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Hin und Her um Gewächshaus in Birwinken eine Ewigkeit nach der Bewilligung

Vor zwölf Jahren errichteten Erna und Reinhold Scherrer ein Gewächshaus in ihrem Garten in Birwinken. Nun soll es plötzlich weg weil ein Nachbar klagt.
Mario Testa
Erna und Reinhold Scherrer vor ihrem zwölf Jahre alten Gewächshaus und dem Hühnerhaus in ihrem Garten. (Bild: Mario Testa)

Erna und Reinhold Scherrer vor ihrem zwölf Jahre alten Gewächshaus und dem Hühnerhaus in ihrem Garten. (Bild: Mario Testa)

Erna und Reinhold Scherrer verstehen die Welt nicht mehr. Nachdem sie im Jahr 2005 ihr Haus in Birwinken gebaut hatten, liessen sie in ihrem grossen Garten auch ein Gewächshaus und ein Hühnerhäuschen erstellen. Dafür reichten sie ein Baugesuch bei der Gemeinde ein, es lag öffentlich auf und es gingen keine Einsprachen ein, wie aus dem Gesuchsformular hervorgeht.

Der Gemeinderat bewilligte deshalb ihr Vorhaben im März 2007. Über zehn Jahre später droht ihnen nun aber Ungemach.

«Unser Nachbar hat vor einem Jahr Anzeige gegen die Gestaltung unseres Gartens mit den dortigen Bauten gemacht»

sagt Erna Scherrer. Und diese Anzeige hat Folgen.

Alter Fall von der Vorbehörde

Zwar gibt es eine Baubewilligung für das Gewächshaus, aber ob diese gültig ist, müssen nun Anwälte klären, wie der amtierende Gemeindepräsident Peter Stern sagt. «Es ging damals wohl unter, auch das Kantonale Amt für Raumplanung zu kontaktieren. Das muss aber gemacht werden, wenn eine Baute im Landwirtschaftsland erstellt werden soll – so wie in diesem Fall.»

Nun müsse geklärt werden, ob die Baubewilligung von damals dennoch gilt, oder wegen des Fauxpas nicht mehr rechtskräftig ist. Mehr könne er im Moment nicht zu diesem Thema sagen, da das Verfahren noch laufe, sagt Peter Stern. Persönlich finde er es unschön, was nun passiere, und dass dieser Nachbarschaftsstreit in Birwinken solche Züge annehme.

Mögliche Retourkutsche für frühere Klage

Ein Nachbarschaftsstreit ist es wohl deshalb, weil sich Scherrers ihrerseits in den vergangenen Jahren gegen ein angrenzendes Siloballen-Lager des benachbarten Bauern juristisch gewehrt hatten und recht bekamen. Sie vermuten deshalb auch eine Retourkutsche in dessen Anzeige gegen ihre Gartengestaltung.

«Was mich sehr stört, ist, dass der Fehler mit der Baubewilligung damals ja bei der Gemeinde gemacht wurde, das Verfahren nun aber auf unserem Buckel ausgetragen wird»

sagt der pensionierte Grenzwächter Reinhold Scherrer. Wie aus dem Briefverkehr zwischen der Gemeinde, dem Kläger und den Beklagten – jeweils mit ihren Anwälten – hervorgeht, wurden Scherrers vom Raumplanungsamt aufgefordert, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Das haben diese jedoch nicht getan und so hat es die Gemeinde für sie gemacht, wie Peter Stern bestätigt.

Begehung im Garten

Um das Gesuch zu behandeln, hat das Raumplanungsamt gestern eine Begehung im Garten durchgeführt, mit allen Beteiligten. «Es stimmt, wir haben einen Palisadenzaun und ein zweites kleines Gewächshaus ohne Bewilligung erstellt, einen grossen Wassertank hingestellt und auch das Hühnerhaus umgesetzt. Dies, weil sich eine Nachbarin über die Tiere beklagte und die Hühner zudem zu heiss hatten im Sommer», sagt Erna Scherrer.

«Wir sind auch bereit, diese Punkte wieder zu korrigieren. Aber für das Gewächshaus haben wir eine Bewilligung und das soll da bleiben, wo es steht.»

Es gehe auch um viel Geld, rund 20000 Franken habe das Gewächshaus gekostet. «Wir bauen viel Gemüse an, haben Eier von unseren Hühnern – sind in dieser Beziehung Selbstversorger», sagt Erna Scherrer.

«Und vergangenen Sommer hat die Gemeinde mehrmals aufgerufen, Wasser zu sparen, worauf wir den Wassertank kauften. Wir können den ganzen Garten mit Regenwasser tränken – und jetzt soll der weg. Das soll noch einer verstehen.» Wie es nun weitergeht mit Scherrers Bauten im Garten, wird sich weisen, wenn die Mitarbeiter des Amts für Raumplanung die gestrige Begehung ausgewertet haben.

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