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Stadtratskandidat Bischofszell: «Ich will eine nachhaltige Politik»

Jorim Schäfer (GLP) kandidiert für den Stadtrat. Der 43-jährige Berufsfachschullehrer macht sich für erneuerbare Energien stark und fordert existenzsichernde Rahmenbedingungen für das Gewerbe.
Georg Stelzner
Jorim Schäfer ist bereit, in der Stadt Bischofszell politische Verantwortung zu tragen. (Bild: Andrea Stalder)

Jorim Schäfer ist bereit, in der Stadt Bischofszell politische Verantwortung zu tragen. (Bild: Andrea Stalder)

Jorim Schäfer, Sie sind Familienvater, unterrichten an einer Schule und haben viele Hobbys. Weshalb wollen Sie auch noch Stadtrat werden?

Ich habe viel Energie und brauche von Zeit zu Zeit eine neue Herausforderung. Der Zeitpunkt ist insofern günstig, als mit dem Rücktritt von Erich Schildknecht mein Wunschressort frei wird. Bei den Gesamterneuerungswahlen im nächsten Jahr ist das vielleicht nicht mehr der Fall. Ich würde zu Gunsten der Politik einiges aufgeben. Mein Beruf ist jedenfalls kein Hinderungsgrund. Eine Reduktion des Pensums wäre möglich.

Mit Ihnen kandidiert in Bischofszell erstmals ein Grünliberaler für den Stadtrat. In welchen Bereichen sind Sie «grün» und in welchen «liberal»?

Ich bin ein Befürworter einer Politik, die zum Ziel hat, Strom aus erneuerbarer Energie zu gewinnen. Bischofszell ist diesbezüglich auf einem guten Weg wie etwa die neue Anlage auf der Bitzihalle zeigt. Nachhaltigkeit muss in allen Bereichen das Ziel sein. Ein Anliegen ist es mir auch, der Zersiedelung Einhalt zu gebieten. Die Wirtschaft liegt mir ebenfalls am Herzen. Man muss verhindern, dass das Gewerbe durch eine Flut an Einschränkungen daran gehindert wird, sich zu entfalten. Als Liberalen betrachte ich mich auch in gesellschaftspolitischen Fragen, wo ich fortschrittliche Positionen vertrete.

Die SVP macht ihren Anspruch auf eine Vertretung im Stadtrat geltend. Andererseits werden Sie von der SP unterstützt. Wie beurteilen Sie Ihre Wahlchancen?

Ich habe ein gutes Gefühl und glaube an meine Chance. Ich vertraue darauf, dass nicht die Parteizugehörigkeit das entscheidende Kriterium sein wird. Ich bin mir jedoch bewusst, dass es nicht leicht wird zu gewinnen.

Verfügen Sie über Erfahrung auf dem politischen Parkett?

Ja, in Gerzensee, wo ich aufgewachsen bin, war ich Mitglied der SP. Mit Gesinnungsfreunden wollte ich einen Gegenpol zur dominierenden SVP bilden. Das war eine spannende Erfahrung. Im Jahr 2000 bin ich ausgetreten, weil mir die SP inzwischen zu weit links war. In Bischofszell habe ich die Ortspartei der Grünliberalen gegründet, deren Präsident ich bin. Ich habe für den Grossen Rat und die Behörde der Volksschulgemeinde Bischofszell kandidiert. Seit 2016 bin ich Delegierter der GLP Thurgau.

Wo sehen Sie Möglichkeiten, grünliberalen Postulaten in Bischofszell zum Durchbruch zu verhelfen?

Potenzial ist bei der Elektromobilität und bei den Solaranlagen vorhanden. Ich denke, hier könnte die Stadt Impulse geben und mit einer entsprechenden Infrastruktur Anreize schaffen. Bei Überbauungen sollte darauf geachtet werden, dass vermehrt nachhaltige Projekte wie Minergiehäuser realisiert werden.

Ein Dauerbrenner ist die Entlastung des Stadtzentrums vom Verkehr. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Erfreulich ist, dass endlich zwei Varianten in den Richtplan aufgenommen wurden, auch wenn diese immer noch sehr teuer sind. Ich würde es begrüssen, wenn man 2030 mit der Realisierung einer Variante beginnen könnte. Wegen der finanziellen Situation müsste das aber etappenweise geschehen. Schon vorher sollte man das Problem mit den Bahnübergängen lösen. Das hat oberste Priorität. Wünschenswert wäre auch eine Aufwertung der Quartierstrassen, etwa durch eine zeitweilige Verbannung des motorisierten Verkehrs.

Als Stadtrat müssten Sie auch Entscheide mittragen, die nicht in Ihrem Sinne sind.

Das ist mir bewusst. Ich kenne solche Situationen aus meinem Beruf als Lehrer, als Veranstalter des Kino-Open-Airs «Marzili-Movie» in Bern und als Mitglied in einem Fussballclub. Es ist sicher nicht immer einfach, aber ich kann damit umgehen.

Zu reden gab zuletzt Ihre Absicht, dem Gewerbeverein Bischofszell beizutreten. Was bezwecken Sie damit?

Ich möchte das Gewerbe unterstützen und habe den Antrag auch schon vor meiner Kandidatur für den Stadtrat gestellt. Es hat mich überrascht, dass diese Angelegenheit so hohe Wellen wirft. Sollten es die Statuten nicht erlauben, dass ich Mitglied werde, ist es auch okay für mich.

Zum Schluss eine Frage an den Fussballfan. Sehen Sie sich auf dem Feld der Politik eher als Verteidiger, Mittelfeldregisseur oder Stürmer?

Ich schätze mich als Macher ein, bin effizient und habe Power. Daher sehe ich mich auch in der Politik im Offensivbereich.

Hinweis
Am Donnerstag, 24. Mai, 20 Uhr, findet in der Aula Sandbänkli eine Podiumsdiskussion mit den beiden Stadtratskandidaten statt.

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