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«Ich hätte sonst wegziehen müssen», sagt eine alleinerziehende Mutter aus Hefenhofen.

Alleinerziehend und zudem unregelmässige Arbeitszeiten in ihrem Pflegeberuf: Für Sarah Vierzigmann ist die Amriswiler Tagesschule Nostra eine grosse Erleichterung, um den Familienalltag zu meistern.
Manuel Nagel
Sarah Vierzigmann holt ihre Tochter in der Tagesschule Nostra ab. Manchmal möchte Alexandra noch gar nicht mit nach Hause. (Bild: Manuel Nagel)

Sarah Vierzigmann holt ihre Tochter in der Tagesschule Nostra ab. Manchmal möchte Alexandra noch gar nicht mit nach Hause. (Bild: Manuel Nagel)

«Meine Tochter ist ein flinkes kleines Wiesel», sagt Sarah Vierzigmann und lacht. Doch vor fast genau einem halben Jahr war ihr nicht zum Lachen zumute. Es war Ende der ersten Kindergarten-woche ihrer vierjährigen Tochter Alexandra, als die alleinerziehende Mutter einen Anruf erhielt. Ihre Tochter sei verschwunden.

«Ich bin viel zu schnell von meiner Arbeit in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen nach Hause gefahren», gesteht die diplomierte Pflegefachfrau. Sie erzählt diese Anekdote nicht zum ersten Mal. Doch sie sei wichtig, sagt Vierzigmann, um zu verstehen, weshalb sie ihre Tochter mit «einem so guten Gefühl» in die «Nostra» schicke.

Anmeldung bis Ende März

Es gibt vier verschiedene Module für die Kinderbetreuung in der Tagesschule Nostra. Modul 1 ist die Morgenbetreuung (6.45-8.15) mit Frühstück vor dem Unterricht. Modul 2 ist die Mittagsbetreuung (11.45-13.30) mit Essen. Die übrigen zwei Module decken den frühen (13.30-15.00) sowie den späten (15.00-18.00) Nachmittag ab. Ab neun gebuchten Modulen pro Woche kann das Kind auch den Unterricht in der Schulanlage Nordstrasse besuchen. Die Anmeldefrist dafür läuft jeweils bis Ende März. (man)
Mehr Informationen: www.tagesschule-nostra.ch

Nostra heisst die Tagesschule im Schulhaus Nordstrasse. Berufstätige Eltern können dort ihre schulpflichtigen Kinder sowohl vor als auch nach dem Unterricht betreuen lassen. «Für mich ist das Angebot der Volksschulgemeinde sehr wichtig, weil ich Früh- und Abendschicht, ja teilweise sogar Nachtschicht arbeiten muss», sagt Alexandras Mutter.

Tagesschule nimmt viel Druck weg

Lexie – so wird die bald Fünfjährige von allen genannt – wurde an jenem Tag schnell gefunden, weil ihr Fernbleiben sofort bemerkt wurde. Die Mutter betont dann auch, dass es kein Versäumnis der Betreuer gewesen sei. Im Kindergarten sei thematisiert worden, wie wichtig der Schulweg sei, und dass man ihn mit seinen Gspänli bestreite. Deshalb sei Alexandra nach dem Kindergarten nach Hause gelaufen, anstatt in die Tagesschule zu gehen.

«Ich war in Panik»

sagt Sarah Vierzigmann, die Mutter der vierjährigen Alexandra, doch sie konnte von den Betreuern der «Nostra» beruhigt werden. Oftmals werde sie als Löwenmama bezeichnet, weil sie alles für ihr Kind täte. «Und in dieser Situation, als vier Erwachsene alles stehen und liegen liessen, um meine Tochter zu finden, da wurde mir klar, dass die nichts anderes tun, als ich ebenfalls tun würde», sagt Sarah Vierzigmann.

Sie erzählt, ihre Tochter fühle sich in der «Nostra» so wohl, dass sie manchmal gar nicht nach Hause wolle. Das nehme ihr sehr viel Druck in ihrem Beruf weg. Dort habe sie oft einen hohen Stresspegel und könne deshalb nicht immer daran denken, wie es Lexie wohl gehe.

Was sie machen würde, wenn die Volksschulgemeinde keine Tagesschule anbieten würde? «Ich weiss es wirklich nicht», sagt Vierzigmann und meint nach kurzem Nachdenken:

«Ich hätte sonst wegziehen müssen – ins Personalhaus nach Scherzingen, wo es auch eine Tagesschule hat.»

Doch zum Glück für Mutter und Tochter war das nicht nötig. Als sich Sarah Vierzigmann vor zweieinhalb Jahren von ihrem Mann getrennt hatte und nach Hefenhofen zog, da stiess sie bei der Volksschulgemeinde auf viel Verständnis für ihre Situation.

Flexible Strukturen, um sich nicht zu verbiegen

«Ich muss mich immer nach ganz vielen Leuten richten und mich verbiegen, damit alles funktioniert», sagt Vierzigmann. Hier werde ihr geholfen, dass sie das nicht muss. Die Schule verbiegt sich sozusagen für sie, denn in der «Nostra» sei alles sehr flexibel. Wenn sie mal an einem Donnerstag frei habe, so müsse sie die Tochter nicht in die Tagesschule schicken und könne so ihre Freizeit mit ihr verbringen.

Und noch etwas ist für Alexandras Mutter sehr wichtig: «Die Leiterin der Tagesschule, Janine Klingenstein, legt viel Wert auf Höflichkeit, dass man einander mit Handschlag begrüsst und in die Augen schaut.» Es seien dieselben Werte wie bei ihr daheim.

Sarah Vierzigmann weiss, dass sich Alexandra «superwohl» im Kindergarten bei Eveline Lorandi und in der Tagesschule bei Janine Klingenstein fühlt. «Als Mutter will ich meine Tochter vor allem in sicheren Händen wissen», sagt sie. Hier wisse sie, dass sie sich keine Sorgen machen müsse – «ausser Lexie kommt wieder auf blöde Ideen», sagt Sarah Vierzigmann und lacht.

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