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«Meine Gesundheit ist mir zu wichtig»: Hohentannens Gemeindepräsident nimmt die Wahl nicht an

Werner Minder, der 56-jährige Gemeindepräsident von Hohentannen, begründet den aussergewöhnlichen Schritt mit seiner gesundheitlichen Verfassung. Die Wählerkommission hat die Suche nach neuen Kandidaten bereits aufgenommen.
Georg Stelzner
Werner Minder ist seit 1. Juni 2018 Gemeindepräsident von Hohentannen. (Bild: Reto Martin)

Werner Minder ist seit 1. Juni 2018 Gemeindepräsident von Hohentannen. (Bild: Reto Martin)

Zweimal ist Werner Minder in Hohentannen zu einer Wahl angetreten. Zuerst am 4. März 2018, als er zum Nachfolger von Gemeindepräsident Christof Rösch gewählt wurde, zuletzt am vergangenen Sonntag, als ihn die Stimmberechtigten im Amt bestätigten.

155 von 160 Wählern gaben ihm am 10. Februar ihre Stimme. Trotzdem ist das eindrückliche Verdikt heute Makulatur, denn Minder hat sich entschlossen, die Wahl nicht anzunehmen. Der Gemeindepräsident führt gesundheitliche Probleme für seinen Entscheid an.

Dass es solche gibt, war bekannt. An einer Wählerversammlung im November 2018 hatte Minder erklärt, dass seine Kandidatur unter Vorbehalt zu verstehen sei und er das Amt im Falle einer Wiederwahl nur antreten werde, wenn seine Gesundheit das zulässt.

Entscheidung fiel kurz vor der Wahl

«Über Weihnachten ging es mir besser, doch mit dem Wiedereinstieg in den Berufsalltag nach Neujahr machten sich die besorgniserregenden Symptome wieder bemerkbar», führt Minder aus.

Vor den Skiferien habe er erneut medizinische Abklärungen treffen müssen, und bei dieser Gelegenheit habe man ihm geraten, dem Körper eine Regeneration zu gönnen.

Minder, der von einer seiner schwierigsten Entscheidungen spricht, sagt:

«Ich habe mit mir gekämpft und es ist mir sehr schwer gefallen, die Wahl nicht anzunehmen.»

Definitiv dazu entschlossen habe er sich erst am Donnerstag vor der Wahl.

Bevölkerung zeigt Verständnis

Die Tätigkeit als Hohentanner Gemeindepräsident gefalle ihm, und im Wahlresultat komme eine hohe Wertschätzung der Bevölkerung zum Ausdruck, sagt Minder. Er betont jedoch:

«Meine Gesundheit ist mir aber zu wichtig; sie hat einfach Vorrang.»

Nichtsdestotrotz ist er überzeugt, dass es richtig war, erneut für das Präsidium zu kandidieren. Er habe den Wählern reinen Wein eingeschenkt und die Hoffnung auf eine Gesundung gehabt. Die Bevölkerung reagiert laut Minder verständnisvoll. «Negative Stimmen habe ich bis jetzt nicht vernommen», stellt er erfreut fest.

Von Mehrbelastung überrascht

Dass die gesundheitlichen Probleme mit der Aufgabe in Hohentannen zusammenhängen könnten, will Minder nicht bestreiten. «Der Einstieg ins Amt war intensiv und hat zu einer erheblichen Mehrbelastung geführt, und zwar in einem Ausmass, das ich so nicht erwartet habe», sagt der Gemeindepräsident.

Minder übt gleichzeitig auch in der Sirnacher Gemeindeverwaltung eine Funktion aus: Seit 1. Oktober 2018 ist er in einem 40-Prozent-Pensum Projektleiter Bau und Liegenschaften, vorher war er zu 100 Prozent Abteilungsleiter Bau und Liegenschaften. Das Hohentanner Gemeindepräsidium ist mit 60 Prozent dotiert.

Ende der politischen Karriere

Sorgen um seine berufliche Zukunft macht sich Minder nicht. Er kann sich vorstellen, in einer Gemeindeverwaltung zu arbeiten oder eine Tätigkeit im kaufmännischen Bereich auszuüben. Er ist auch zuversichtlich, bald wieder eine Stelle zu finden. «Ein politisches Amt werde ich hingegen nicht mehr anstreben», erklärt Werner Minder.

Es kommt zu einem zweiten Wahlgang

Werner Minder hat den Kanton diese Woche schriftlich darüber informiert, dass er die Wahl zum Gemeindepräsidenten von Hohentannen nicht annehmen werde. Da er dies innerhalb der dafür vorgesehenen Fünf-Tage-Frist getan hat, wird Minders Nach­folger in einem zweiten Wahlgang ermittelt. Das heisst, es wird das relative Mehr genügen. Wann der zweite Wahlgang durchgeführt wird, hängt davon ab, wie rasch die Wählerkommission bei der Kandidatensuche Erfolg hat. Das ursprünglich vorgesehene Datum 17. März dürfte nicht mehr in Frage kommen. Es eilt jedoch, denn Werner Minders Amtszeit endet am 31. Mai 2019. Die Situation ist auch für den Kanton nicht alltäglich. «Die Gemeinde muss jetzt möglichst schnell reagieren», sagt Andreas Keller, Generalsekretär des Departements für Inneres und Volkswirtschaft. Eine Bestimmung, wie lange ein Gemeinderat nur mit einem Vizepräsidenten arbeiten kann, gibt es nicht. Der Kanton würde laut Keller dann einschreiten und die Aufsicht übernehmen, wenn «ein rechtswidriger Zustand besteht oder wesentliche öffentliche In­teressen verletzt sind». (st)

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