Interview

Silvia Minder stellt sich zur Wiederwahl als Friedensrichterin im Bezirk Arbon zu Verfügung: «Ich habe den Wechsel nicht bereut»

Die Amriswilerin ist erst seit gut zwei Monaten im Amt. Die Arbeit gefällt ihr sehr gut. Darum tritt sie am 9. Februar erneut an.

Chiara Arba
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Silvia Minder schaut der Wahl zuversichtlich entgegen .

Silvia Minder schaut der Wahl zuversichtlich entgegen .

(Bild: PD)

Wie war für Sie der Start?

Silvia Minder: Ich bin mit offenen Armen von meinen Kollegen und Vorgesetzten empfangen worden.

Entsprach die Tätigkeit ihren Erwartungen?

Ich bin in der Mieterschlichtungsstelle der Stadt Amriswil tätig. Was die Verhandlungen anbelangt, habe ich gewusst, was auf mich zukommt. Es ist etwas, was mir weniger Mühe macht und ich schon kenne. Ich habe auch eine Mediationsausbildung gemacht, kurz vor dem Amtsantritt, was mir auch sehr hilft.

Es lief also alles genau so, wie Sie es sich vorgestellt hatten? Was ich überhaupt nicht erwartet hatte, war der grosse administrative Aufwand, der mit dem Amt verbunden ist. Sie müssen sich vorstellen, ich bearbeite komplett alleine die Fälle, vom Eingang bis zum Abschluss. Das ist bei allen fünf Friedensrichtern im Kanton gleich. Dazu kommt noch, dass wir eine neue Software im Januar bekommen haben und ich vom Vorgänger alte Fälle übernahm, die aber noch im alten System erfasst worden sind. Ich musste somit beide Systeme lernen.

Mit welcher Art von Konflikten haben Sie es zu tun?

Die Konflikte hinter den Fällen sind vielschichtig. Es geht meist nicht nur um Geld, sondern um die Menschen mit ihren Lebenserfahrungen und Problemen. Zunehmend häufig konfrontiert sind wir mit Unterhaltsklagen. Diese Konflikte um Geld innerhalb von Familien sind meist für alle sehr belastend. Schnelle Lösungen gibt es nicht. Auch war ich bereits mit einigen Erbstreitigkeiten konfrontiert. Das sind sehr komplexe Fälle, wobei es oft um sehr viel Geld geht. Meist ist allen Beteiligten klar, dass sie sich vor Gericht wieder treffen.

Mit welchen Gefühlen sehen Sie der Wiederwahl entgegen?

Ich bin wieder die einzige Kandidatin, wie letztes Jahr. Ich würde mich selbstverständlich über die Wiederwahl freuen. Es ist ein sehr spannender Job. Ich war frühere Journalistin, was auch spannend war, aber den Wechsel habe ich nicht bereut.