Hilfsorganisation
Bürgler Lehrer will togolesischen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern und wird dabei von Sebastian Vettel unterstützt

Yanek Schiavone ist Lehrer an der Sekundarschule Bürglen. Neben seinem Beruf engagiert sich der 34-jährige Tägerwiler für den von ihm ins Leben gerufenen Verein «Des sourires pour le Togo», der sich für Menschen im westafrikanischen Land Togo starkmacht.

Monika Wick
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Yanek Schiavone und togolesische Kinder lachen in die Kamera.

Yanek Schiavone und togolesische Kinder lachen in die Kamera.

Bild: PD

«Lehrer ist der beste Beruf überhaupt», sagt Yanek Schiavone. Diese Aussage nimmt man dem 34-jährigen Mann, der an der Sekundarschule in Bürglen hauptsächlich Sprachen unterrichtet, sofort ab. Wenn er über seine Schülerinnen und Schüler spricht, sprudeln die Worte nur so aus ihm heraus. «Ich liebe es, mit ihnen eine gute Zeit zu verbringen und sie auf einem wichtigen Lebensabschnitt zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern», sagt er.

Die Kinder sind ihm sofort ans Herz gewachsen

Der Lehrerberuf war es auch, der Yanek Schiavone vor acht Jahren in den westafrikanischen Staat Togo führte. «Im Rahmen meiner Ausbildung bin ich für ein Praktikum für drei Monate nach Togo gereist, um Kinder in Sprache und Sport zu unterrichten», erklärt der gebürtige Italiener. Die Menschen, insbesondere die Kinder, sind Yanek Schiavone sofort ans Herz gewachsen, sodass er sie auch nach seiner Rückkehr in die Schweiz unterstützen wollte.

Zu diesem Zweck gründete er den gemeinnützigen Verein «Des sourires pour le Togo», der gemäss des Vereinsnamens zum Ziel hat, ein Lächeln in die Gesichter der Kinder zu zaubern. Auf einen Aufruf, den er im Internet platziert hat, haben sich zahlreiche Leute gemeldet, die ihm ihre Unterstützung zugesagt haben. Heute zählt der Verein 41 aktive Mitglieder.

«Zu Beginn hatte ich viel Enthusiasmus und war etwas blauäugig und unkoordiniert unterwegs», gibt Yanek Schiavone unumwunden zu. Mittlerweile agiert der Verein «Des sourires pour le Togo» strukturiert und legt seinen Fokus auf eine zuverlässige Wasserversorgung, die Gesundheitsversorgung und die Bildung.

«Bildung ist neben einer guten Gesundheit das wichtigste Gut. Was du weisst, kann dir niemand mehr nehmen.»

So Yanek Schiavone, dessen Begeisterung für seine ehrenamtliche Arbeit ungebrochen ist. Inzwischen hat der Verein 54 Projekte realisiert. Zu den grössten gehört der Bau von drei Schulen für 250 Kinder inklusive der Bereitstellung von Schulmaterial sowie der Bau von Brunnen für ganze Dörfer. Bevorstehende Projekte sind der Bau weiterer Brunnen und eines Gesundheitszentrums.

«Im Weiteren bauen wir ein Ausbildungszentrum für Mädchen im Alter zwischen zehn und zwanzig Jahren, das ihnen helfen soll, auf eigenen Beinen zu stehen», erklärt Yanek Schiavone. Finanziert wird dieses Projekt vollumfänglich von der Stiftung des Rennfahrers Sebastian Vettel. «Als sie sich das erste Mal gemeldet haben, habe ich an einen Scherz geglaubt und den Anruf beendet. Zum Glück haben sie noch einmal angerufen», sagt Yanek Schiavone lachend.

Yanek Schiavone im grünen Gewand und weitere Menschen jubeln um einen neuen Brunnen herum.

Yanek Schiavone im grünen Gewand und weitere Menschen jubeln um einen neuen Brunnen herum.

Bild: PD

Spenden fliessen zu 100 Prozent in die Projekte

Einmal pro Jahr reist Yanek Schiavone mit weiteren Mitgliedern des Vereins für einen Monat nach Togo, um aktiv an den Projekten mitarbeiten zu können und sich einen Überblick über die getätigten Arbeiten zu verschaffen. Die Reise- und Aufenthaltskosten für ihre Aufenthalte bezahlen die Mitglieder des Vereins aus der eigenen Tasche, sodass Spenden zu hundert Prozent in die Projekte fliessen. Ein grosses Ziel des Vereins ist es, lediglich Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten.

«Eine sinnvolle Entwicklungshilfe ist diejenige, die Leute einbindet und sie lehrt, selber einen Brunnen oder eine Schule zu bauen», sagt Yanek Schiavone. Zudem fordert der Verein immer, dass die einheimische Bevölkerung ihren Teil zu den Projekten beisteuert. Das bedeutet beispielsweise, dass der Verein eine Schule baut, das Dorf aber einen Lehrer stellen muss.

Mit kleinem Aufwand die Welt zu einem besseren Ort machen

«Die Freude und Dankbarkeit der Menschen in Togo macht mich zum glücklichsten Menschen. Zudem freut es mich sehr, dass wir die Welt mit relativ kleinem Aufwand zu einem besseren Ort machen können», erklärt Yanek Schiavone die Beweggründe für sein Engagement. Dass nicht jeder diesen Aufwand betreiben kann, ist ihm bewusst. Er freut sich aber über jeden Gönner oder Menschen, die sich zum Beispiel bei einer Standaktion des Vereins beteiligen. Anhand der Spenden, die während eines Jahres zusammenkommen, entscheidet «Des sourires pour le Togo», welche Projekte sie als Nächstes realisieren könnten. «Wir haben vertrauensvolle Leute vor Ort, die uns Vorschläge unterbreiten», sagt Yanek Schiavone.

Mehr Informationen zum Projekt auf www.dessourirespourletogo.com

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