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Der neue Volley-Amriswil-Trainer: «Ich kann schon mal laut werden»

Marko Klok war international ein Star. Kommende Saison trainiert der Holländer den NLA-Volleyballclub Amriswil. Im Interview spricht der Familienvater über Respekt, russische Abenteuer und gefüllte Kühlschränke.
Matthias Hafen
Marko Klok gehörte einst dem erfolgreichen Nationalteam der Niederlande an. In der Saison 2018/19 wird er neu das NLA-Team von Volley Amriswil trainieren. (Bild: Reto Martin)

Marko Klok gehörte einst dem erfolgreichen Nationalteam der Niederlande an. In der Saison 2018/19 wird er neu das NLA-Team von Volley Amriswil trainieren. (Bild: Reto Martin)

Sein Wikipedia-Eintrag ist länger als eine Papyrus-Rolle, sein Palmarès dekoriert wie ein amerikanischer Weihnachtsbaum. Mehrere Meistertitel aus den Niederlanden, aus Belgien und Italien bringt Marko Klok nach Amriswil. Dazu Triumphe im europäischen CEV-Cup 2000 mit Roma und 2007 mit dem russischen Team Fakel Nowy Urengoi sowie Olympiasilber 1992 mit Holland. Der 50-jährige Niederländer war als Spieler ein Meister seines Fachs. Zuletzt trainierte er den belgischen Verein Gent.

Marko Klok, wie passen Sie als internationaler Star zum «Dorfclub» Volley Amriswil?

Ich habe mich schon als Spieler nie als Star gesehen und tue das auch heute nicht. Für mich stand immer die Leistung der Mannschaft im Vordergrund. Genau das ist auch bei Amriswil gefragt. Der Coach sollte sowieso nie der Star eines Teams sein.

Was sind Sie für ein Trainer?

Marko Klok. (Bild: Reto Martin)

Marko Klok. (Bild: Reto Martin)

Ich bin die Kreuzung zwischen einem Chamäleon und einem Löwen. Ich kann gegenüber der Mannschaft schon mal laut werden, wenn es angebracht ist. Aber ich kann mich auch vielen Gegebenheiten anpassen. Wichtig ist mir der gegenseitige Respekt. Ich werde nicht ohne Grund laut und bin grundsätzlich ein sehr positiv denkender Mensch.

Welche Werte vertreten Sie?

Die gleichen wie als Spieler: Ich verlange, dass man sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Andererseits ist es mir wichtig, dass im Umfeld alles für den Erfolg getan wird. Wenn die Spieler Grund haben, sich über etwas zu beklagen, dann schaue ich mit dem Verein, dass das in Ordnung gebracht werden kann. Ich möchte, dass alle die bestmöglichen Voraussetzungen haben, um eine Topleistung zu erbringen.

Was ist für Sie eine gute Mannschaft?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es braucht einen Mix von guten Spielern aber auch Persönlichkeiten innerhalb des Kaders. Eine gute Mannschaft kämpft bis zum Umfallen und bietet den Zuschauern und Sponsoren Unterhaltung. Natürlich sollte sie auch erfolgreich sein.

Marko Klok (4) gastierte 2005 anlässlich des Europacups mit Rotterdam in Amriswil. (Bild: Mario Gaccioli)

Marko Klok (4) gastierte 2005 anlässlich des Europacups mit Rotterdam in Amriswil. (Bild: Mario Gaccioli)

Sie besuchen zum ersten Mal Ihre neue Wirkungsstätte. Wie ist Ihr erster Eindruck von Volley Amriswil?

Der Verein ist professionell organisiert, hat gute Leute im sportlichen und medizinischen Bereich. Vor allem aber sind die Leute sehr nett und aufmerksam. Als ich meine Wohnung übernahm, war sie nicht nur sehr sauber geputzt, im Kühlschrank standen auch noch Getränke und Lebensmittel für die ersten Tage. Solche kleinen Dinge sind sehr wichtig – auch für die Spieler. So fühlt man sich auf Anhieb wohl.

Ziehen Sie mit Ihrer Familie nach Amriswil?

Nein, wir haben entschieden, dass meine Frau und meine 13-jährige Tochter vorerst in Belgien bleiben, um die Tochter nicht aus ihrem gewohnten Umfeld zu reissen. Es ist eine neue Situation für uns, weil wir zuvor stets zusammen umgezogen sind.

Sie sind ein weit Gereister. Als Spieler waren Sie in den Niederlanden, in Belgien, Italien und Russland engagiert – alles Topnationen im Volleyball. Weshalb nun der Wechsel in die Schweiz?

Marko Klok. (Bild: Reto Martin)

Marko Klok. (Bild: Reto Martin)

Holland ist heute auch keine Topnation mehr. Nur noch wenige Clubs können sich dort einen hauptberuflichen Trainer leisten. Ich suchte einen Verein, der ambitionierte sportliche Ziele hat, aber auch die Voraussetzungen bietet, diese zu erreichen. Das ist nicht einfach zu finden. In Amriswil stimmt das Gesamtpaket.

Was war das Verrückteste, was Sie in Ihrer Karriere je erlebt haben?

Dazu gehört sicher die Saison 2006/07 bei Fakel Nowy Urengoi. Die Mannschaft stammt ja eigentlich aus Sibirien. Wir Spieler waren aber in Moskau stationiert und reisten nur für die Heimspiele nach Nowy Urengoi. Aus logistischer Sicht war das ideal für uns. Speziell war es trotzdem.

Sie waren einst ein Pionier im Beachvolleyball, wurden 1995 Europameister. Weshalb sind Sie nicht im Sand geblieben?

Damals steckte die Sportart noch in den Kinderschuhen. Es war unmöglich, sie professionell zu betreiben. Heute sieht es etwas anders aus. Heute ist Beachvolleyball erwachsen.

NLA-Kader ist komplett

Der NLA-Club Volley Amriswil hat die letzten zwei Positionen seines Zwölf-Mann-Kaders für die Saison 2018/19 besetzt. Ewoud Gommans ist ein 2,02 m grosser Annahme- und Aussenangriffsspieler, der seit 2011 ausserhalb seiner Heimat Niederlande spielt, und zwar bei Moers und bei Haching in der deutschen Bundesliga sowie zuletzt bei Cannes in der obersten französischen Liga. Zudem holte Amriswil den 18-jährigen deutsch-schweizerischen Doppelbürger Julian Weisigk. Der 1,96 m grosse Diagonalangreifer spielte zuletzt bei Konstanz in der dritten Bundesliga. (red)

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