«Ich koche, bediene und putze selber»: Eigentlich wollte Thomas Boehm einen Foodtruck betreiben – jetzt hat er in Kreuzlingen sein eigenes Restaurant eröffnet

Thomas Boehm hat in Kreuzlingen ein Restaurant mit nur 14 Sitzplätzen eröffnet. Er setzt auf eine kleine Auswahl und tiefe Preise.

Rahel Haag
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Thomas Boehm in seinem Restaurant frisch und fröhlich an der Ecke Hauptstrasse/Marktstrasse in Kreuzlingen.

Thomas Boehm in seinem Restaurant frisch und fröhlich an der Ecke Hauptstrasse/Marktstrasse in Kreuzlingen.

(Bild: Reto Martin)

«Ich bin fröhlich und die Produkte sind frisch», sagt Thomas Boehm. Ende November hat er sein Restaurant frisch und fröhlich eröffnet. Das kleine Lokal an der Hauptstrasse 64 in Kreuzlingen habe ihm schon gefallen, als er vor sechs Jahren hierher gezogen sei. Als sich die Möglichkeit bot, es zu pachten, musste er nicht lange überlegen. «Obwohl ich ursprünglich die Idee gehabt habe, einen Foodtruck zu betreiben.» Seit dreissig Jahren sei er in der Gastronomie tätig. Zwischen Mai und Oktober arbeitet der 48-Jährige jeweils im Hotel Swiss. Da habe er sich gedacht:

«Bevor mir sieben Monate langweilig ist, mache ich lieber etwas, das ich schon immer machen wollte.»

Boehm betreibt das Restaurant mit 14 Sitzplätzen allein. «Ich koche, bediene und putze selber.» Sein Konzept: Weniger ist mehr. Aktuell bietet er mittags selbstgemachte Pasta im Parmesanrad und am Freitag- sowie Samstagabend Fondue an. Fleisch gebe es bei ihm nicht, abgesehen von Miesmuscheln.

Die kommen jeweils am Donnerstag auf den Tisch. «Weil ich sie liebe», sagt Boehm. Als Italien-Fan habe er das Nachbarland oft besucht.

«Wenn ich dort Miesmuscheln gegessen habe, wurde ich aber jedes Mal enttäuscht.»

Deshalb koche er sie jetzt eben selber. Im Sommer wolle er sein Angebot erneuern. «Ich weiss aber noch nicht, wo die kulinarische Reise hingeht.»

Der Espresso kostet nur 1.80 Franken

Die Nähe zum günstigen Konstanz lockt viele potenzielle Gäste über die Grenze. Das weiss auch Boehm. «Was die Preise betrifft, muss man mithalten können.» Bei ihm kostet ein Espresso 1.80 Franken, ein Café Crème 2.20 Franken. «Manche Gäste lachen mich deswegen ein bisschen aus», sagt er. Doch er habe die Sache durchkalkuliert. Ohne Angestellte fielen auch die Personalkosten weg. «Ich muss nur mir selber einen Lohn bezahlen.» Das sei ein Vorteil.

Was die Konkurrenz am Boulevard betrifft, macht sich Boehm keine Sorgen. «Konkurrenz belebt das Geschäft.» Gleichzeitig wolle er seinen Nachbarn nicht in die Quere kommen. Im Gegenteil bahne sich beispielsweise mit dem «New Fax» eine Zusammenarbeit an. Dessen Besitzer will einen Mittagstisch anbieten. «Hierfür liefere ich ihm jeweils zwei Suppen», sagt Boehm. Die Kooperation laufe erst seit zwei Wochen. «Aktuell probieren wir es noch aus, und schauen, was sich daraus ergibt.»

Keine Süssgetränke, dafür ein eigenes Bier

Ein Blick auf die Getränkekarte zeigt, dass Boehm auch in diesem Bereich ein kleines Angebot hat. «Softgetränke gibt es bei mir nicht», sagt er, «abgesehen von Shorley.» Nebst einem weissen sowie einem roten Hauswein soll auch bald ein eigenes Bier auf der Karte stehen.

Dieses lässt er vom lokalen Verein «X-linger» brauen, der seit knapp vier Jahren an der Egelseestrasse die «Chrüzlinger Pfütze» produziert. «Die Jungs waren einmal bei mir zum Essen und es hat ihnen geschmeckt», sagt Boehm. Aktuell würden sie noch an der Rezeptur tüfteln. «Das Etikett wird dann mit meinem Logo versehen.»