Im dritten Anlauf wieder auf der Kippe: Beim geplanten Wakepark in Romanshorn ist der Wurm drin

Schuld ist diesmal die Coronakrise. Mit der Eröffnung im April ist es nichts geworden. Jetzt läuft die Uhr gegen die Betreiber.

Tanja von Arx
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Wakeboarden mit Lift:  In der Kefiker Badi ist das bereits möglich.

Wakeboarden mit Lift:  In der Kefiker Badi ist das bereits möglich.

(Bild: Reto Martin)

Beim ersten Mal war nicht genügend Geld da. Beim zweiten Mal schon, aber das behördliche Okay kam zu spät. Und nachdem man endlich auf gutem Weg war, auch noch eine Lösung mit dem konkurrenzierenden Wassersportverein zu finden, ist jetzt die Coronakrise dazwischen gekommen.

Beim geplanten Wakepark in Romanshorn scheint der Wurm drin zu sein – und das schon zum dritten Mal respektive das dritte Jahr in Folge (unsere Zeitung berichtete). Auf Anfrage heisst es von Seiten des tragenden Vereins in einer automatisch weitergeleiteten Mail:

«Die Eröffnung des Wakeparks im Jahr 2020/21 findet nach Erhalt der Betriebsbewilligung und nach Beendigung der Covid-19-Massnahmen statt.»

Zur Erinnerung: «Die Eröffnung des Wakeparks ist auf April 2020 geplant», zitierte die TZ noch im Februar.

Es fehlt Planungssicherheit

Die Coronakrise ist bekanntlich noch nicht ausgestanden. Der Bundesrat hat lediglich eine stufenweise Lockerung der Massnahmen beschlossen – unter dem Vorbehalt, dass man jene unter entsprechenden Umständen anpassen würde. Planungssicherheit gibt es demnach nicht. Doch gerade diese wäre bei einem Projekt wie dem Wakepark zentral – handelt es sich doch um ein Novum. Und erst noch eines, das viel Geld kostet.

Sollte das grüne Licht vor dem Hintergrund der Krise im Frühjahr noch kommen, wäre es aller Voraussicht nach zu spät. Schliesslich müsste der Betrieb rentabel geführt werden. «Da der Auf- und Abbau sehr teuer sind, würde das Budget für die sehr kurze Betriebsdauer nicht ausreichen», hiess es denn letztes Jahr, nachdem das behördliche Okay im Juni kam.

Verantwortungsvoll mit den Spenden umgehen

Die Verantwortlichen wollten damals gemäss eigenen Angaben nicht leichtfertig mit den knappen finanziellen Ressourcen umgehen, weil viele einen unterstützt hätten. «Bis anhin durften wir zahlreiche Crowdfunding-Beiträge aus Romanshorn und Umgebung erhalten.»

Crowdfunding

Über Spenden kamen 35'000 Franken zusammen

Der Verein WakePark Romanshorn will eine entsprechende Wassersportanlage für die Regionen Thurgau und St. Gallen realisieren. Die Romanshorner Bucht zwischen Seedamm und Ufermauer erachten die Vorstandsmitglieder dafür als geeignet. Der Wakepark soll von Frühling bis Herbst in Betrieb sein und im Winter eingelagert werden, der Lift wäre reversibel. Zur Wasserskizone hin würde die Anlage mit Bojen abgegrenzt. Über Crowdfunding kamen rund 35'000 Franken zusammen und zusätzliche Dienstleistungen. (tva)

In Zusammenhang mit den bundesrätlichen Massnahmen wäre denn ebenfalls grünes Licht im Juni am wahrscheinlichsten. Bleibt zu hoffen, dass sich doch noch ein Weg findet. Denn wie die grosszügigen Spenden zeigen, begrüsst man das Vorhaben auf dem See in der ganzen Region. Immerhin scheint man denn auf gutem Weg zu sein, mit dem örtlichen Wasserskiclub (WSCR) eine einvernehmliche Lösung zu finden, nachdem beide Vereine ein Konzessionsgesuch für die gleiche Wasserfläche eingereicht hatten (unsere Zeitung berichtete ebenfalls). «Wir sind in Gesprächen mit Kanton, Stadt und WSCR, auch unter Berücksichtigung der aktuellen Covid-19-Massnahmen», sagt der Wakeparkverein gegenüber der TZ.

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