsammeln konnten.

Manchmal halten auch Velofahrer oder Fussgänger an und helfen. «Die Aktion führt immer wieder zu schönen Begegnungen», erzählt Kneubühler. Dass die Anzahl Helfer mittlerweile auf gut 40 angestiegen ist, freut die Ermatingerin: «Je mehr Helfer desto besser. Es gibt immer viel zu tun». In diesem Jahr habe das Hochwasser und das schöne Wetter dafür gesorgt, dass der Laich gut gedeihen und somit viele Jungtiere hervorbringen konnte.

Weitere Unterstützung auch in Zukunft benötigt

Auch wenn Ermatingen der erste Ort im Thurgau mit einem Froschgraben ist, besteht weiteres Ausbaupotenzial. Die Rückwanderung der Kröten könnte durch eine Erweiterung der bestehenden Rille unterhalb der Hauptstrasse erleichtert werden. Kneubühler würde sich freuen, wenn bei zukünftigen Sanierungen der Hauptstrasse die Sicherheit der Amphibien mit in die Planung einfliessen würde.

Unterstützung erhalten die Freiwilligen vom Tiefbauamt Thurgau, welches beispielsweise Zäune entlang der Hauptstrasse errichtet. Die Alice Wartemann-Stiftung steuerte zum Schutz der Erdkröten ein Paneel entlang der Bahngleise bei. Diese verhindert, dass die geschlechtsreifen Tiere, nachdem sie am See gelaicht haben, auf Zuggleise und Autostrassen gelangen. Sie fallen oberhalb in eine Rille, welche sie zum sicheren Tunnel und weg von den gefährlichen Fahrzeugen führt.

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