«Hohe Verschuldung»: Aufgrund der grossen Bautätigkeit steigen in der Primarschule Weinfelden die Kosten

Die Versammlungen der Weinfelder Schulgemeinden stellten die Rechnung ins Zentrum.

Sabrina Bächi
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Primarschulzentrum Elisabetha Hess in Weinfelden

Primarschulzentrum Elisabetha Hess in Weinfelden

Bild: Mario Testa

Beat Gähwiler wird einstimmig gewählt. Als Stimmenzähler. Denn nach acht Jahren hat am Dienstagabend die erste Schulgemeindeversammlung der Sekundarschule Weinfelden stattgefunden, bei der er nicht mehr als Präsident am Rednerpult stand. Diesen Platz hat sein Nachfolger Thomas Wieland eingenommen.

Thomas Wieland, Schulpräsident

Thomas Wieland, Schulpräsident

Bild: Andrea Stalder

«Beat Gähwiler wird am Schluss der Versammlung das Wort an Sie richten», verspricht Wieland den anwesenden 43 Stimmberechtigten. Bis dahin hat der frischgewählte Stimmenzähler jedoch nicht viel zu tun. Die vier traktandierten Geschäfte werden einstimmig angenommen.

Hohe Transferbeträge an den Kanton

Hauptpunkt ist die Rechnung 2019. Schulsekretär René Diethelm stellt diese mittels Powerpoint-Folien übersichtlich dar und erklärt, wie es um die Finanzen der Sekundarschule steht. Grundsätzlich lautet das Fazit «gut». Auch wenn die Transferbeträge, welche die Gemeinde derzeit noch für den Finanzausgleich an den Kanton leisten muss, «sehr hoch sind», wie Diethelm ausführt.

Wegen der guten Steuereinnahmen aus dem Jahr 2018 gab es nochmals eine «massiven Zunahme» der Beiträge für den Finanzausgleich. Knapp drei Millionen zahlt die Oberstufe dem Kanton. «Das entspricht rund 7,4 Steuerprozenten», sagt Diethelm.

Aufgrund der wiederum hohen Steuereinnahmen im Jahr 2019 müsse die Sekundarschule wohl für das Rechnungsjahr 2020 über drei Millionen in den Finanzausgleich zahlen. Beim Sachaufwand verzeichnet die Schule einen absoluten Höchststand.

«Die Ausgaben liegen aber im Rahmen des Budgetierten.»

Nach einigen Mitteilungen Wielands zum Unterricht während der Pandemie und dem Hinweis, dass die Schulanlage Weitsicht nun über eine neue Fotovoltaikanlage, einen neuen Fussweg und eine sanierte Laufbahn verfügt, kommt Beat Gähwiler zum Zug.

Stimmenzähler und ehemaliger Schulpräsident, Beat Gähwiler

Stimmenzähler und ehemaliger Schulpräsident, Beat Gähwiler

Bild: Andrea Stalder

Er zieht ein Fazit seiner Amtszeit und verrät, dass er doch eine grosse Niederlage hinnehmen müsse: «Ich habe mir immer gewünscht, dass mehr Stimmbürger an die Versammlung kommen», sagt Gähwiler. Der Blick über das kleine Grüppchen demonstriert eindrücklich, dass dies nicht einfach ist. Aber: «Meine Bilanz ist sehr positiv.»

Hohe Verschuldung bei der Primarschule

Nach einer Stunde wechselt Thomas Wieland von der Versammlung der Sekundar- zur Primarschule. Nun sitzen noch 37 Stimmberechtigte im Rathaussaal. Hauptpunkt ist wiederum die Rechnung 2019. Doch hier spricht Schulsekretär Diethelm auch unangenehme Worte aus wie «hohe Verschuldung».

Aufgrund der hohen Bautätigkeit und der zunehmenden Schülerzahl, steigen in der Primarschule die Kosten unter anderem beim Sach- und Personalaufwand. Weiter sitzen der Primarschule die Änderungen des kantonalen Gesetzes zum Finanzausgleich im Nacken.

Anders als die Sekundarschule werden sie künftig mehr einzahlen müssen. «Wir haben ein Defizit budgetiert und haben nun Plus gemacht, aber das können wir sicher brauchen», sagt Diethelm. Die Rechnung 2019 wird einstimmig gutgeheissen und die Arbeit Diethelms verdankt.

Wie Schulpräsident Wieland an beiden Versammlungen informiert, finden im kommenden Jahr Gesamterneuerungswahlen beider Behörden statt. Jeweils ein Rücktritt ist bereits bekannt.

Ertrag und Defizit

Besser als budgetiert

Die Rechnung 2019 der Sekundarschule Weinfelden schliesst bei einem Aufwand von rund 14,3 Millionen und einem Ertrag von 14,25 Millionen mit einem Defizit von etwas über 50'000 Franken. Budgetiert wurde ein Defizit von knapp einer Million. Die Rechnung schliesst entsprechend um 878'000 Franken besser ab. Die Rechnung 2019 der Primarschule Weinfelden schliesst mit einem Plus von 380'000 Franken, was dem Eigenkapital zugeführt wird. Dies bei einem Aufwand von knapp 15 Millionen und einem Ertrag von 15,3 Millionen. Das ist rund 1,6 Millionen besser als budgetiert.

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