Interview

«Ich verstehe diese Emotionen»: «Wunderbar»-Mitbesitzer Konradin Fischer wünscht sich Offenheit gegenüber Veränderungen

Mit dem Abbruch der «Wunderbar» sind viele Arboner nicht einverstanden. Die ZIK Immo AG hält aber an ihren Plänen fest.

Annina Flaig
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Konradin Fischer, Mitinhaber ZIK Immo AG.

Konradin Fischer, Mitinhaber ZIK Immo AG.

(Bild: Donato Caspari)

Viele Leute verstehen nicht, dass Sie die beliebte «Wunderbar» dem Erdboden gleichmachen wollen. Erhalten Sie ähnliches Feedback?

Konradin Fischer: Ich habe bis jetzt erst vereinzelt solche Rückmeldungen erhalten.

Was sagen Sie dazu?

Ich verstehe diese Emotionen bis zu einem gewissen Grad. Und es ist auch gut, wenn den Einwohnern nicht egal ist, was in ihrer Stadt passiert. Trotzdem: Die «Wunderbar» steht auf privatem Grundstück. Da kann nicht einfach jeder mitreden.

Trotzdem formiert sich nun Gegenwehr.

Es ist wie beim «Sambao», dem Vorgänger der «Wunderbar». Bei der Schliessung gab es heftige Proteste. Heute sind alle glücklich mit der «Wunderbar». Die Geschichte wiederholt sich.

Wieso sagen Sie denn nicht, was Sie auf der Parzelle der «Wunderbar» planen?

Wir sind noch nicht so weit.

Eine Parlamentarierin fragt, ob Sie die alten Bäume bei der «Wunderbar» fällen wollen.

Nein. Diese alten Bäume sind geschützt.

Und Wohnungen sind definitiv kein Thema mehr?

Nein, Wohnungen wurden in Arbon schon genug gebaut. Wir möchten Arbeitsplätze schaffen.

Der Stadtrat hat offenbar die Idee eines Backpacker-Hotels an Sie herangetragen. Was sagen Sie dazu?

Eine Unterkunft für Tagestouristen ist an diesem Ort denkbar.

Wieso wollen Sie die «Wunderbar» denn nicht stehen lassen, bis Sie ein konkretes Bauvorhaben einreichen können?

Weil wir den Platz als Bauinstallationsplatz für die Renovation des Informatikgebäudes nebenan zwingend brauchen. Wir wollen den Arbonern doch nichts Böses, im Gegenteil: Wir wollen Arbeitsplätze nach Arbon holen und das Saurer Werk 1 zu neuem Leben erwecken.

Aber die «Wunderbar» ist ein Stück Arboner Identität.

Das was auf dem Baufeld der «Wunderbar» und im Foyer des Saurer Museums entsteht, wird auch ein Stück Arboner Identität sein. Man muss ihm eine Chance geben.

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