«Ich finde immer einen Weg»: Wie der Romanshorner Kurt Oberländer in Zeiten von Corona nach Kambodscha reist

Der 85-Jährige braucht viel Zeit, Geld und unter Umständen auch einiges an Improvisationstalent. Abhalten lässt er sich nicht.

Markus Schoch
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Sein Keyboard hat Kurt Oberländer auch in Kambodscha dabei.

Sein Keyboard hat Kurt Oberländer auch in Kambodscha dabei.

Bild: Donato Caspari (14. Oktober 2019)

Kurt Oberländer ist es jetzt viel zu kalt bei uns in der Schweiz. «Ich friere immer», sagt der 85-Jährige. Er fliegt deshalb am Montag nach Kambodscha, das zu seiner zweiten Heimat geworden ist. Diesmal wird die Reise in die Wärme wegen Corona aber ziemlich kompliziert. «Ich würde das alles nicht für einen Monat Ferien auf mich nehmen.», sagt der Alleinunterhalter, der dem Schweizer und Deutschen Fernsehpublikum aus diversen Castingshows bekannt ist. Weil Oberländer aber voraussichtlich bis im Mai des nächsten Jahres in Koh Kong am Golf von Thailand bleibt, unterzieht er sich den Sicherheitsvorschriften.

Wenn der Romanshorner Anfang nächster Woche in Zürich ins Flugzeug steigt, muss er eine offizielle Bescheinigung für einen negativen Coronatest im Gepäck haben. In Singapur hat Oberländer dann eine zwölfstündige Zwangspause, bevor es weiter in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh geht. Er sagt: «Dort muss ich ein Deposit über 2'000 Dollar als Sicherheit und einen Versicherungsausweis über mindestens 50'000 Dollar sowie das Ergebnis des Coronatests vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.»

Er muss vor Ort einen zweiten Test machen

Deshalb fährt Oberländer heute Samstag nach Weinfelden in eine Arztpraxis, die für solche Fälle täglich geöffnet hat. Der Coronatest aus der Schweiz ist aber nicht seine Fahrkarte ins südostasiatische Königreich. Er muss in Phnom Penh nochmals einen Virencheck machen und für zwei Tage in Quarantäne gehen, bis das Ergebnis vorliegt.

Kurt Oberländer,s liften.

Kurt Oberländer,s liften.

Bild:Severin Bigler (18. Juni 2017)
«Ich werde in einem Hotel eingeschlossen sein.»

Der Staat verdient gutes Geld mit Oberländer. «Ich habe gehört, dass mir 500 Dollar von meiner Kaution für die Übernachtung und den Test abgezogen werden, was extrem viel ist.» Für sein Haus am Meer zahlt er im Monat 130 Dollar Miete. Gleich für zehn Tage festsitzen würde Oberländer, wenn einer der Passagiere auf dem Flug nach Kambodscha positiv getestet werden sollte.

Das Visum ist nicht mehr lange gültig

Aber immerhin darf er überhaupt ins Land. «Ich habe noch ein Rentnervisum, das ein Jahr gültig ist und im November abläuft.» Andernfalls würde er vor verschlossener Grenze stehen. Ob ihm die Behörden in Kambodscha in der aktuell Situation die Aufenthaltsbewilligung verlängern, weiss Oberländer nicht.

«Ich bleibe so oder so.»

Sorgen macht er sich keine. «Ich finde immer einen Weg.»