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Tipp im Bauerngarten Schrofen in Amriswil: Holunder hilft gegen böse Geister

Der Bauerngarten beim Bohlenständerhaus stand dem Publikum offen. Zahlreiche Naturliebhaber nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter den Gartenzaun zu werfen.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Kompost- und Gartenberaterin Helena Städler (rechts) erklärt den Besuchern das Mulchen mit getrocknetem Rasenschnitt. (Bild: Yvonne Aldrovandi)

Kompost- und Gartenberaterin Helena Städler (rechts) erklärt den Besuchern das Mulchen mit getrocknetem Rasenschnitt. (Bild: Yvonne Aldrovandi)

Es ist ein Bauerngarten wie aus dem Bilderbuch: Der bunte Streifzug führt vorbei an Gemüsebeeten – mit violett blühenden Erbsen, sattgrünem Kohl, jungen Karotten und frischen Kräutern. Einheimische Pflanzen wie Pfingstrosen, Iris und Mohn blühen derzeit um die Wette. Etwas versteckt – gleich nebenan – gibt es Bienenstöcke. Doch nicht nur die Bienen sind auf Entdeckungstour.

Auch zahlreiche Gartenfreunde erkunden und bestaunen den Bauerngarten beim Bohlenständerhaus im Schrofen bei Amriswil. Das Team des Bohlenständerhauses hat am Museumssonntag die Gartentüre geöffnet – anlässlich des Tages der offenen Bauerngärten im Thurgau. Für musikalische Umrahmung des Anlasses sorgte das Duo Hengartner aus Egnach mit Alphornklängen.

Mischung aus Nutz- und Blumengarten

Der Bauerngarten, der direkt neben dem Kleinbauernhaus aus dem Jahre 1538 liegt, ist eine Mischung aus Nutz- und Blumengarten. Liebevoll gepflegt und bewirtschaftet wird er von Familie Seiterle, die im Neubau neben dem Bohlenständerhaus wohnt.

Der Garten war einst selbstverständlicher Teil des Bauernhofes und wurde von der Bäuerin zum Nutzen der Familie gepflegt. Es galt das Selbstversorger-Prinzip: Gemüse und Obst wurden selbst angebaut. Die Grundstruktur des Bauerngartens ist sehr schlicht. Der quadratische oder eckige Garten liegt auf der Südseite des Hauses. «Dort, wo es Licht und Sonne gibt», erklärt Karin Hungerbühler, Präsidentin der Stiftung Bohlenständerhaus.

Kartoffeln gab es im Mittelalter noch nicht

Im ursprünglichen Bauerngarten seien weder eine Schaukel noch ein Sitzplatz zu finden. «Im Mittelalter galt Kohl als Hauptnahrungsmittel», weiss Karin Hungerbühler. Kartoffeln gab es damals noch keine. Dafür galten Pastinaken, die heute wieder an Bedeutung gewonnen haben, als wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung. Mediterranes Gemüse – wie Tomaten, Peperoni, Zucchetti oder Gurken – kannte man damals noch nicht. Denn das Klima war einst rauer als heute. Der richtige Bauerngarten ist immer eingezäunt, könnten sich sonst doch wilde Tiere zwecks Nahrungsbeschaffung dorthin verirren.

Esther Meier ist durch die Zeitung auf den Tag der offenen Bauerngärten im Thurgau gestossen. «Ich besuche zum ersten Mal das Bohlenständerhaus. Hier finde ich Inspirationen für meinen eigenen Garten.» Für die Besucherin aus Gachnang ist ein naturnaher Garten Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Eher ein Ziergarten mit Sitzplatz

Esther Maurer aus Niederwil bewundert den Bauerngarten beim Bohlenständerhaus und meint: «Es ist ein kleines Paradies hier.Die Vegetation ist schon sehr weit fortgeschritten.» Ihr Garten, der zu einem Landwirtschaftsbetrieb gehört, sei eher Ziergarten mit Sitzplatz. Das Gemüse wachse seit drei Jahren in Hochbeeten. «Vor dem Kuhstall haben wir einen Holunderstrauch gepflanzt. Dieser hält böse Geister fern», sagt sie und lacht. Früher gab es keinen Bauernhof ohne Holunder. Der Holunder wurde zum Schutz gegen böse Geister und gegen Blitzschlag gepflanzt. Auch beim Bohlenständerhaus führt der Weg in den Bauerngarten – vorbei an einem blühenden Holunderstrauch.

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