Hemdglongger-Umzug in Tägerwilen: «Das Corona Bier versaufen wir!»

Am Freitagabend hat in Tägerwilen der traditionelle Hemdglongger mitten durch das dunkle Dorf geführt.

Viviane Vogel
Drucken
Teilen
Der Hemdglongger Umzug in Tägerwilen.

Der Hemdglongger Umzug in Tägerwilen.

(Bild: Viviane Vogel)

Ein letzter Ort bietet dem Corona-Virus noch die Stirn. Die fünfte Jahreszeit wird hier wie gewohnt am Freitagabend eröffnet. In weisse Hemden gehüllt, stehen Erwachsene auf dem Parkplatz neben dem Gemeindehaus und quatschen, während ihre Kinder wie kleine Gespenster umherflitzen. Sie geniessen es, einmal so richtig Lärm machen zu dürfen.

«Der Hemdglongger ist einer unserer Hauptevents», sagt Thomas Helff, Mitglied der Gottlieber Schnoogge. «Arbon wäre ebenfalls ein Höhepunkt gewesen», sagt Rico Heinings, ebenfalls Schnoogg. «Das ist wirklich unglaublich schade, dass die Fasnacht dort auch noch gestrichen wurde.» Dann müssen sie sich auch schon aufstellen und ihre Instrumente zücken.

Gugge Rhytüfeli hört auf

Es folgen der traditionelle Umzug einmal um das Sekundarschulgelände herum, der Fahnenaufzug auf dem Gemeindeplatz und der Schwank im Festzelt. Letzterer wird mit einer traurigen Nachricht beendet: «Die Instrumente der Rhytüfeli liegen im Estrich. Unsere Gugge hört leider auf», verkündet Fasnachtspfarrerin Elvira Pauli. Darauf gibt’s ein dreifaches

«Borstig isch die Sau!»

Im Anschluss gibt Daniel Huber eine Vorschau auf das Wochenende. Es wird sonntags im Verbrennen des Prinz Karnevales gipfeln. «Tägerwilen hat fast 5000 Einwohner – wo sind die denn alle?», ruft Huber und verweist damit auf das Veranstaltungsverbot ab 1000 Menschen. Markus Pauli von den Narrensamen sagt: «Wir hatten schon 100 Leute hier. Diesmal waren es knappe 50.» Huber ruft spöttisch:

«Das Corona Bier versaufen wir!»