«Ich treibe keine Spielchen»: David H. Bon betont, wie ernst es ihm mit seiner Kandidatur für den Grossen Rat ist

Der ehemalige Romanshorner Stadtpräsident äussert sich zu seiner jüngsten Vergangenheit, seiner beruflichen Zukunft und seinem politischen Engagement.

Interview: Miguel Lo Bartolo
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David H. Bon tritt bei den Grossratswahlen als Spitzenkandidat der FDP an.

David H. Bon tritt bei den Grossratswahlen als Spitzenkandidat der FDP an.

(Bild: Donato Caspari)

Er will sich offenbar noch nicht aus der Politik zurückziehen. Nach seiner Abwahl aus dem Romanshorner Stadtpräsidium beschäftigte sich David H. Bon vor allem mit seinen beruflichen Perspektiven. Kürzlich gab er seinen Rücktritt als Parteipräsident der FDP Thurgau bekannt. Grund sei eine berufliche Neuorientierung. Und dennoch sieht Bon seine Zukunft im Kantonsparlament. Für die Grossratswahlen im März belegt er derzeit den ersten Listenplatz der FDP im Bezirk Arbon.

Im vergangenen Jahr wurden Sie als Romanshorner Stadtpräsident abgewählt. Was haben Sie seither gemacht?

David H. Bon: Ich habe mich viel mehr um meine betagten Eltern, meine Familie und Freunde kümmern können, das habe ich sehr genossen. Und dann vor allem auch mein Netzwerk gepflegt und meine beruflichen Möglichkeiten und Chancen ausgelotet. Das braucht viel Zeit, weil man in meinem Alter berufliche Veränderungen mit Bedacht und gezielt machen will.

Haben Sie in dieser Zeit auch Ihren Rücktritt als Parteipräsident der Thurgauer FDP geplant?

Ich habe schon im letzten Sommer mit dem Gedanken gespielt, das Präsidium abzutreten. Es war mir wichtig, der Partei Zeit zu geben, einen geeigneten Nachfolger zu finden – deshalb auch die frühe Bekanntgabe meines Rücktritts.

Sie sprachen im Zusammenhang mit Ihrem Rücktritt über Posten, die sich mit dem Parteipräsidium nicht vereinbaren liessen. Inwiefern sind denn diese mit einem einfachen Kantonsratsmandat vereinbar?

In den meisten Fällen ist das problemlos möglich. Ich bezog meine Aussage bewusst nicht auf mein Kantonsratsmandat. Als ich in den Grossen Rat nachrutschte, war ich ja auch bei einer grossen international tätigen Firma angestellt und konnte das gut vereinbaren. Meine Aussage bezog sich ausschliesslich auf das Parteipräsidium. Es war schon letztes Jahr klar, dass ich nicht nochmals vier Jahre machen würde. Ich wollte aber eben einen geordneten Übergang ermöglichen. Nun ist es an der Zeit, mir mehr persönlichen Freiraum zu schaffen, auch politisch. Als Parteipräsident hat man immer das ‹FDP-Hütlein› auf. Man ist exponierter im politischen Alltag und spricht für die Partei als Ganzes. Das ist beruflich schwieriger zu vereinbaren als ein einfaches Kantonsratsmandat. Ausserdem ist es schön, wenn die Agenda wieder etwas freier ist. Meine Frau und mein Segelschiff freuen sich auch auf ein paar weitere freie Abende und Wochenenden.

Was können Sie denn zu Ihrer beruflichen Neuorientierung sagen?

Noch nichts, ausser dass ich mich mit sehr konkreten Optionen beschäftige.

Sie würden aber keinen Parteikollegen nachrutschen lassen, um Ihre neue Stelle anzutreten?

Sie meinen, ob ich als Spitzenkandidat antrete, das Mandat aber dann nicht selbst wahrnehme?

Genau.

Nein, so etwas würde ich nicht machen. Es gibt schon Parteien, die solche Spiele treiben. Ich bin aber motiviert. Man weiss in der Region, dass man sich auf mich verlassen kann und ich nicht für politische Spiele zu haben bin. Für Romanshorn und die Region habe ich mich nachweislich jederzeit und mit all meinen Kräften eingesetzt, auch nach der Nichtwiederwahl. Dafür erhielt ich auch von gegnerischen Kreisen Anerkennung. Der Kanton Thurgau und natürlich der Oberthurgau liegen mir sehr am Herzen. Ich trete wieder an, um im Kantonsrat zu bleiben und das politische Geschehen auf kantonaler Ebene weiterhin mitzuprägen.