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Der neue Amriswiler Stadtpräsident will auch auf dem Fussballplatz Gas geben: «Ich lasse mich jetzt bei den Senioren nicht einfach gehen»

Bei einem Glacé im Strandbad erzählt Gabriel Macedo von seinen Erfahrungen während der ersten 50 Tage im Amt, von seinen sportlichen Ambitionen und vom Leben, das er in den letzten Jahren von einer anderen Seite kennengelernt hat.
Manuel Nagel
Stadtpräsident Gabriel Macedo nimmt im Strandbad Amriswil ein Café-Glacé. (Bild: Manuel Nagel)

Stadtpräsident Gabriel Macedo nimmt im Strandbad Amriswil ein Café-Glacé. (Bild: Manuel Nagel)

Fast ganz Amriswil ist in den Ferien, aber Sie halten die Stellung im Stadthaus. Was gibt es für den Stadtpräsidenten überhaupt zu tun im Juli?

Gabriel Macedo: Es ist genau die ruhigste Zeit. Ich lese jetzt alte Protokolle und Beschlüsse, wühle in Akten und suche auch das Gespräch mit meinen Mitarbeitern. Die letzten Wochen habe ich viele Gesetze gelesen, Gemeindeordnungen, Reglemente und so weiter. Man muss das Gerüst kennen, in welchem man arbeitet.

Also eine ideale Zeit, um als Stadtpräsident zu beginnen?

Ich könnte mir vorstellen, dass der Gesetzgeber dies bewusst so gelegt hat. Der 1. Juni ist wirklich ein idealer Zeitpunkt, um sich einzulesen und sauber einzuarbeiten. Das ist wichtig, um im Alltag als Stadtpräsident anzukommen. Im St. Gallen beginnt die Amtsdauer ja am 1. Januar.

Ist das mit ein Grund, dass Sie und Ihre Partnerin keine Ferien geplant haben?

Ja. Ich wollte nicht gleich nach meinem Amtsantritt in die Ferien. Ich wusste ja, dass im Juli weniger los ist und wollte diese Zeit bewusst nutzen, um mich zu informieren. Zudem habe ich jetzt auch mehr Zeit, um meine Mitarbeiter auch persönlich etwas näher kennenzulernen.

An diesem Samstag, 20. Juli, sind Sie genau 50 Tage im Amt. Wie gut haben Sie sich im Stadthaus eingelebt?

Ich bin sehr gut gestartet, aber es wurde mir auch sehr einfach gemacht – von den Mitarbeitern, von den Behördenmitgliedern und auch von der Bevölkerung. Ich wurde mit offenen Armen empfangen und fühlte mich relativ schnell wohl und zu Hause.

Haben Sie in Ihrem Büro schon persönliche Akzente gesetzt, oder ist noch alles so wie es ihr Vorgänger Martin Salvisberg hinterlassen hat?

Ich muss zuerst meine Arbeitsabläufe kennenlernen. Ich wollte deshalb noch nichts anschaffen oder herumschieben. Aber ich habe einen Fussball auf meinem Bürotisch, der mich während meines Wahlkampfes begleitete und auf dem viele meiner Begleiter und Unterstützer unterschrieben haben.

Sie spielen nun wieder aktiv beim FC Amriswil, haben sich den Senioren Ü30 angeschlossen. Liegt da überhaupt ein Glacé-Coupe drin oder müssen Sie auf ihr Kampfgewicht schauen?

Ich muss tatsächlich ein wenig schauen. Beim Prominentenmatch an der Beachvolley- Woche wollte ich eigentlich mein Trikot vom Cupspiel gegen den FC Basel anziehen. Als ich es eine Stunde vor dem Match anprobieren wollte, merkte ich, dass ich nicht mehr reinpasse. Da musste ich als Alternative das Trikot der Schweizer Nati anziehen. Ich merke schon, dass ich nicht mehr dreimal in der Woche trainiere. Aber mit Spazieren, Joggen und Velofahren versuche ich mein Kampfgewicht zu halten. Ich lasse mich jetzt nicht gehen, nur weil ich jetzt bei den Senioren mitspiele.

Hat das Geniessen für Sie nun einen anderen Stellenwert?

Ich denke, ich konnte früher schon geniessen, halt einfach auf eine andere Art und Weise. In den letzten Jahren habe ich das Leben aber auch von einer anderen Seite kennengelernt. Oftmals bin ich an vielen Abenden weg an einem Termin. Ich geniesse deshalb, wenn ich an einem so schönen Ort wie hier ein Glacé essen kann. Ich schätze auch die Momente, in denen ich mit meiner Partnerin oder mit Kollegen zusammen bin. Dann schaue ich aber auch nicht, ob ich Pommes frites oder Gemüse esse. Aber man muss auch nicht mehr so fit sein oder so aussehen wie mit 20.

Fühlen Sie sich hier im Strandbad Amriswil wie ein Präsident einer Stadt am See?

Wir sind vielleicht nicht eine Stadt am See, aber eine Stadt mit Seeanstoss – und darauf sind wir stolz. Das ist ein wichtiges Touristikangebot, aber auch ein toller Ort für unsere Einwohner, wo man dem Alltagsstress entfliehen und sich erholen kann.

Wollten Sie auch Stadtpräsident von Amriswil werden, um hier Ihre langjährige Partnerin Jeannine Leimbacher im Schloss Hagenwil heiraten zu können?

Wir sind uns einig, dass wir irgendwann eine Familie gründen wollen. Dazu gehört natürlich auch heiraten. Aber da wartet sie natürlich, dass ich den ersten Schritt mache. Aber ob das dann auch auf Schloss Hagenwil sein wird, das steht noch nicht fest.

Wie fühlen Sie sich beide als Personen der Öffentlichkeit?

Wir wussten, was uns erwartet. Wir sind gerne unter Leuten und können gut damit umgehen. Wir sind aber auch an vielen Events dabei, weil es uns interessiert, und nicht weil ich als Stadtpräsident dabei sein sollte.

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