HOHENTANNEN
Die Finanzen sind im Lot: Gemeinde kann Steuerzahler entlasten

Der Steuerfuss der Gemeinde Hohentannen beträgt im Jahr 2022 nur noch 50 Prozent. Die Gemeindeversammlung stimmte der beantragten Senkung um fünf Prozentpunkte oppositionslos zu. Auch die Revision von zwei Reglementen wurde gutgeheissen.

Georg Stelzner
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Gemeindepräsident Lukas Hoffmann erläutert das Budget 2022.

Gemeindepräsident Lukas Hoffmann erläutert das Budget 2022.

Bild: Georg Stelzner (Hohentannen, 24. November 2021)

Erstmals seit August 2020 fand in Hohentannen am Mittwochabend wieder eine Gemeindeversammlung statt. Das Interesse hielt sich allerdings in Grenzen, was einerseits den unumstrittenen Traktanden, anderseits der anhaltenden Coronapandemie geschuldet war. So fanden sich gerade mal drei Dutzend Stimmberechtigte in der Hirschenschür ein, was in der Politischen Gemeinde Hohentannen aber einer Beteiligung von immerhin 7,63 Prozent entspricht.

Gemeindepräsident Lukas Hoffmann erläuterte das auf einem neuen Steuerfuss basierende Budget 2022. Er verwies auf die Notwendigkeit, den Posten «Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe» massiv aufzustocken. «2022 wird für verschiedene Leute ein hartes Jahr, da sie an ihre finanziellen Grenzen stossen werden», erklärte Hoffmann. Der Gemeinderat hoffe, dass diese Mittel nicht gebraucht werden, man müsse jedoch für alle Fälle gerüstet sein. Ein Mehraufwand sei auch bei der ambulanten Pflege und folglich bei den Spitex-Kosten zu erwarten.

Höhere Steuereinnahmen budgetiert

Mehr Geld soll im nächsten Jahr für kulturelle Belange zur Verfügung gestellt werden. Laut Hoffmann ist es dem Gemeinderat ein Anliegen, den Herbstmarkt weiterzuführen und allenfalls den Weihnachtsmarkt wieder zu beleben. Das wären positive Signale, die auch dem Ruf der Gemeinde guttäten, sagte er. Sorge tragen müsse man den Gemeindestrassen, betonte Hoffmann unter Hinweis auf die negativen Auswirkungen starker Niederschläge.

Den im Vergleich zum Jahr 2021 leicht höheren Steuerertrag von etwas über einer Million Franken bezeichnete der Gemeindepräsident als realistisch, obschon von einem Rückgang der Steuerkraft auszugehen sei. Punktgenau könnten diese Einnahmen nicht budgetiert werden, gab Hoffmann zu bedenken. «Bis zu einem gewissen Grad ist das immer auch ein Blick in die Glaskugel.»

Gemeinde soll Bürgern etwas zurückgeben

Nicht nur eine Anhebung des Steuerfusses will gut begründet sein, sondern auch eine Senkung. Zur Diskussion stand in diesem Fall eine Reduktion um fünf Prozentpunkte. Der Gemeindepräsident argumentierte mit dem zufriedenstellenden Zustand der Hohentanner Finanzen und der niedrigen Pro-Kopf-Verschuldung von rund 87 Franken.

Es habe keinen Sinn, übermässig Reserven anzulegen; vielmehr solle die Gemeinde die Bürgerinnen und Bürger entlasten, wenn es die Situation erlaube. Hoffmann zeigte sich zuversichtlich, dass ein Steuerfuss von 50 Prozent mehrere Jahre Bestand haben werde. Dem Gemeinderat sei eine diesbezügliche Konstanz wichtig.

Einstimmiges Ja zum Budget 2022

Die Gemeindeversammlung stimmte dem Budget 2022 mit einem Gewinn von 26’738 Franken und Nettoinvestitionen von 305’000 Franken einhellig zu. Dasselbe geschah mit dem Voranschlag des Einwohnerfonds, der ein Plus von 800 Franken ausweist. Oppositionslos bewilligt wurden auch die Revision des aus dem Jahr 2008 stammenden Verwaltungsgebühren-Reglements und die Revision des Reglements der Feuerwehr Felsenholz.

Valentin Fässler stellte im Rahmen der abschliessenden Umfrage den Antrag, die Gemeinde möge in Zukunft ausserordentliche Leistungen regelmässig mit einem Preis honorieren. Nach der Zustimmung durch die Versammlung wird sich der Gemeinderat nun darüber Gedanken machen.

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