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«Ich bin ein Fan der Oberaacher Geschichte geworden»: Alfons Bieger auf historischer Spurensuche

Das Team des Ortsmuseums Amriswil lud zur Buchvernissage «Das Schlössliareal» – 200 Jahre Gewerbe und Industrie in Oberaach. Der Autor Alfons Bieger erzählte am Museumssonntag von seinen umfangreichen Recherchen.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Autor Alfons Bieger (rechts im Bild) mit dem Buch «Das Schlössliareal» unterhält sich mit Museumsbesuchern. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Autor Alfons Bieger (rechts im Bild) mit dem Buch «Das Schlössliareal» unterhält sich mit Museumsbesuchern. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Oberaach – seit 1979 Teil der Kleinstadt Amriswil – kann nicht mit Prachtbauten auftrumpfen, dafür umso mehr mit einer bewegten und spannenden Geschichte.

Der pensionierte Amriswiler Psychiater Alfons Bieger hat sich auf historische Spurensuche zur 200-jährigen Geschichte der Industrie und des Handwerks im Schlössliareal gemacht. Unterstützt wurde er dabei vom Ortsmuseumsmitglied Walter Haas, dem ehemaligen Amriswiler Primarlehrer Andreas Oettli sowie Beat Oswald, Mitarbeiter im Thurgauer Staatsarchiv. Die umfangreichen Forschungsergebnisse hat Alfons Bieger zusammengetragen und in Wort und Bild in einem 128-seitigen Buch publiziert.

Im Ortsmuseum Amriswil war er am Museumssonntag zu Gast und hat von seinen umfangreichen Recherchen erzählt. 135 Besucherinnen und Besucher lauschten Biegers interessanten Ausführungen an der Buchvernissage «Das Schlössliareal» – 200 Jahre Gewerbe und Industrie in Oberaach.

Geschäftsbuch als wichtigste Quelle

Alfons Bieger stellt sein Buch «Das Schlössliareal» im Ortsmuseum Amriswil vor. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Alfons Bieger stellt sein Buch «Das Schlössliareal» im Ortsmuseum Amriswil vor. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Die Dorfchronik erzählt die Geschichte von Leder, Schuh und Hosenstoff, von Höhen und Tiefen des Fabrikantenlebens, von den Familien Löw, Rutishauser und Menzi – aber auch von einem Bauerndorf im Sog der Industrialisierung. In den besten Jahren seien täglich 700 Arbeiterinnen und Arbeiter nach Oberaach geströmt – in das Dorf, welches nie mehr als 250 bis 300 Einwohner zählte, sagte Alfons Bieger.

Es sei kein leichtes Unterfangen gewesen, die Geschichte Oberaachs aufzuarbeiten. Ein grosser Teil der Dokumente vor dem 18. Jahrhundert sei verloren gegangen oder vernichtet worden. Die wichtigste Quelle zur Industriegeschichte sei das Geschäftsbuch der Schreinerei Keller gewesen. Diese befand sich einst auf dem Schlössliareal. Dieses Geschäftsbuch ist im Ortsmuseum Amriswil in der permanenten Ausstellung zu sehen.

Unlösbare Konflikte führten zum Verkauf

«Gründer der Oberaacher Industriegeschichte war Jakob Rutishauser. Er kaufte im Jahre 1811 das Schlössli und richtete dort eine Gerberei ein», erzählte Alfons Bieger. Jakob Rutishauser habe später das Schlössliareal unter seinen beiden Söhnen Isaak und Johannes aufgeteilt. Isaak baute eine Weberei, später wurde auch noch eine Appreturfabrik eingerichtet.

Arnold Löw kaufte 1904 die ehemalige Weberei von Isaak und gründete die Schuhfabrik. Mit dem robusten Rahmenschuh schrieb dieser eine Erfolgsgeschichte. Schweizweit entstanden Verkaufsgeschäfte der Firma Löw.

Unlösbare Konflikte führten 1975 zum Verkauf des Unternehmens. Roger Zimmermann kaufte den Betrieb, musste aber zehn Jahre später die Schuhproduktion einstellen.

Stadt unterstützte das Buchprojekt

Stadträtin Madeleine Rickenbach überbrachte das Grusswort vom Stadtrat und der Kulturkommission. Sie bedankte sich herzlich bei Alfons Bieger und seinem Team für die grossartige Leistung sowie das freiwillige Engagement.

Doch von der Stadt gab es nicht nur schöne Worte für dieses Projekt, sondern auch eine finanzielle Unterstützung. Dank dieser können Interessierte das Buch von Alfons Bieger kostenlos am Infoschalter des Stadthauses beziehen.

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