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«Ich muss mir Sorge tragen» - Weinfeldens Sekundarschulpräsident gibt Rücktritt

Weinfeldens Sekundarschulpräsident Beat Gähwiler tritt zurück. Die Belastung und seine Enkel sind der Grund.
Sabrina Bächi
Beat Gähwiler tritt als Sekundarschulpräsident von Weinfelden im Sommer zurück. (Bild: Andrea Stalder)

Beat Gähwiler tritt als Sekundarschulpräsident von Weinfelden im Sommer zurück. (Bild: Andrea Stalder)

Warum treten Sie als Präsident der Sekundarschule Weinfelden im Sommer 2020 zurück?

Beat Gähwiler: Ich arbeite hauptberuflich als Berater und rate vielen Kunden, sich nicht zu sehr zu belasten. Immer wieder reflektiere ich die Belastung auch für mich selbst und ich musste feststellen, dass es mir alles in allem zu viel geworden ist. Der Aufwand für das Schulpräsidium hat stetig zugenommen und auch in meinem Beruf habe ich viel zu tun. Des Weiteren betreue ich meinen 93-jährigen Vater und ich werde bald zum zweiten Mal Grossvater. Alles unter einen Hut zu bringen, ist schwierig. Die Belastung hat sich auch in meiner gesundheitlichen Verfassung niedergeschlagen. Ich muss mir Sorge tragen und brauche mehr Zeit für die Erholung.

Wie steht es um Ihre Nachfolge?

Ich habe die Parteien sowie die Schulbehörde über meinen Rücktritt informiert. Es wird Wahlen geben. Für dieses Amt können sich alle Interessierten bewerben. Positiv für meine Nachfolge ist sicherlich, dass sich viele Behördenmitglieder voraussichtlich 2021 wieder zur Wahl stellen. Den Wahltermin werden wir noch bekannt geben.

Was waren Ihre schönsten Erlebnisse als Sekundarschulpräsident?

Ich bin seit sieben Jahren Präsident, natürlich habe ich viel Schönes erlebt. Was mich aber immer beeindruckt, sind die wunderschönen Anlässe, wenn Schüler ihr Können zeigen, was sie gemeinsam mit ihren Lehrern erarbeitet haben. Etwa die Bochselnacht oder das Theater zum 100-Jahr-Jubiläum des Pestalozzi-Schulhauses waren unglaublich eindrückliche Erlebnisse. Wenn ich die Jugendlichen bei «Sek in Concert» auf der Bühne stehen sehe und singen höre, rührt mich das zu Tränen. Das ist Lebensschulung vor so vielen Leuten aufzutreten. Das finde ich absolut bewundernswert. Ich bin ja nur schon bei den Schulversammlungen jeweils ein bisschen nervös – und dort hat es nie so viele Leute.

Was sind die Herausforderungen als Schulpräsident?

Der Umgang mit sozialen Medien an der Schule ist eine grosse Herausforderung. Ich habe das Gefühl, dass gerade auch einige Eltern deswegen vermehrt überfordert sind mit ihren Kindern. Das kann dazu führen, dass die Jugendlichen dann andere Betreuungsformen wie Time-out-Klassen benötigen. Was natürlich auch sehr unangenehm ist, wenn es mit einem Mitarbeiter nicht so läuft wie gewünscht.

Was ziehen Sie für eine Bilanz über ihre Arbeit?

Eine sehr positive. Wir haben sehr gute Lehrpersonen und eine tolle Behörde und Schulverwaltung. Wegen der Leute höre ich bestimmt nicht auf – im Gegenteil. Die Schulgemeinde ist gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet. Wir gingen sorgsam mit den Steuergeldern um und konnten im Bereich Ökologie Fortschritte erzielen. Die Aussenbereiche unserer Schulanlagen wurden alle ökologisch aufgewertet und auf das gesamte Dach der Weitsicht in Märstetten kommt eine Solaranlage.

Haben Sie für Ihre Nachfolgerin oder Ihren Nachfolger noch einen Tipp?

Für mich war die Gelassenheit jeweils ein guter Begleiter. Stets ruhig zu bleiben, war immer mein Ziel. Ich glaube, dass man an mir auch meine wertschätzende Art mochte. Deshalb würde ich sagen: Wenn immer möglich, gelassen bleiben und den Menschen Wertschätzung entgegenbringen. Das wünscht sich doch jeder Mensch.

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