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Hinübergetragen statt überfahren

Die Amphibienretter ziehen Bilanz ihrer Hilfsaktion diesen Frühling an der Amriswiler Fischenhölzlistrasse. Insgesamt 1368 Tiere haben sie auf die andere Strassenseite gebracht – und einige so vor dem sicheren Tod gerettet.
Manuel Nagel
Auf mehreren Dutzend Metern hatte das Bauamt an der Fischenhölzlistrasse solche Froschzäune errichtet. (Bild: Manuel Nagel)

Auf mehreren Dutzend Metern hatte das Bauamt an der Fischenhölzlistrasse solche Froschzäune errichtet. (Bild: Manuel Nagel)

«Trotz Warntafeln, dass hier mit Amphibien auf der Strasse zu rechnen sei, gab es einige Autofahrer, welche die Warnung nicht ernst nahmen», sagt Francisca Bertschinger. Doch die positiven Aspekte überwiegen bei der ­designierten Aktuarin des Tierschutzvereins Amriswil und Umgebung, wenn sie auf die Amphibienrettung im März und April zurückblickt.

Die Erdröte bleibt am Zaun hängen und kann so gerettet werden. (Bild: PD)

Die Erdröte bleibt am Zaun hängen und kann so gerettet werden. (Bild: PD)

Die Zusammenarbeit habe auf Anhieb funktioniert, sagt sie, auch wenn die ganze Aktion ziemlich kurzfristig auf die Beine gestellt wurde. Die Stadt Amriswil brachte die Sache ins Rollen, und das Bauamt war für das Aufstellen der Froschzäune besorgt. Doch dann musste Stadtrat Claudio Zaffonato auch noch freiwillige Helfer auftreiben – und fand diese beim Natur- und Vogelschutzverein Amriswil (NVVA), beim Tierschutzverein Amriswil und Umgebung (TSVA) sowie in der Klasse von Martin Kuster, Lehrer an der Nordstrasse. Und nicht zuletzt engagierten sich auch noch einzelne Anwohner für die Frösche, Kröten und Molche.

Ein Abenteuer für die Klasse der Nordstrasse

«Als wir die Frösche über die Strasse getragen hatten, gab es viele Interessierte, die uns fragten, was wir da machen.»Francisca Bertschinger Tierschutzverein Amriswil

«Als wir die Frösche über die Strasse getragen hatten, gab es viele Interessierte, die uns fragten, was wir da machen.»
Francisca Bertschinger Tierschutzverein Amriswil

Dank der flexiblen und zuverlässigen Helfer sei die Koordination reibungslos verlaufen, erzählt Francisca Bertschinger. Geplant und koordiniert wurden die Einsätze über das Internet und einen eigens eingerichteten «Frosch-Chat», in welchem die Helfer erfreuliche, aber auch weniger erfreuliche Erlebnisse miteinander austauschten.

Vor allem Erdkröten und Grasfrösche

Im Zeitraum vom 13. März bis zum 20. April haben die zahlreichen Helfer insgesamt 1368 Amphibien gerettet. Mit Abstand die grösste Gruppe der Geretteten waren die Erdkröten mit 952. Danach folgten 328 Grasfrösche. Die Anzahl der Laubfrösche (18) und der Grasfrösche (8) war hingegen marginal. Auch einige wenige Molche finden sich in der Statistik wieder. Hier schwingt der Bergmolch mit 58 obenaus. Vom Teichmolch gab es immerhin noch vier Stück. Ein Fadenmolch ist den Amphibienrettern jedoch nicht in die Hände gekommen. (man)

Für die Schulkinder der Nordstrasse sei es ein Abenteuer ­gewesen, sagt Bertschinger. Die Klasse ging mit ihrem Lehrer bis zu den Frühlingsferien jeweils am Morgen zum Zaun und trug die Tiere auf die andere Seite. Francisca Bertschinger und die anderen Helfer waren hingegen vor allem nach Einbruch der Dämmerung unterwegs, wenn jeweils die Amphibien zu laufen begannen.

Zeitumstellung ist den Fröschen egal

«Wir mussten uns zuerst herantasten und ein Gefühl entwickeln, wann die Tiere zu laufen beginnen», erinnert sich Bertschinger. Das Wetter und die Uhrzeit habe dabei eine grosse Rolle gespielt. Kurzzeitig habe deshalb die Zeitumstellung die Planung erschwert. Die Einsätze verschoben sich um eine Stunde, denn die Amphibien hielten sich nicht an die Sommerzeit.

Unberechenbar war jeweils auch die Anzahl der wandernden Tiere. «Es gab Tage, da hatte es nur vereinzelte oder überhaupt keine Amphibien – und dann gab es Tage, da wussten wir fast nicht, wo anfangen mit Einsammeln», sagt Francisca Bertschinger. Schön ist auch folgende Anek­dote, welche die Tierschützerin zum Schluss erzählt: Das Ehepaar, in dessen Milchkasten man die Statistikblätter deponieren durfte, habe die Froschretter während der Einsätze mit Getränken und Süssem verpflegt.

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