Interview
«Ich bin nicht der König», sagt der Wäldinger Gemeindepräsident zu seinem Amtsjubiläum

Vor zehn Jahren, am 1. März 2010, trat Adrian König das Amt als Gemeindepräsident der Seerückengemeinde Wäldi an.

Rahel Haag
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Adrian König, Gemeindepräsident von Wäldi.

Adrian König, Gemeindepräsident von Wäldi.

(Bild: Reto Martin 14.12.2016)

Am vergangenen Sonntag hatten Sie Ihr zehnjähriges Jubiläum als Gemeindepräsident von Wäldi.

Stimmt, Sie haben recht. Ehrlich gesagt, habe ich gar nicht daran gedacht. Ich hatte vergangene Woche frei und war am Sonntag wohl noch im Ferienmodus. Das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen.

Damals verfügten Sie über keine politische Erfahrung.

Ja, ich wurde ein Stück weit ins kalte Wasser geworfen. Für jeden Beruf gibt es eine Ausbildung, nur für den als Gemeindepräsidenten nicht. Nach der Wahl und den ersten Wochen im Amt sind mir die Augen aufgegangen. Dann ist mir die Bedeutung eines solchen Amtes erst richtig bewusst geworden. Gerade am Anfang war es herausfordernd und anspruchsvoll, allerdings durfte ich auf die Unterstützung langjähriger Gemeinderäte und auf kompetentes Verwaltungspersonal zählen. Die zehn Jahre Erfahrung möchte ich heute nicht mehr missen.

Was haben Sie in den vergangenen zehn Jahren gelernt?

Als Verantwortungsträger in den Bereichen Finanzen, Bau, Soziales sowie dem Führen einer Gemeindeverwaltung konnte ich mir ein breites Wissen aneignen. Ich konnte mir auch ein gutes Netzwerk aufbauen, der Austausch und die gegenseitige Unterstützung mit Präsidenten der Nachbargemeinden ist hilfreich und wertvoll. Gelernt habe ich auch, nicht voreilig zu handeln, erst einmal darüber zu schlafen und dann am nächsten Tag überlegt zu entscheiden. Es ist wesentlich, die Bevölkerung über wichtige Geschäfte zu informieren und somit mit den Bürgern im Dialog zu sein. Oftmals stelle ich fest, dass die Bürger den Eindruck haben, der Gemeindepräsident habe die alleinige Entscheidungsvollmacht und sei somit auch für alles allein verantwortlich.

Dem ist nicht so?

Nein, ich bin nicht «der König», der alles allein entscheidet. Deshalb betone ich immer wieder, dass der Gemeinderat als Gremium die Entscheidungen trifft. Ich bin ein Teamplayer und schätze die Ratstätigkeit sehr.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Wäldi?

Wir wollen auf jeden Fall eigenständig bleiben und die Gemeinde als Naherholungsgebiet auf dem Seerücken stärken und weiterentwickeln.

Ihr Vorgänger, Karl Möckli, sagte, Sie dürften sich auf den schönsten Beruf überhaupt freuen. Hatte er recht?

Als Komplettpaket ist das Amt des Gemeindepräsidenten tatsächlich ein toller Beruf mit grosser Verantwortung. Ich freue mich auf die bevorstehenden Aufgaben in der laufenden Legislaturperiode Gemeinde der Wäldi.