«Honeymoon» beim HC Thurgau - oder was das erste Eistraining mit Flitterwochen zu tun hat

Der guten Stimmung zum Trotz: Im ersten Eistraining im Hinblick auf die Swiss-League-Saison 2019/20 gibt Headcoach Stephan Mair bereits den Tarif durch. Nach der erstmaligen Halbfinal-Teilnahme seit 21 Jahren in diesem Frühjahr sind die Erwartungen an den HC Thurgau hoch.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Der kanadische Neuzuzug Kellen Jones prüft Thurgaus Goalie Janick Schwendener. (Bild: Donato Caspari)

Der kanadische Neuzuzug Kellen Jones prüft Thurgaus Goalie Janick Schwendener. (Bild: Donato Caspari)

Es ist das Training, auf das sich Eishockeyaner wie kleine Kinder freuen. Nach Wochen des Sommertrainings auf Gummimatten in Turnschuhen geht es zurück aufs Eis. Endlich wieder spielen – und das erst noch ohne den Mief der alten Ausrüstung. Mit neuen Schlittschuhen, neuen Handschuhen, neuen Stöcken und teils neuen Panzern jagen die Spieler des HC Thurgau seit Montag wieder dem Puck hinterher. In der Weinfelder Eishalle Güttingersreuti ist der Startschuss für die Swiss- League-Meisterschaft 2019/20 gefallen.

«Wir stehen vor den wichtigsten vier Wochen der Saison», sagt Trainer Stephan Mair, der in seinen vierten Winter als Headcoach des HCT steigt. «Wir müssen von Anfang an extrem strukturiert und zielorientiert arbeiten», sagt der Südtiroler, der weiterhin von Beni Winkler assistiert wird. Nach der erstmaligen Halbfinal-Teilnahme seit 21 Jahren in diesem Frühjahr sind die Erwartungen an den HC Thurgau gestiegen.

HCT-Trainer Stephan Mair zeichnet den Spielern seine Ideen vor. Der Südtiroler verlangt von seinen Spielern ab dem ersten Eistraining Bereitschaft und Konzentration. (Bild: Donato Caspari)

HCT-Trainer Stephan Mair zeichnet den Spielern seine Ideen vor. Der Südtiroler verlangt von seinen Spielern ab dem ersten Eistraining Bereitschaft und Konzentration. (Bild: Donato Caspari)

Das wahre Gesicht zeigt sich in zwei, drei Wochen

Von Druck spürt man im ersten Eistraining noch nichts. «Wir nennen diese Situation Honeymoon», sagt Trainer Mair. Flitterwochen. Alle freuten sich darauf, die Stimmung ist toll, es wird viel gelacht. «Erst in den nächsten zwei, drei Wochen wird sich das Gesicht und der Charakter der Mannschaft zeigen», so Mair. Musste der HCT-Headcoach vor einem Jahr zwölf neue Spieler einbauen, sind es heuer noch acht. Zählt man die beiden kanadischen Zwillinge Connor und Kellen Jones ab, sind es lediglich sechs neue Schweizer Spieler, die sich integrieren müssen. Das Gros des Teams konnte zusammengehalten werden. «Das ist schon mal eine gute Basis», sagt Mair. «Ich hoffe, dass uns das die Arbeit ein wenig erleichtert.»

Erleichtert waren am Montag die wenigen Zaungäste, darunter Vizepräsident Max Hinterberger und der neue Geschäftsführer Martin Büsser. Der HCT bestritt sein erstes Training auf Eis fast komplett. Einzig Patrick Brändli hielt sich noch zurück. «Eine reine Vorsichtsmassnahme», sagt der Stürmer. «Es ist nicht gut, mit Schmerzen in die neue Saison zu steigen.» Die beiden Kanadier Connor und Kellen Jones waren dafür ebenso anwesend wie die restlichen Neuzuzüge.

Dominic Hobi stiess von Ligakonkurrent La Chaux-de-Fonds zum HC Thurgau. Er trainierte am Montag erstmals mit seinem neuen Team auf Eis. (Bild: Donato Caspari)

Dominic Hobi stiess von Ligakonkurrent La Chaux-de-Fonds zum HC Thurgau. Er trainierte am Montag erstmals mit seinem neuen Team auf Eis. (Bild: Donato Caspari)

So stellt Trainer Mair seine Linien zusammen

So gelöst die Honeymoon-Stimmung in der Güttingersreuti war, so pedantisch schaute Trainer Mair darauf, wie die Übungen ausgeführt werden. Er pfiff die Spieler mehrmals zurück und machte ihnen klar, dass es von Anfang an auf die Bereitschaft und Konzentration ankommt. Mair obliegt es, in den kommenden Tagen die Linien des HCT zusammenzustellen. Dabei geht der Trainer pragmatisch vor. «Ich picke mir Perlen heraus», sagt er und meint damit Spieler, die schon gut harmonieren. «Dann stellen ich ihnen Spieler zur Seite, die ich in etwa im Kopf habe, rotiere diese Spieler und schaue, wie es funktioniert.» Zeit zu allfälligen Korrekturen bleiben Mair und dem HCT bis zum Saisonstart am 13. September zu Hause gegen Kloten jedenfalls genug. Das erste Testspiel bestreitet der HC Thurgau am Freitag, 9. August, um 20 Uhr, in Weinfelden gegen das NLA-Partnerteam Rapperswil-Jona.

Gegen diese acht Teams testet der HC Thurgau

Der HC Thurgau bestreitet im Vorfeld der Eishockeysaison 2019/20 acht Testspiele, für die es einiges zu beachten gab. Mindestens vier Gegner stammen aus dem Ausland.
Matthias Hafen

131'300 Franken Gewinn für den HC Thurgau

An der Generalversammlung des HC Thurgau präsentierte der Swiss-League-Club aus Weinfelden am Donnerstag ein erfreuliches Ergebnis - und zeigt erstmals, mit welchen Trikots die Mannschaft in die Saison 2019/20 steigen wird.
Matthias Hafen