Hohentanner Herbstmarkt ist Publikumsmagnet

Rund 6000 Besucher liessen sich von Kunsthandwerkern und Marktschreiern in eine andere Zeit versetzen. Bereits zum dritten Mal setzen die Organisatoren auf ein grosses Angebot hausgemachter Produkte.

Ramona Riedener
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Ein Drechsler präsentiert sein Kunsthandwerk. (Bild: Ramona Riedener)

Ein Drechsler präsentiert sein Kunsthandwerk. (Bild: Ramona Riedener)

Aus allen Richtungen strömten am Samstagmorgen die Marktbesucher ins 620-Seelendorf Hohentannen. Der Herbstmarkt im Dorfzentrum unter dem Motto «Kulinarik und Handwerk» hat sich bereits nach zwei Jahren einen Namen weit über die Region hinaus gemacht.

An 157 Ständen lockten Marktleute mit einer riesigen Warenauslage: «Alles sälber gmacht!» Nebst dem kulinarischen Angebot wie Eingemachten, Saucen, fruchtigen Konfi, Käsespezialitäten, hiesigem Wein und hausgemachtem Bier, locken dekorierte Stände mit gestrickten oder genähten Kinderkleidern, buntem Glas-, Porzellan-, Holz- und Metallhandwerk die Besucher an. Ein weiteres Highlight am Thurgalllischen Markt waren die Spezialitäten des Gastkantons Tessin.

Wer nicht mit einem gefüllten Geldbeutel unterwegs war, hatte Pech oder möglicherweise auch Glück, denn die Technik in Form von Bankomat versagte an diesem Morgen. Der Dorfverein lud mit Speis und Trank zum Halt ein. Alphornklänge der Familie Ziegler verschönerten das Verweilen.

«Harte Knochenarbeit»

«Das ist ja wie anno dazumal», ruft eine ältere Marktbesucherin begeistert. Mit einer langen Holzkelle stampft die kräftige Waschfrau die Wäsche im siedenden Wasser. Der grosse Kupferkessel und der Holz-Zuber waren einst die modernsten Waschmaschinen ihrer Zeit. «Harte Knochenarbeit», meinen die Zuschauer der Waschvorführung. «Früher, vor 150 Jahren war Waschen die Aufgabe der Männer», beschwichtigt sie der Wäscher. Daneben zweigen Gutenberg und sein Jünger das Druckhandwerk und unter den geschickten Fingern des Drechslers entsteht ein Holzkunstwerk.

«Wenn wir einen Markt organisieren, dann muss es was Besonderes sein», sagte sich Werner Keller, OK-Präsident des Herbstmarkts vor rund drei Jahren. So konzentrierte sich der Dorfverein Heldswil-Hohentannen auf Direktproduzenten mit verschiedenen hausgemachten Produkten. Heute ist der Markt von 100 auf 157 Stände gewachsen. 80 Produktsemente stehen im Angebot. «Wir achten aber darauf, dass von jeder Warengruppe höchstens drei Aussteller vertreten sind», sagt Keller. Das mache den Herbstmarkt abwechslungsreich.

Er dürfte mit diesem Konzept richtig liegen. Rund 6000 Besucher verweilten am dritten Herbstmarkt im Thurgallischen Dorf Hohentannen.