«Hocherfreuliches Rechnungsjahr»: Die Arboner Schulgemeinden verzeichnen einen Millionengewinn

Die Steuereinnahmen sind geflossen, wie man es sich nur wünschen kann. Trotzdem kündigt die Primarschule Arbon eine Steuerfusserhöhung für die nächsten Jahre an. Grund dafür ist das neue kantonale Beitragsgesetz.

Barbara Hettich
Drucken
Teilen
Primarschulpräsidentin Regina Hiller und Sekundarschulpräsident Robert Schwarzer diskutieren nach der Veranstaltung mit einer Versammlungsteilnehmerin.

Primarschulpräsidentin Regina Hiller und Sekundarschulpräsident Robert Schwarzer diskutieren nach der Veranstaltung mit einer Versammlungsteilnehmerin.

Barbara Hettich

Die Steuereinnahmen sind geflossen, wie man es sich nur wünschen kann. «Wir können auf ein hocherfreuliches Rechnungsjahr 2019 zurückblicken», sagte Robert Schwarzer, Präsident der Sekundarschulgemeinde Arbon. Anstelle einer budgetierten schwarzen Null konnte Finanzchef Adrian Bitzi den rund 40 Interessierten an der Orientierungsversammlung am Dienstagabend einen Gewinn von 1,958 Millionen Franken präsentieren.

Und auch für die Zukunft sieht es gut aus: Mit dem neuen kantonalen Beitragsgesetz wird die Sekundarschulgemeinde nicht mehr rund zwei Millionen Franken in den Finanzausgleich einzahlen müssen, sondern voraussichtlich 300 000 Franken an finanzieller Unterstützung bekommen

Keine kritischen Stimmen

Kritische Stimmen zur Rechnung gab es keine, wohl aber die Frage, wann der Steuerfuss sinken wird. Aktuell liegt er bei 42 Prozent.

Robert Schwarzer, Präsident Sekundarschulgemeinde Arbon

Robert Schwarzer, Präsident Sekundarschulgemeinde Arbon

Donato Caspari
«Wir rechnen damit, dass wir mit dem Budget 2022 eine Senkung von voraussichtlich vier Prozentpunkten beantragen können»,

sagte Robert Schwarzer. Erst wolle man das Eigenkapital, wie von der Rechnungsprüfungskommission vorgeschlagen, auf fünf Millionen Franken erhöhen. Zudem werde man ein Raumplanungskonzept für die nächsten zehn Jahre erstellen, damit der Investitionsbedarf bei der Finanzplanung berücksichtigt wird.

Auch die Primarschulgemeinde Arbon konnte von der positiven Entwicklung der Steuerkraft und somit des Steuerertrags profitieren. Die Rechnung 2019 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 2,06 Millionen Franken. Der Gewinn wird dem Eigenkapital zugewiesen, das sich somit auf fünf Millionen Franken erhöht. Trotz der positiven Entwicklung sieht die Zukunft für die Primarschule aber nicht so rosig aus. Durch das neue kantonale Beitragsgesetz gehört die Primarschule im Gegensatz zur Sekundarschule zu den Verlierern.

In der Kasse werden 1,3 Millionen fehlen

«Wir werden rund 1,3 Millionen Franken weniger Beitragsleistungen bekommen», sagte der Finanzverantwortliche Martin Thalmann und zeigte die finanziellen Auswirkungen auf:

«Wir werden eine Erhöhung des Steuerfusses von 65 auf 69 Prozent beantragen müssen.»

Also keine Steuererleichterungen für die Arboner? An der Versammlung wurden Stimmen laut, dass die Primarschule mit dem vom Kanton vorgegebenen Norm-Steuerfuss von 64 Prozent ab 2021 auskommen sollte und halt sparen müsse. Martin Thalmann sagte, Der Normsteuerfuss berücksichtige nicht die lokalen Gegebenheiten.

Dies bestätigte auch Adrian Bitzi, mit aktuell 42 Prozent ist die Sekundarschule vom Normsteuerfuss des Kantons von 29 Prozent noch viel weiter entfernt als die Primarschule.

Regina Hiller, Primarschulpräsidentin Arbon

Regina Hiller, Primarschulpräsidentin Arbon

Max Eichenberger
«Mehr sparen geht nicht, die Schulqualität würde darunter leiden»,

sagte Primarschulpräsidentin Regina Hiller.

Die Stimmberechtigten der Primarschul- und der Sekundarschulgemeinde stimmen am 27. September an der Urne über die beiden Rechnungen ab.