Keine Tageskasse
«Wir wollten nicht riskieren, Leute abzuweisen»: Ans Schwingfest in Amriswil dürfen maximal 1000 Personen

Am Sonntag findet das Thurgauer Kantonale Schwingfest auf dem Amriswiler Tellenfeld statt. Am Freitag trafen die 100 Kubikmeter Sägemehl für den Anlass ein.

Manuel Nagel
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Auf dem Hauptplatz des Amriswiler Tellenfeld findet am Sonntag das Thurgauer Kantonale Schwingfest statt. Wer kein Ticket hat, kann den Anlass auch vom Erdwall südlich des Platzes (links oben im Bild) als Zaungast mitverfolgen.

Auf dem Hauptplatz des Amriswiler Tellenfeld findet am Sonntag das Thurgauer Kantonale Schwingfest statt. Wer kein Ticket hat, kann den Anlass auch vom Erdwall südlich des Platzes (links oben im Bild) als Zaungast mitverfolgen.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 23. Juli 2021)

Freitag Mittag deutet auf dem Hauptplatz des Tellenfelds noch fast nichts darauf hin, dass hier am Sonntag das Thurgauer Kantonale Schwingfest stattfinden wird. Einzig das Logo mit dem Schriftzug «I d’Hose» auf dem Trikot eines Mannes am Telefon verrät, welchen Sport er vertritt.

Soeben werden die nächsten 25 Kubikmeter Sägemehl ausgeleert.

Soeben werden die nächsten 25 Kubikmeter Sägemehl ausgeleert.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 23. Juli 2021)

«Die erste Fuhre Sägemehl trifft gleich ein», ruft er, nachdem er den Anruf beendet hat. Es ist Stefan Hungerbühler. Der Amriswiler ist Präsident des Schwingerverbandes Oberthurgau. Als solcher muss auch er die nächsten Tage «i d’Hose». Nicht im sportlichen Sinn wie die rund 140 erwarteten Schwinger, sondern er packt an, damit der Anlass am Sonntag erfolgreich über die Bühne gehen kann.

Zuerst war das Schwingfest nur im kleinen Rahmen ohne Publikum geplant, doch seit der Lockerung der Coronamassnahmen dürfen auch Zuschauer wieder dabei sein. In Amriswil werden es am Sonntag nicht mehr als 1000 Personen sein, die sich auf dem Festplatz aufhalten. «Bleiben wir darunter, so müssen wir von den Besuchern und Sportlern kein Covid-Zertifikat verlangen», erklärt Stefan Hungerbühler. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn viel mehr Schwingfans auf das Tellenfeld hätten kommen können, sagt Hungerbühler – und er erinnert sich an das letzte Kantonale im Oberthurgau, zu dem weit mehr als 6000 Besucher gekommen sind. Doch um einen Anlass dieser Grösse zu organisieren – und das in nur vier Wochen –, hätten ihnen ganz einfach die Ressourcen gefehlt.

Keine Tageskasse – eine Möglichkeit gibt es dennoch

Stefan Hungerbühler ist Präsident des Schwingerverbandes Oberthurgau.

Stefan Hungerbühler ist Präsident des Schwingerverbandes Oberthurgau.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 23. Juli 2021)

Deshalb sei das Fest ausserhalb der Schwingerfamilie auch nicht gross beworben worden. Anmelden konnte man sich nur über die regionalen Unterverbände, und am Sonntag wird es auch keine Tageskasse geben. Hungerbühler begründet den Entscheid wie folgt:

«Wir wollten nicht riskieren, dass wir Leute in der Schlange abweisen müssen, weil die Tausendergrenze erreicht ist.»

Einen kleinen Ausweg gibt es für Schwingfans trotzdem: Auf der Südseite des Hauptplatzes hat man vom Erdwall einen guten Blick auf die vier runden Sägemehlplätze, wenn auch aus einiger Distanz und hinter dem Zaun. Doch die Organisatoren versichern, sie würden keinen Sichtschutz montieren.

Wer das Glück hat und auf der anderen Seite des Zauns sein kann, den erwartet eine zweckmässige Infrastruktur mit kleiner Festwirtschaft und 1000 Rasensitzplätzen. Das alles stellt Stefan Hungerbühler mit seinen zwei Dutzend Helfern erst am Samstag auf. Dabei können die Schwinger auch das Klubhaus der Fussballer benutzen. Ebenso steht ihnen der Jugendtreff zur Verfügung, weil das Garderobengebäude nicht für alle Schwinger reichen würde. «Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem FC ist hervorragend», sagt Hungerbühler zufrieden.

Eine Fuhre Sägemehl fehlt noch. Hergerichtet werden die Plätze aber erst am Samstag.

Eine Fuhre Sägemehl fehlt noch. Hergerichtet werden die Plätze aber erst am Samstag.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 23. Juli 2021)

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